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Routinen
In meinem Artikel zum Thema “Ferien” habe ich über die Bedeutung von festen Regeln und einer festen Struktur nachsinniert. Diese werden nach dem Verständnis der Fünf Elemente der Wandlungsphase Metall zugeordnet..Wer kennt nicht diese Tage, an denen “alles aus den Fugen gerät”?
Die Sprache ist verräterisch: “aus den Fugen” meint, dass sonst fest zusammen Gefügtes nicht mehr zusammenhält. Die Fugen klaffen auseinander und die Struktur zerfällt.
- Wie kann ich dieses so notwendige “Metall”-Element nun auch wieder in den Tagesablauf hineinbringen?
Die schlichte Antwort lautet: Routinen.
Flylady hat es vorgemacht und ich habe an jedem einzelnen Tag, an dem ich meine “Morgenroutine” durchgezogen habe und mir nichts in die Quere gekommen ist, gemerkt, um wieviel besser der Tag läuft. Es ist einfach von Anfang an Struktur und ein fester Rahmen in allen Dingen.
Interessant finde ich auch aus Feng-Shui-Sicht den Zusammenhang mit den sogenannten “Perioden”.
Die schlauen Chinesen haben ihre Zeitrechnug in Zyklen und Perioden und und Ären strukturiert. Im Jahr 2004 fand nun der Wechsel von der Periode 7 in die Periode 8 statt. Der 7 ist das Metall-Element zugeordnet und die 8 ist Erde.
Was also in den 20 Jahren (so lange dauert eine Periode) vor 2004 schon einmal einfach von Natur aus da war, nämlich das Metall der Periode 7, muss in diesen Jahren erst einmal wieder neu beachtet werden.
Vielleicht legen Sie auch einmal Ihren Fokus auf das Metall-Element in Ihrem Leben: Schauen Sie doch mal, wie Ihr Tag, Ihre Woche, Ihr Jahr, Ihr Leben strukturiert (Metall) ist. Dann bekommen Sie vielleicht wieder mehr Luft zum Atmen (die Lunge wird ebenfalls dem Metall zugeordnet).
Endlich Ferien!
Heute hat es auch mich (nicht ganz unerwartet) erwischt und ich weiß noch nicht so recht, ob ich lachen oder mich gruseln soll: der Kindergarten hat seine Tore für die nächsten 3 Wochen geschlossen…
In unserer Tageszeitung war passenderweise auch ein geeigneter Cartoon zum Thema:

Ich kenne einige Mütter, für die die Ferienzeit eine Zeit ohne Kinderbetreuung ist – und damit eine einzige Katastrophe darstellt – und ich kenne einige wenige Leute, die sich zusammen mit ihren Kindern auf die gemeinsame freie Zeit freuen.
Warum können “Ferien” für die überlasteten Eltern eine Katastrophe werden?
Ich komme immer wieder auf die gleiche Sache zurück. Wenn die eigene klare Vorstellung fehlt, was ich denn in dieser Zeit mit den Kindern anfangen soll, dann werde ich von außen diktiert bekommen, wie die Ferienzeit abläuft.
Also lohnt es sich, eigene Wünsche und Bedürfnisse zu entdecken und klarzustellen. Das braucht natürlich auch Übung. Schließlich ist auch hier kein Meister vom Himmel gefallen.
Meine beiden Kids haben heute vormittag auch versucht, die Wohnung auf den Kopf zu stellen. Ist ihnen auch ein bisschen gelungen *schmunzel*. Sie haben ganz knallhart getestet, wie weit sie in der “ungewohnten Freiheit” zu Hause gehen können.
Ich habe jedoch in einigen unverrückbaren Regeln ganz streng auf die Einhaltung bestanden und je fester der Rahmen und je klarer die Struktur, desto klarer und enger auch der Handlungsspielraum, in dem sich das Chaos dann eben nur abspielen kann.
