Artikel-Schlagworte: „Wesentliches“

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Das wird heute abend im Halbfinale Deutschland-Italien sicher nicht das Endergebnis sein, beim freundschaftlichen Kräftemessen im Rahmen der Kick-Off-Aktion hier in Pegnitz trennten sich das ökumenische Team der Kirchengemeinden und das Team der Stadtverwaltung in einem recht spannenden Spiel mit obigem Unentschieden. Schon im Schatten auf der Tribüne hatte es 30°C – was müssen die auf dem Spielfeld erst gelitten haben…
Die Stimmung war hervorragend. Alle anwesenden Fans jubelten dem kirchlichen Team zu, offensichtlich hat die Aktivierung der Fankurve der Stadtverwaltung nicht geklappt – und das, obwohl unser Bürgermeister mitkickte, der am Sonntag gerade eben seinen 60. Geburtstag gefeiert hatte…

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Auf dem Bild in den roten Trikots (von links): Zweiter Pfarrer, Kantor, Dekan.

Ich finde Pegnitz prima. Da sind die Leute so richtig engagiert. Und die Stimmung war mindestens so gut wie die beim Viertelfinale.
Für mich als Fußballplatz-Neuling war es tatsächlich etwas schwierig, ohne die Totale, die Ballkontakt-Statistik und die Wiederholungen auszukommen.

Richtiges echtes Leben hat eben nur einmal die Chance. Da gibt es keine Zeitlupe, keine Wiederholung. Vorbei ist vorbei, der Augenblick kommt nicht zurück.

- und so habe ich das Tor unseres Dekans leider nicht live gesehen.


Werte

Es häufen sich solche Verletzungen wie:

  • Die Modeverkäuferin sagt zu mir: “Ich hab dich am Sonntag in der Eisdiele gesehen. Hast du dich wohlgefühlt?” Ob ich mich da im Modegeschäft noch sehr wohlfühle? Nicht wirklich.
  • Der Typ im Kindergarten, der den Laptop für die Leiterinnenkonferenz aufbaut, antwortet auf meine scherzhafte Frage, ob ich denn auch (am reich gedeckten Frühstücksbuffet) teilnehmen könne: “Soweit ich weiß, braucht man für Kindergartenleitung immer noch eine Ausbildung.” Das hat gesessen. Er hat mich nicht nach meiner Qualifikation gefragt. Ich bin ja für ihn bloß eine dumme Mami.
  • Einem Freund habe ich zum Geburtstag gratuliert, sein Händedruck ist schmerzhaft fest gewesen und hat mir fast die Hand zerquetscht. Was er ganz lustig findet hat mir jetzt tagelang Probleme in der Beweglichkeit meiner Hand und Schmerzen beim Bewegen des kleinen Fingers bereitet. Auch hier habe ich gute Miene zum bösen Spiel gemacht und meine eigenen Bedürfnisse und Empfindungen hinten angestellt.

Positiv werte ich dabei, dass mir solche realen Verletzungen endlich bewußt werden, nicht bloß das dumpfe Gefühl bleibt, “hey, irgendwas passt da nicht, was war das nur?”
Leider fehlt mir noch massiv der Mumm, mich auch gegen solche Verletzungen zur Wehr zu setzen. Verbal. Und sage, was hier nicht in Ordnung ist und warum es mich verletzt.
Meine Freundin Alexandra greift da immer in ihre NLP-Kiste und sagt:

“Bleib bei Dir und sag, was Du fühlst. Du bist ok. Der andere ist in diesem Fall der Trampel.”

Meine Schlussfolgerung: Ich will endlich den Mund aufmachen können und mich selbst wichtiger nehmen als einen eventuellen Verlust einer Freundschaft/des Gesichts/der guten Stimmung und anderer fragwürdiger Werte, die ich noch über mich stelle.


Bilder im Kopf

Mama, wenn ich mir etwas vorstelle, dann kann ich das richtig sehen, also nicht richtig, aber ich weiß wie es ausschaut. Wenn ich die Augen rolle, dann kommt immer ein neues Bild. Ich habe einen Bildermacher im Kopf, der arbeitet vor allem nachts. Nur wenn ich tot bin, dann arbeitet der nicht mehr.

Soviel Weisheit in einem so kleinen Mädchen.


