Artikel-Schlagworte: „Worte“

Heute ist Dein Tag

“Worte sind unglaublich mächtig…

Sie können Dich ermächtigen, motivieren, heilen…

…und es braucht nur eines…

was wird Deines sein?”

So lautet der Text in diesem unglaublich inspirierenden Video, das ich (via shuttersisters) gefunden habe:

One Word Project from Christine Sneddon on Vimeo.

  • Welches Wort können Sie für heute wählen?
  • Gibt es ein kraftvolles Bild, mit dem Sie es verknüpfen können?

edit 22.2.2012: Leider ist das Video nicht mehr öffentlich zugänglich. Das tut mir leid.


Ein einzelnes kleines Wort

480

Der Jahreswechsel liegt schon über eine Woche zurück, aber das Jahr riecht noch frisch und neu. Was soll es bringen?
Ich habe im Trubel der Feiertage und Weihnachtsferien ein paar ruhige Momente für Rückschau und Ausblick gefunden.

Nein, in diesem Jahr gibt es für mich keine “guten Vorsätze”, nicht im klassischen Sinn. Das hat bei mir nie funktioniert, weil ja doch schneller als gedacht der Alltag wieder über einen hereinschwappt. Das Leben ist nun mal turbulent.

Im letzten Jahr bin ich bei Ali Edwards auf die Idee des “one little word” gestoßen. Das Konzept ist charmant: man wählt sich ein einzelnes Wort, das die Qualität am besten beschreibt, die man sich für das kommende Jahr wünscht.

In den langen Listen finden sich solche Worte wie: Chance, Energie, Traum, Balance, Gedeihen, Mut, Tiefe, Herausforderung, und viele mehr …
Eine Liste (in Englisch) ist hier zu finden: One little word 2012

Ich habe im letzten Jahr erstmals dieses “one little word” ausprobiert und habe gute und erstaunliche Erfahrungen damit gemacht.

Meine Wahl ist vor einem Jahr auf das Wort “change – Veränderung” gefallen. Was ist im Laufe des Jahres 2011 daraus geworden? Es sind nicht solche Veränderungen herausgekommen, wie ich sie geplant hätte, wenn ich sie denn hätte planen wollen – oder Veränderungen, die ich mir sonst per guter Vorsätze erhofft habe.

Aber es hat für mich im letzten Jahr deutliche Veränderungen gegeben. Zum Glück nicht auf die dramatische Art und zum Glück auch nicht als traumatisches Ereignis, aber dennoch nachhaltige Änderungen, das Loslassen von Überholtem, das Hinterfragen von Selbstverständlichkeiten und eine lange Phase einer persönlichen Auszeit. Diese Veränderungen haben im vergangenen Jahr begonnen und sind noch in vollem Gang. Das ist etwas, was ich in den Jahren zuvor mit all ihren guten Vorsätzen nie erreicht habe.

Ich werde auch für dieses Jahr wieder ein einzelnes kleines Wort gedanklich mit mir herumtragen. 2012 soll mich das Wort “Lebensfreude” begleiten. Vielleicht ist es über den langen Zeitraum eines Jahres ein bisschen leichter, auf ein einzelnes Wort fokussiert zu bleiben, als in der unvermeidlichen Alltagshektik hochfliegende Pläne aus den Augen zu verlieren.

“Lebensfreude” – das soll mich vor allem an zwei grundsätzliche Fragen dazu erinnern:

  • Was macht mir denn eigentlich so richtig Freude?
  • Und warum ist es manchmal so schwer, Freude zu empfinden? Was blockiert dann gerade die Freude?

Vielleicht bringt dieser Fokus eine Verschiebung der Schwerpunkte mit sich. Keine Hoppla-Hopp-Änderung per Fingerschnippsen aber möglicherweise ein bisschen mehr Freude und etwas weniger Blockaden.

Was ist mit Ihnen? Haben Sie ein Leitwort, ein einzelnes kleines Wort für 2012?


Erkenntnis des Tages

Mit diesen Worten endet jedes Kapitel auf dem Hörbuch “Ich bin dann mal weg” von Hape Kerkeling. Jeden Tag gibt es so ein kurz gefasstes Resumée seiner Erlebnisse und Erfahrungen.
Ich bin dann mal weg. 6 CDs . Meine Reise auf dem Jakobsweg

Hape Kerkeling hat jede Menge von “Erkenntnissen des Tages”. Es sind ja auch einige Tagesetappen nötig, um nach Santiago de Compostela zu gelangen. Seine lustige und gleichzeitig auch beeindruckende Reisebeschreibung des Jakobsweges macht mir Lust, diesen camino auch einmal zu gehen. Zumindest habe ich jetzt endlich mal im Internet nachgeforscht und kenne jetzt endlich die Lage des Weges in Nordspanien. Ich hatte immer gedacht, der Jakobsweg liegt viel weiter südlich.

Ein phantastisches Weihnachtsgeschenk habe ich da bekommen. Es hat mich so gefesselt, dass ich die sechs CDs in nur zwei Tagen aufgesogen habe… Ein Hörbuch zum “immer wieder hören”.

