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Zähne – VI

Wurzelfüllung. Schrecklich, das Röntgenbild zum Vermessen des Wurzelkanals – es stecken irgendwelche Instrumente im Zahnkanal und man darf keinesfalls den Mund bewegen, sonst brechen die ab. Ich hatte echte Panik auf dem Zahnarztstuhl. Schmerzhaft ist auch, wenn der Zahnarzt mit seinen wertvollen Titaninstrumenten ganz oben an der Wurzelspitze ankommt, denn da ist ja noch Leben.

Das Gefühl: ein elektrischer Schlag auf dem ganzen Körper. Zum Glück hat er alles sauber und trocken gekriegt und konnte wenigstens die Wurzelfüllung heute schon einbringen. Sonst wäre das eine weitere Episode geworden. Mich erwarten ca. 35 Euro Zuzahlung für die ach so wertvollen Titaninstrumente.
Schock zum Ende: die allgemeine Begutachtung der anderen Zähne ergab, dass viele Zähne bereits wieder kariös sind und einige der vorhandenen Inlays Spalten haben, nicht ordentlich gearbeitet wurden und somit schnellstens raus müssen.

Das wirft eine Menge Fragen auf:

  • Hat das mein eigentlicher Zahnarzt nicht gesehen?
  • Warum hat er es nicht gesehen?
  • Bin ich deswegen nicht regelmäßig zum Nachschauen? Wofür mache ich das?
  • Karies taucht ja nicht über Nacht auf und Spalten an Inlays auch nicht. War es gut, die Wurzelfüllung bei dem anderen Zahnarzt machen zu lassen?
  • Wieviel davon ist wahr?

Ich bin heulend bei meiner Heilpraktikerin gesessen, die ich ja eigentlich nur wegen eines schmerzenden Handgelenkes aufgesucht habe.
Jetzt werde ich zu einem ganzheitlich orientierten Zahnarzt gehen und mir die ganze Sache von dritter Seite begutachten lassen. Ich bin es so leid, die ständigen Reparaturen an angeblich (?) kariösen Inlays und den ständigen Verlust von Zahnsubstanz.
Heute Früh bin ich über das Buch vom Dahlke gestoßen: Aggression als Chance. Da ist auch ein Zahnkapitel drin und eines über Allergien. Das werde ich mir mal antun.

Aggression als Chance


Zahn 1-4; Episode V

Heute ist mein eigentlicher Zahnarzt vom Urlaub zurück. Wir finden keinen kompatiblen Termin diese Woche zur Füllung der getöteten Wurzel. Immer wenn ich eine Möglichkeit zur Kinderbetreuung habe, haben die keinen freien Termin. Mein Schatz ist auch noch auf Geschäftsreise, es ist also niemand da, der einspringen kann. Vorschlag der Zahnarzthelferin: ich solle doch meine Kinder mitbringen. Kann ich mir ja irgendwie nur schwer vorstellen, dass mein Dreijähriger da Ruhe gibt. Er würde wahrscheinlich die ganze Praxis auf Trab halten.
Na, was solls. Ich gehe zu dem Zahnarzt, der das auch Notdienstmässig versorgt hat. Da gibts nämlich am Donnerstag um 9:30 einen Termin. Ganz nach meinen Wünschen und Möglichkeiten.


Episode IV-b: ich könnte heulen.