Ein weiterer Punkt ist die eigene Sichtweise, bzw. die Erwartung. Meine Einstellung bestimmt, wie ich die durchaus schwierige Situation handhabe:
Ich kann mich entweder vor der langen Zeit fürchten, in der ich nicht so einfach die Dinge so erledigen kann, wie sonst;
oder ich kann es als eine Herausforderung betrachten, die kreative Lösungen erfordert und auch eine konsequente Abgrenzung. Alles eine Frage des Blickwinkels.
Ferien können eine Krise sein, aber jede Krise beinhaltet eine Chance, hier die Chance einer gemeinsam verbrachten schönen Zeit – eine neue Familien-Gemeinschaft.
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Das bringt mich zum Schluss noch zu meinem Lieblings-Duden: “Das Herkunftswörterbuch”.
“Ferien” ist ein lateinisches Fremdwort, das ursprünglich geschäftsfreie Tage und Ruhetage im Bereich der Rechtsprechung bezeichnete: An diesen “Urlaubstagen” wurden keine Gerichtssitzungen abgehalten.
In der Sprachwurzel stammt Ferien von lat. feriae. Hieraus hat sich auch unser Wort “Feier” entwickelt. Bei den Römern waren die “feriae” die für religiöse Kulthandlungen vorgesehenen Festtage. Feiertage, festlich, feierlich.
Feierabend gehört ebenfalls in diese Wortfamilie. Die Ursprungsbedeutung “Vorabend vor dem Fest” wurde später umgedeutet in “Ruhezeit nach dem Arbeitstag” und genau diese Ruhezeit nach der Lernarbeit in Schule und Kindergarten ist das, was die Kinder auch brauchen. Die Ferien bringen auch ein großes Stück Struktur in den Jahreslauf - wer von uns “Erwachsenen” erinnert sich nicht daran, die Tage bis zu den nächsten Ferien gezählt zu haben?
Jetzt, wo ich auf der anderen Seite stehe (und nicht mehr die Tage zähle) und nur erkenne, wie sehr die Kinder die Ruhepause im Jahr brauchen, kann ich nur dastehen und zusehen, dass der Rahmen des Zusammenlebens, die Regeln und die Struktur weiterhin erhalten bleiben. Das ist mein Plan für die Ferien.
Und ich werde die gemeinsame Zeit genießen.
Ihnen allen auch “schöne Ferien”!
P.S: Aus der Sicht der Fünf Elemente werden die “Struktur” und die “Regeln” der Wandlungsphase “Metall” zugeordnet und Metall kann aufs Beste die überschiessende “Holz“-Energie der Kinder kontrollieren. Feng Shui in den Ferien
Hände weg von Basilicos!

Es gibt wieder einen meiner Lieblingsartikel. Diesmal werden Basilicos-Kapseln beworben. Das scheint ja ein echtes Universal-Heilmittel zu sein – es ist schon erstaunlich, wie die vielen Informationen alle in diesem knapp bemessenen Raum für Anzeigen-Werbung Platz gefunden haben…
Basilicos, das “Kraut der griechischen Götter” wird jetzt in konzentrierter Kapselform an den mündigen und des Lesens mächtigen Verbraucher gebracht.
Das Versprechen lautet: Entschlacken, entgiften, aktivieren, entwässern, Fett abbauen, Stoffwechsel anregen und so weiter…
Ich könnte schon wieder vor Wut platzen, weil ich finde, dass solche Artikel in der immer gleichen Art und Weise die Leser und Konsumenten für dumm verkaufen.
Nehmen wir diesen Artikel mal auseinander:
“Millionen fühlen sich jetzt müde, ausgelaugt und genervt.” – Prima Einstieg, da trifft man sicher immer die Richtigen, denn wer lebt denn heutzutage schon in strahlender Gesundheit und voller Energie? (So wie es eigentlich sein sollte!) Somit ist die Zielgruppe klar: Die westliche Zivilisation.