Mein persönliches “Jakobsweg-Erlebnis” hatte ich irgendwo auf der CD 5. Ich war gerade dabei, im Wohnzimmer eine Runde Überflüssiges zu “decluttern” (flylady), als mich wieder mal die totale Unlust überkommen hat. Ich wandere also ziellos durch die Wohnung, auf der Suche nach irgendeiner interessanteren Tätigkeit.

Da stoppe ich plötzlich und denke:

Hape Kerkeling war auf dem Camino auch gezwungen, genau den Weg zu gehen, der jetzt in diesem Moment vor ihm lag. Er konnte auch nicht die übernächste Etappe gehen oder die vorletzte wiederholen, nur weil sie so schön war oder ihm der aktuelle Weg des Tages gerade nicht gefiel.

Genauso kann ich jetzt in diesem Moment genau die Tätigkeit fertigmachen, die ich angefangen habe, ohne mich ablenken zu lassen. Das ist mein ganz privater “Camino”. An dieser Stelle bin ich an die ungeliebte Tätigkeit zurückgekehrt und habe sie beendet.
Ich muss nicht nach Spanien fahren (obwohl ich den Jakobsweg auf meine Vielleicht/irgendwann-Liste gesetzt habe). Der Alltag bietet jede Menge Möglichkeiten, meine ganz persönlichen Herausforderungen zu meistern.

So bekommt ein Ausspruch von Alexandra zum Thema Durchhalten plötzlich auch für mich Sinn:

  • Sitzenbleiben“.

Nicht aufspringen, wegrennen, etwas anderes anfangen. Dranbleiben. Weitermachen. Disziplin. Durchhaltevermögen.

Das sind alles so kühle Worte ohne Leben. Wohl bekannt, oft gehört und nie so richtig in die Praxis umgesetzt, weil sie nicht verinnerlicht wurden.

Das Bild vom Jakobsweg mit seinen schwerigen Etappen hat diese Worte jetzt belebt. Eine Methapher für den Weg im Alltag.

Meine Erkenntnis des Tages:
Der Camino ist überall. Vor allem direkt vor mir.

P.S: Ich finde die Idee mit der “Erkenntnis des Tages” superschön. Das möchte ich mir gerne beibehalten.


…. Mehr!

Die Wort-Falle ….mehr…!

Aus dem Buch “Ja, aber…” von Lelia Kühne de Haan stammt folgender Text (gekürzt):

“Ich will mehr Selbstvertrauen.”
“Ich möchte mehr auf meine Gefühle hören.”

Mit mehr tun wir kund, dass das, was wir haben, uns nicht reicht. Deshalb wünschen wir uns mehr davon. Mehr setzt voraus, dass bereits etwas von dem, was wir vermehren wollen, vorhanden ist. Doch nur, weil wir alle z.B. die Fähigkeit haben, uns selbst zu vertrauen, heißt das noch lange nicht, dass wir diese Fähigkeit je verwirklicht haben.

Mit mehr machen wir uns und anderen unbewußt glauben, die Fähigkeiten, die wir vermehren wollen, schon entwickelt zu haben. Und dass wir nun bereit und fähig sind, die Steigerung dieser Fähigkeiten zu erleben. Doch den meisten Fähigkeiten, von denen wir mehr wollen, fehlt jede Grundlage.

Mit mehr drücken wir aus, dass uns etwas fehlt. Mit mehr kreieren wir unbewußt eine nicht vorhandene Basis, reden uns ein, ein Fundament zu haben, auf das wir bauen können. Machen uns vor, schon ein guten Maß an Erfahrung z.B. mit innerer Ruhe oder Selbstvertrauen zu haben und verzweifeln an der Tatsache, dass wir diese Erfahrung nicht erweitern können.

Ob wir eine Fähigkeit haben oder nicht, hängt nicht davon ab, wie viel wir davon haben, sondern davon, wie oft wir sie verwirklichen. Und verwirklichen können wir sie nur, indem wir sie uns bewußt machen und erneuern – und nicht, indem wir daran denken.

Womit wir in Momenten der Mehr-Wünsche in Kontakt sind, ist nicht die Fähigkeit, auf die wir uns beziehen. Es ist unsere Unfähigkeit, die wir spüren und die damit verbundenen Gefühle: Frust, Unzufriedenheit und Unzulänglichkeit. Empfindungen, die durch Mehr-Wünsche nicht besser werden, sondern stärker.

Der erste Schritt: in die Gegenwart kommen und das Wort mehr aus meinen Wünschen streichen:
Ich möchte mehr Selbstvertrauen.
Ich möchte mehr innere Ruhe.
Das Bedürfnis wird konkret.
“Ich brauche mehr Ruhe” hat sich ohne das mehr in eine magische Formel verwandelt, die mich auffordert, meine Bedürfnisse ernst zu nehmen und mir das zu geben, was ich brauche.
Ja, aber...


Mein Flickr

By Erik Rasmussen
Mein Twitter

follow me: indivisuell

Kategorien
Archive