Artikel-Schlagworte: „Übung“

Lab #2 – Blinde-Kontur-Giraffen

Wie schon neulich erwähnt habe ich ein begeisterndes Buch gefunden, das mich wieder hinter den Zeichenstift und das Skizzenbuch gebracht hat.

Heute meine Erfahrungen mit Lab #2: Zeichne Blinde-Kontur-Giraffen

2010-07-Juli2

Beobachtung: es ist phänomenal, wie sehr detailliert und intensiv das Motiv wahrgenommen wird, wenn man beim Zeichnen nicht mehr auf das Papier schaut und es einem wurscht ist, ob die Giraffe tatsächlich einen geschlossenen Körper hat.

Natürlich sind Skizzen dabei, bei denen die Beine wo völlig anders dranhängen als anatomisch eigentlich vorgesehen… oder der Hals neben dem Körper sitzt. Darauf kommt es nicht an.

Das Wesentliche an der Übung ist, hinzuschauen und im Prinzip nicht mehr wegzuschauen.

Wenn ich dann nach dieser Übung erneut eine Giraffe zeichnen will – auf “herkömmliche Art” – sehe ich ganz andere Körperelemente:

  • den stark ausgeformten Schädel mit einem richtig wulstigen Hinterkopfknochen
  • die Haare an den Hörnern
  • den Schwung der Ohren
  • und die bewimperten wunderschönen Augen
  • die extrem schmale Nase
  • und das dicke Kniegelenk
  • oder die Barthaare am weichen Kinn.

2010-07-Juli3

Das sind Dinge, die einem verborgen bleiben, wenn man nur mal eben schnell eine Giraffe zeichnen will und krampfhaft mit dem Auge zwischen Papier und Motiv hin- und her wechselt.

lab #2 - 1

Natürlich sieht man die Details auch dann, wenn man Stunden damit zubringt und ein Motiv in allen Dimensionen auslotet – etwa bei einer sehr ausführlichen und aufwendigen Studie… wehe, die gelingt dann nicht! Dann ist der Frust immer groß! Außerdem habe ich meistens weder Zeit, noch Lust auf so eine ausführliche Zeichnung.

Interessant an dieser zweiten Übung aus “Drawing Labs” ist, dass man lernt, die Details in allen Dimensionen bereits in den knappen zehn Minuten zu sehen, die es dauert, die Zeichnungen anzufertigen. Natürlich ist das Ergebnis alles andere als eine im klassischen Sinne *hübsche* Giraffe.

Interessanterweise ist das Ergebnis aber auf jeden Fall eine *wiedererkennbare* Giraffe.

2010-07-Juli2-1

Und *das* finde ich extrem erstaunlich.

2010-07-Juli1-1

Am aller-erstaunlichsten finde ich jedoch, dass mir selbst meine ungelenken Skizzen gefallen, dass die Bilder fernab jeder Perfektion einfach nur lustig sind und Spaß gemacht haben.
Ein völlig neues Gefühl für jemanden wie mich, die jahrelang verkrampft und blockiert am Stift gesessen hat, frei nach dem Motto:

Alle sagen, dass du gut zeichnen kannst, also stell dich bitte nicht so an.

Spaß war das nicht.

Wer Lust hat, sich mal zehn Minuten mit Stift und Papier zu bewaffnen, der kann sich gerne an meinen Vorlagebildern in der Flickr-Galerie “Giraffen” bedienen :-)


Unzufrieden … und zufrieden?

Mein Beschluß, mich wieder vermehrt mit meinen kreativen Gaben zu beschäftigen, wird auf eine harte Probe gestellt. Es ist schon schwer genug, sich überhaupt Zeit zum Malen, Gestalten und Collagieren quasi aus den Rippen zu schneiden… wenn der seltene Fall dann eintritt, dann bin ich mit dem Ergebnis nicht immer hundertprozentig zufrieden.

Möglicherweise habe ich in letzter Zeit zu viele Anregungen von beinahe “perfekten” Künstlern angeschaut und darüber vergessen, dass es ein langer Weg des Übens und Probierens ist, bis man auch nur annähernd “seinen Stil” gefunden hat.