“Dr. Isabella Mahn, Biologin und Expertin für Naturheilverfahren…” – Fein, da hätten wir unseren Experten. Leicht lässt es sich an einen Titel glauben oder man hört auf den fachlichen Rat eines “Experten”. Das schützt immerhin davor, selber denken zu müssen oder gar selbst die Verantwortung übernehmen zu müssen.
Gehen Sie zu einem Arzt oder Heilpraktiker, der SIE persönlich und IHRE Krankengeschichte kennt. Echter Rat bezieht sich immer auf Sie als Person und auf Ihre persönliche Situation!
“Unsre Körper sind am Tiefpunkt, stecken voller Schlacken und durch den Bewegungsmangel voller nicht abgebauter Genussgifte.” Prima. Und zwei Kapseln Basilicos sollens jetzt richten, oder was?
Ich denke schon auch, dass Schlacken und Übersäuerung ein Grund für Gesundheitsprobleme sind. Aber das wird sich – denke ich – mit zwei Kapseln hier und da nicht so einfach beheben lassen.
Und dass die Genussgifte hauptsächlich wegen dem Bewegungsmagel im Körper verbleiben, das ist finde ich schon eine gewagte Verknüpfung…
Für mich sieht das eher so aus, als sollten wieder mal drei Schlagworte in einem Satz verbaut werden, damit auch sicher jeder Leser seinen Schwachpunkt wiedererkennt und mit Hilfe der Problembeschreibung “Genussgifte”, “Schlacken”, “Bewegungsmangel” soll eben eine Saite zum Kingen gebracht werden.
- “Schlechtes Gewissen aktivieren” nennt man das.
“Darm, Organe, Gefäße und Zellen brauchen dringend eine Reinigung.” Richtig. Der Artikel nennt hier praktischerweise gleich mal die wesentlichen Bausteine unseres Körpers. Schlagworte, die immer gerne gehört werden, denn es gibt immer einen Patienten, der gerade ein Darmproblem oder ein Gefäßproblem oder ein Organproblem hat.
Die Reinigung des Körpers ist eine sehr gute Idee. Im Darm sitzt die Gesundheit. Wenn sich dort der “Mist” stapelt, kann es dem Körper nicht gut gehen. Für den Darm gibt es beispielsweise die F.X.Mayr Kur oder eine Hydro-Colon-Therapie. Das wäre mal ein guter Ansatz und nicht:
“Am besten natürlich mit Basilicos, das schon die Ärzte der Antike nutzten.”
Jetzt folgt eine haarsträubende Geschichte aus dem alten Griechenland:
“Die reichen Griechen hatten einen sehr wohlhabenden Alltag mit 4 bis 5 festen Mahlzeiten, dennoch waren sie meist schlank und gesund und lebten lange, weil sie dank dem Basilicos-Kraut mit seinen einzigartigen Bitterstoffen stets über einen aktiven und gesunden Stoffwechsel verfügten.”
Hallo? Gehts noch? Die Griechen waren reich. Sie hatten Sklaven, die die anstrengende Drecksarbeit machten und sie waren die Erfinder der Gymnastik – Körperübungen (!) von altgriechisch gymnázein – üben, turnen.
Die Griechen hatten nämlich ein hohes Ideal: eine edle Seele in einem schönen Körper zu vereinen – und von daher legten sie sehr wohl gesteigerten Wert auf Bewegung und Körperübungen. Das kann sicher ein Grund für ein gesundes Leben der alten Griechen sein.
Bei Bewegung ist der Stoffwechsel üblicherweise angeregt und Völlerei hat sicher auch bei den Griechen zu Fettleibigkeit und Diabetes geführt. Mit “Basilicos” hat das alles meineserachtens nicht viel zu tun.
“Ich bringe mit bei meinen Patienten durch die Entgiftung und Entschlackung mit Basilicos Herz und Hirn, Seele und Sexualität sowie jedes Organ wieder in Schwung.”