Ach. Es ist so tragisch: Heute früh habe ich meine Heilpraktikerin getroffen. Sie sagt mir, dass die Wurzelbehandlung unnötig war. In 90% der Fälle könne sie ihre Patienten vor der Wurzel-EXTRAKTION bewahren, denn von nichts anderem spricht dieses beschönigende Wort “Wurzelbehandlung”. Bei den restlichen 10% kommt dann tatsächlich der Eiter und die Wurzel muss raus. Diesen Weg hätte ich wenigstens noch probieren können. Warum nur habe ich nicht auf mein Gefühl gehört, als der Zahnarzt davon gesprochen hat, dass der Zahnnerv nicht regenerierbar ist? Ich hatte ganz deutlich diese Meldung im Kopf, dass Gott die Schöpfung nicht so unvollkommen machen würde, es kann nicht sein, dass es in unserem Körper einen blinden Fleck ohne Immunsystem gibt. Wie könnte er so unvollkommen sein? – Allein, es hat der letzte Funken Mut gefehlt, beim Zahnarzt aufzustehen und zu sagen: “Nein Danke, ich probiere erst noch etwas anderes.”
Nun werde ich nie wissen, ob ein Gegenbeweis möglich gewesen wäre. Ich habe einen weiteren toten Zahn und damit ein weiteres mögliches Störfeld im Körper. Mal schauen. Meine Freundin B. gibt mir die Adresse eines ganzheitlichen Zahnmediziners. Sie hatte unerklärliche Schulterschmerzen, die sich erst besserten, als eine solche Zahnleiche bei ihr entfernt wurde. Ich werde wachsam bleiben müssen. Heute habe ich schmerzlich gelernt, dass ich mich eben doch auf die Signale meines Körpers verlassen kann. Wann werde ich den Mut haben, auch danach zu handeln? Seufz.


Verloren! (Zähne – Episode IV)

Tja. Deutschland ist noch auf dem Platz gegen Ecuador. Zeitgleich zum Anpfiff hatte ich meinen Notfall-Zahnarzt-Termin. Schmerzen. Kälteempfindlichkeit. Die ganze Englandreise über schon. Betäubung. Röntgenbild. Schatten auf dem Wurzelkanal. Entzündung.

Der Arzt sagt: Das Pulpa-Gewebe hat kein Immunsystem. Nicht regenerationsfähig. Vielleicht noch bei 12-Jährigen. Wurzel muss raus.

Irgendwie klingt das komisch, dass Entzündungen bei Zähnen vom Körper nicht ausgeheilt werden können. Wieso ausgerechnet da nicht? Ich hege meine Zweifel. Für den Gegenbeweis ist es zu spät. Der Arzt sägt schon mit diesen putzigen Raspeln im Wurzelkanal herum. Segen der Narkose…. Verloren. Lebe wohl 1-4!
Ich danke Dir für Deine langen Dienste. Eine weitere Zahnleiche im Mund.
Traurig.


Zähne und Episoden – heute: Teil III

Also, diese Geschichte mit dem Inlay weitet sich zu einem Drama in mehreren Akten aus…

Heute war ich dort, alles organisiert, Kinder trotz Osterferien in guten Händen betreut, zwei Stunden Präparation der Teilkrone vor mir, sogar ein Hörbuch habe ich mitgenommen. Der Zahnarzt setzt den Bohrer an, das Handy klingelt: Sohn hat eine Platzwunde, muss aber nicht genäht werden…
Also, weiter beim Zahnarzt… bohr, absaug, … Der Nerv liegt ein kleines Stückchen frei. Änderung der Pläne: Nerv abdecken, heimgehen, ein Vierteljahr warten, ob der Nerv ruhig bleibt oder ob eine Wurzelbehandlung erforderlich wird. Diese Episode III wird also noch mindestens einen Teil IV und V haben… fast schon wie bei Star Trek… *schmunzel*


Die lieben Beisserchen

Au weh. Am Samstag nachmittag hab ich mir mit einem Karamelbonbon ganz klassisch ein Inlay gezogen. Der Rest-Zahn ist ganz schön scharfkantig. Also die übliche Tortur am Samstag nachmittag: Wo, bitteschön, krieg ich jetzt einen Zahnarzt her? Einige Herumtelefoniererei, dann war ich abends um halb 6 auf dem beliebten Stuhl gelegen, Spritze, Bohrer, Zement, 10 Minuten zusammenbeissen (*anstrengend*) und dann war das Inlay wieder drin (ich hätte es ja auch verschlucken können – man kann schon auch dankbar sein *gg*. Tja – und heute ist dieser Zahn superempfindlich auf alles heisse, kalte und Süsse (Saures ess ich nicht so oft…). Na, da bin ich ja mal gespannt, das ist noch nicht ausgestanden…


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