Nachdenklich II

Mein bester Freund öffnete die Kommodenschublade seiner Ehefrau und holte ein in Seidenpapier verpacktes Päckchen heraus. Es war nicht irgendein Päckchen, sondern ein Päckchen mit Unterwäsche darin. Er warf das Papier weg und betrachtete die Seide und die Spitze. “Dies kaufte ich, als wir zum ersten Mal in New York waren. Das ist jetzt 8 oder 9 Jahre her. Sie trug es nie. Sie wollte es für eine besondere Gelegenheit aufbewahren. Und jetzt, glaube ich, ist der richtige Moment gekommen!” Er näherte sich dem Bett und legte die Unterwäsche zu den anderen Sachen, die von dem Bestattungsinstitut mitgenommen wurden. Seine Frau war gestorben. Als er sich zu mir umdrehte, sagte er: “Bewahre nichts für einen besonderen Anlass auf! Jeder Tag den du lebst, ist ein besonderer Anlass. Ich denke immer noch an diese Worte … sie haben mein Leben verändert. Heute lese ich viel mehr als früher und putze weniger. Ich setze mich auf meine Terrasse und genieße die Landschaft ohne auf das Unkraut im Garten zu achten. Ich verbringe mehr Zeit mit meiner Familie und meinen Freunden und weniger Zeit bei der Arbeit. Ich habe begriffen, dass das Leben eine Sammlung von Erfahrungen ist, die es zu schätzen gilt. Von jetzt an bewahre ich nichts mehr auf. Ich benutze täglich meine Kristallgläser. Wenn mir danach ist, trage ich meine neue Jacke, um in den Supermarkt zu gehen. Auch meine Lieblingsdüfte trage ich dann auf, wenn ich Lust dazu habe. Sätze, wie z.B. “Eines Tages …” oder “An einem dieser Tage …” sind dabei, aus meinem Vokabular verbannt zu werden. Wenn es sich lohnt, will ich die Dinge hier und jetzt sehen, hören und machen. Ich bin mir nicht ganz sicher, was die Frau meines Freundes gemacht hätte, wenn sie gewusst hätte, dass sie morgen nicht mehr sein wird (ein Morgen, das wir oft zu leicht nehmen). Ich glaube, dass sie noch ihre Familie und enge Freunde angerufen hätte. Vielleicht hätte sie auch ein paar alte Freunde angerufen, um sich zu versöhnen oder sich für alte Streitigkeiten zu entschuldigen. Der Gedanke, dass sie vielleicht noch chinesisch essen gegangen wäre (ihre Lieblingsküche), gefällt mir sehr.
Es sind diese kleinen unerledigten Dinge, die mich sehr stören würden, wenn ich wüsste, dass meine Tage gezählt sind. Genervt wäre ich auch, gewisse Freunde nicht mehr gesehen zu haben, mit denen ich mich “an einem dieser Tage” in Verbindung hätte setzen wollen. Genervt, nicht die Briefe geschrieben zu haben, die ich “an einem dieser Tage” schreiben wollte. Genervt, meinen Nächsten nicht oft genug gesagt zu haben, wie sehr ich sie liebe. Jetzt verpasse, verschiebe und bewahre ich nichts mehr, was uns Freude und Lächeln in unser Leben bringen könnte. Ich sage mir, dass jeder Tag etwas Besonderes ist … jeder Tag, jede Stunde sowie jede Minute ist etwas Besonderes.


und unter Kurzgeschichten.de gibt es auch noch eine etwas längere und leicht andere Version dieser Geschichte, die wahrscheinlich jeder schon mal per eMail bekommen hat. Auch zum Nachdenken, aufbewahren und im Herzen zu bewegen…


zum Nachdenken…

Heute morgen (meine Schwester hat Geburtstag) habe ich von Alexandra dieses Mail bekommen:

Um die Ecke hab ich einen Freund, in dieser großen Stadt die kein Ende hat. Die Tage vergehen und die Wochen rasen, und bevor es mir bewusst wurde, ist schon ein Jahr vergangen. Ich sehe nie meine alten Freunde, weil das Leben ein schnelles und schreckliches Rennen ist. Er weiß dass ich ihn mag, wie an den Tagen als ich an seine Tür klopfte. Und er klopfte an meine Tür,wir waren noch jünger, und jetzt sind wir beschäftigte und erschöpfte Menschen. Erschöpft dieses verrückte Spiel zu spielen, Erschöpft zu versuchen Karriere zu machen. Morgen “sag ich”; ich werd Jim morgen anrufen. Nur um zu zeigen wie sehr ich an ihn denke. Aber morgen kommt und morgen geht, und die Distanz zwischen uns wächst Um die Ecke! – und trotzdem meilenweit weg von mir.
“Hier ist das Telegramm, mein Herr.” /Jim ist heute gestorben.
Und das ist was wir bekommen und verdienen; am Ende unserer Rechnungen. Um die Ecke, ein verschwundener Freund.Vergiss nie immer das zu sagen was du fühlst. Wenn du jemanden liebst, sag es. Hab keine Angst deine Gefühle auszudrücken. Sag jemanden was er dir bedeutet, weil wenn du denkst es ist jetzt der richtige Zeitpunkt,kann es schon zu spät sein. Nutze den Tag. Bereue niemals. Es ist das Wichtigste, sei deinen Freunden und deiner Familie immer nah, denn sie waren es die dazu beigetragen haben die Person aus dir zu machen die du heute bist.


Erst gestern ist dieser Gedankenfetzen durch meinen Kopf gewabert: Wie oft werde ich noch den Geburtstag meiner Mutter feiern können? Werde ich ihr dann gesagt haben, dass ich sie liebe? Wann ist ihre Zeit abgelaufen? oder meine? Oder heute: Meine Schwester hat Geburtstag. Wie oft wird sie ihn noch feiern können? Wie schnell ein Leben vorbei sein kann.
Bernd kam gestern von der Probe heim, der Saxophonist ist mit 47 Jahren gestorben. Vermutlich ein Insulinschock, erst vor kurzem wurde Diabetes diagnostiziert. Er ist nur ein paar Jahre älter als Bernd…
Solche Gedanken schiebe ich dann schnell weg – das große Tabuthema in unserer Gesellschaft. Es schmerzt ganz innen, tief drin, hinter dem Brustbein. Solche Gedanken zu denken tut weh. Und gerade deshalb be-rühren mich solche Texte sehr. Weil ich es viel zu oft versäume, Gefühle zu äußern. Weil im Vordergrund dann Karriere, Beruf, Projekte oder Geschäftigkeit stehen und das eigentlich Wichtige zudecken.Danke, Alexandra, für diesen Text, der mich wieder zum Nachdenken gebracht hat. Das kann gar nicht oft genug geschehen.


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