Man beachte die sprachlich gewandte Anwendung der Alliteration: Herz und Hirn, Seele und Sexualität. Ein Werkzeug aus der Textschmiede, das auf jeden Fall Wirkung erzielt.
Entgiftung ist sinnvoll, gerade auch, wenn man in seinem Leben mit Amalgam-Plomben konfrontiert wurde. Warum nur machen andere Heilpraktiker dann zur Entgiftung und Entschlackung aufwendige Kuren mit homöopathischen Komplexmitteln, die sich in einem durchdachten Rhythmus abwechseln? Sind die alle doof?
Wollen Sie wieder echten Schwung in Ihr Leben bekommen? Machen Sie einen Volkshochschul -Kurs, lernen Sie eine Sprache, gehen Sie zum Tanzen oder zum Nordic Walking. Das ist meiner Meinung nach viel sinnvoller, als irgendwelche Kapseln zu schlucken. Machen Sie etwas. Das setzt Aktivität voraus. Oder glauben Sie etwa, als Couch-Potatoe werden Ihnen irgendwelche Kapseln beim Schwingen helfen? Wollen Sie wieder Schwung und Energie in ihre Organe bekommen? Dann probieren Sie mal eine Shiatsu-Massage aus oder lernen Sie Tai Chi.
“…und durch die aktivierte Verdauung und Entschlackung wird man auf natürliche, nebenwirkungsfreie Art ohne Diät oder Hungerkur schlanker – oft um eine ganze Kleidergröße.” – Also so einfach funktioniert es eben nicht. Hungerkur ist Quatsch, das ist mittlerweile bekannt. Diät in der landläufigen Variante mit Verzicht und Kalorien zählen ist ebenfalls nicht empfehlenswert.
Jedoch – weiter zu (fr)essen wie bisher und zu glauben, dass ein paar Kapseln den Schaden geradebiegen, das – finde ich – ist schiere Unvernunft.
Diät im eigentlichen Wortsinn meint “Lebensweise” (kommt witzigerweise schon wieder von den Griechen: diaita) Abnehmen kann nur funktionieren, wenn man sich vernünftig ernährt und das ist eine lebenslange Herausforderung und bedarf einer anderen Einstellung zum Essen. Aber das ist ein weites Feld und ein anderes Kapitel.
Nun zu den 60 verschiedenen Basilikumarten – es gibt tatsächlich so viele, wie ein Blick in den Artikel Basilikum (Gattung) bei der Wikipedia verrät. Zumindest wird an dieser Stelle im Artikel der Bezug zum Lippenblütler Basilikum hergestellt, um diesen handelt es sich offensichtlich bei “Basilikos”.
Dem Basilikum werden einige medizinische Wirkungen nachgesagt, unter anderem bei Erkrankungen der Harnorgane, bei Darmentzündungen, Magenkrämpfen, Erbrechen, Blähungen, Verstopfung und Migräne. Insofern ist es sicher wirksam und hilfreich… doch die Dosis macht das Gift!
Jetzt kommt zum Ende des Artikels noch mein Lieblingszitat:
“Jedoch: um sinnvolle und spürbare Ergebnisse zu erreichen, reicht das normale Gewürz nicht aus. Man braucht konzentrierte Dosierungen. Daher ist es ratsam, Basilicos in Kapseln einzusetzen. In den Apotheken gibt es unter dem Stichwort Basilicos diverse rezeptfreie Produkte, die allesamt zu empfehlen sind.”
Ich liege immer noch unter dem Tisch vor Lachen – die Griechen waren also deshalb so gesund, weil sie nicht nur das Gewürz Basilikum, sondern eben diese wertvollen Basilicos-Kapseln geschluckt haben? Hallo? Hat da gerade jemand sein eigenes Argument kaputt gemacht?