Jedenfalls klaffen die Bilder im Kopf und die Bilder auf dem Papier weit auseinander.
Ich habe hier mal eine digitale Collage von verschiedenen Arbeitsschritten gemacht. Ich werte es im Moment als Test für verschiedene Acryl-Techniken. Leider fühle ich mich sehr unzufrieden, weil eben meine Vorstellung eine andere war…

2009-09-15-Collage Acryltechniken

Beim Ausprobieren mit meinen Farben ergaben sich aber andererseits auch einige wunderschöne Farbschattierungen, mit denen ich sehr zufrieden bin… vielleicht gehört vor allem dieses Wechselbad der Gefühle zum “kreativ” sein?

Farb-Schattierungen


Wishcraft – Detektivspiel

und weil es mich so begeistert, gleich noch eine aktuelle Übung:
Übung “Wishcraft“:

Das Detektivspiel

Spielen Sie Detektiv. Schnüffeln Sie in Ihrer Wohnung oder Ihrem Haus herum, als wären Sie ein Privatdetektiv, der anhand der Einrichtung herausfinden muss, wer hier wohnt. Sie folgen den Spuren und untersuchen die Fingerabdrücke eines Ihnen unbekannten einzigartigen Individuums, das zufälligerweise Sie selber sind.

Schauen Sie in die Kleiderschränke, in die Küchenschränke, die Bücher- und Plattenregale. Werfen Sie einen Blick auf die Möbel, die Teppiche, die Vorhänge, die Bilder an der Wand, die Nahrungsmittel im Kühlschrank, die Farben, die Ordnung oder die Unordnung, das Arrangement in den Räumen. Würden Sie zum Beispiel sagen dass die Person, die hier lebt, ordentlich oder unordentlich ist? Geht sie gerne unter Leute oder ist sie lieber alleine? Gefühlsbetont oder intellektuell? Werden rauhe und natürliche Materialien bevorzugt, oder polierte Möbel, die Klasse haben? Gibt es ein zentrales Merkmal, einen offensichtlichen Lieblingsplatz: die Küche, der Schreibtisch, der Kamin, eine Stereoanlage? Was sagen die Kleider im Schrank über die Person aus, die sie gekauft hat? Und so weiter…

Wenn Sie alle Hinweise gesammelt haben, schreiben Sie einen Detektivbericht… und lesen Sie anschließend das Porträt Ihrer selbst, das Sie erstellt haben.

Das Detektivspiel mag Ihrem Selbstbild einen erfreulichen Schock versetzen. Auf jeden Fall wird es Ihr Bild von sich erweitern. Ihr Geschmack, und das was Sie auswählen, deutet auf Aspekte hin, die Ihnen selber nicht bewusst sein mögen oder die Sie nicht ernst nehmen. Sie werden erstaunt sein, wie man diese Entdeckungen bei der Suche nach einem befriedigendem Ziel, einer Aktivität oder einem Beruf für Sie benutzen kann.



Morgenseiten

Morgenseiten schreiben.
Ich hab mich hingesetzt und ganz gewöhnliches A5-Karo-College-Papier vor mich hingelegt und wie wild drauflosgeschrieben. Morgenseiten. Andere nennen es “Kläranlage des Geistes” (Birkenbihl) – der Effekt ist der gleiche:

Den seelischen Müll aus dem Kopf auf das Papier zu kippen und mit der Zeit erstaunliche Goldnuggets aus den Tiefen des Unterbewusstseins fischen, daher sollte das Ritual möglichst jeden Morgen stattfinden.

Etwa 15 Minuten brauche ich für die drei Seiten, die Julia Cameron empfiehlt. Und ich bin schon ganz heiss darauf, folgendes Buch wieder aus meinen Umzugskartons zu fischen:
Der Weg des Künstlers” von Julia Cameron.


Mein Flickr

By Erik Rasmussen
Mein Twitter

follow me: indivisuell

Kategorien
Archive