Mein weiteres Recherchieren zum Thema Basilikum lässt mir jedoch das Lachen vergehen: In der Wikipedia steht im Artikel Basilikum unter dem Stichwort “Gesundheitliche Aspekte”:
- “Basilikum enthält den krebserzeugenden und erbgutschädigenden Stoff Estragol. Da eine konkrete Gesundheitsgefährdung beim Menschen bisher aber noch nicht nachgewiesen wurde, lassen sich zum Risiko, welches durch einen regulären Verzehr entsteht, bislang keine spezifischen Angaben machen. Nach derzeitigen wissenschaftlichen Erkenntnissen ist es jedoch äußerst unwahrscheinlich, dass die Konzentration des natürlichen Giftes Estragol im Basilikum dem Menschen etwas anhaben kann, so lange es mit der Nahrung in durchschnittlichen Mengen verzehrt wird.”
Na prima. Wir haben jetzt zwei Möglichkeiten:
- Also entweder enthalten die Kapseln hochkonzentriertes Basilikum, dann würde ich die lieber nicht einnehmen, denn da wäre mir die Gefahr von Nebenwirkungen durch Estragol zu hoch…
- oder sie enthalten Basilikum in einer harmlosen Menge, dann würde ich sie aber auch nicht einnehmen, denn das normal dosierte Basilikum hat der Gemüsehändler sicher billiger.
Erkenntnis des Tages: Schmeissen Sie Ihre Fernsehzeitschrift weg. Oder ignorieren Sie wenigstens solche Artikel.
Erkenntnis des Tages
Mit diesen Worten endet jedes Kapitel auf dem Hörbuch “Ich bin dann mal weg” von Hape Kerkeling. Jeden Tag gibt es so ein kurz gefasstes Resumée seiner Erlebnisse und Erfahrungen.

Hape Kerkeling hat jede Menge von “Erkenntnissen des Tages”. Es sind ja auch einige Tagesetappen nötig, um nach Santiago de Compostela zu gelangen. Seine lustige und gleichzeitig auch beeindruckende Reisebeschreibung des Jakobsweges macht mir Lust, diesen camino auch einmal zu gehen. Zumindest habe ich jetzt endlich mal im Internet nachgeforscht und kenne jetzt endlich die Lage des Weges in Nordspanien. Ich hatte immer gedacht, der Jakobsweg liegt viel weiter südlich.
Ein phantastisches Weihnachtsgeschenk habe ich da bekommen. Es hat mich so gefesselt, dass ich die sechs CDs in nur zwei Tagen aufgesogen habe… Ein Hörbuch zum “immer wieder hören”.
Mein persönliches “Jakobsweg-Erlebnis” hatte ich irgendwo auf der CD 5. Ich war gerade dabei, im Wohnzimmer eine Runde Überflüssiges zu “decluttern” (flylady), als mich wieder mal die totale Unlust überkommen hat. Ich wandere also ziellos durch die Wohnung, auf der Suche nach irgendeiner interessanteren Tätigkeit.
Da stoppe ich plötzlich und denke:
Hape Kerkeling war auf dem Camino auch gezwungen, genau den Weg zu gehen, der jetzt in diesem Moment vor ihm lag. Er konnte auch nicht die übernächste Etappe gehen oder die vorletzte wiederholen, nur weil sie so schön war oder ihm der aktuelle Weg des Tages gerade nicht gefiel.
Genauso kann ich jetzt in diesem Moment genau die Tätigkeit fertigmachen, die ich angefangen habe, ohne mich ablenken zu lassen. Das ist mein ganz privater “Camino”. An dieser Stelle bin ich an die ungeliebte Tätigkeit zurückgekehrt und habe sie beendet.
Ich muss nicht nach Spanien fahren (obwohl ich den Jakobsweg auf meine Vielleicht/irgendwann-Liste gesetzt habe). Der Alltag bietet jede Menge Möglichkeiten, meine ganz persönlichen Herausforderungen zu meistern.
So bekommt ein Ausspruch von Alexandra zum Thema Durchhalten plötzlich auch für mich Sinn:
- “Sitzenbleiben“.
Nicht aufspringen, wegrennen, etwas anderes anfangen. Dranbleiben. Weitermachen. Disziplin. Durchhaltevermögen.
Das sind alles so kühle Worte ohne Leben. Wohl bekannt, oft gehört und nie so richtig in die Praxis umgesetzt, weil sie nicht verinnerlicht wurden.
Das Bild vom Jakobsweg mit seinen schwerigen Etappen hat diese Worte jetzt belebt. Eine Methapher für den Weg im Alltag.
Meine Erkenntnis des Tages:
Der Camino ist überall. Vor allem direkt vor mir.
P.S: Ich finde die Idee mit der “Erkenntnis des Tages” superschön. Das möchte ich mir gerne beibehalten.
Get Things Done!
Eine Kollegin meines Mannes hat von ihrem Amerika-Aufenthalt erzählt. Insbesondere der kleine Nebensatz hat es mir angetan, in dem sie sagte, ihre dortige Freundin hatte einen kleinen Post-It am Bildschirm – mit der Aufschrift “Get Things Done!”.
Der allerorten zu beobachtende Trend “Getting Things Done” nach David Allen beschreibt die Möglichkeiten, sich selbst und seine Projekte besser zu organisieren.
Auch die Englische Sprache kann verräterisch sein:
Getting ist die Verlaufsform von get und wird gebildet durch das Anhängen von -ing an das Verb.
Man erinnere sich noch dunkel an den Schulunterricht, dort wird ziemlich viel zur Verlaufsform des Präsens gearbeitet, auch bekannt als “Present Continuous“.
Diese sprachliche Form gibt es im Deutschen nicht.
- Das Englische betont mit dieser grammatikalischen Konstruktion den Ablauf einer Handlung in der Gegenwart. Mit dem Present Continuous werden im Englischen Handlungen ausgedrückt, die im Moment des Sprechens passieren bzw. nur für einen kurzen Zeitraum andauern. Auch für sich ändernde Situationen und bereits vereinbarte Handlungen für die Zukunft wird das Present Continuos genutzt.
- Somit beschreibt “Getting Things Done” einen kurz andauernden Prozess in der Gegenwart, der mir/uns/Ihnen hilft, die Dinge (besser) geregelt zu kriegen.
Dieser Prozess ist nötig und sehr hilfreich, will man nicht in Stapeln von Unerledigtem ersticken. Es ist auch sehr schön, eine bessere Selbstorganisation einzuführen – nur: es besteht die Gefahr, sich in den Verläufen dieses Prozesses zu verheddern.
Auch ich bin doch tatsächlich wieder mal in diese Pefektionismus-Falle getappt: Vor lauter Gedanken darüber, wie ich denn dieses System mit den Listen noch besser organisieren könnte, habe ich völlig übersehen, dass es zu “Getting Things Done” auch noch die oben erwähnte ganz schlichte sprachliche Form gibt – und die lautet:
“Get Things Done!” (ohne -ing!)
- zu deutsch: “Krieg die Dinge geregelt” oder auch einfach “Tu die Dinge jetzt!”
Das beschreibt dann keinen Prozess sondern eine akute aktuelle Handlung im absoluten Hier und Jetzt.
- Ich habe daraus gelernt, dass es keinen Sinn macht, sich zu sehr in der Organisation des Organisierens verlieren.
- Hin und wieder muss ich auch einfach mal die Dinge wirklich erledigen, die gerade anstehen.
Hier ist das Konzept in Buchform beschrieben:
und bei der Wissensagentur gibt es eine Beschreibung der Umsetzung in die Praxis:
“Bleiben Sie gesund.”
So hat mich meine Heilpraktikerin heute verabschiedet. Ich hab gesagt: “Jaja, erst mal gesund werden” und sie sagte: “Nein. Bleiben Sie gesund.”
Und sie hat recht. In dem Moment, in dem ich denke, ich muss erst gesund werden, habe ich bereits akzeptiert, dass ich krank bin. Damit habe ich das Gesund-Sein auf später verschoben.
Wenn ich denke und sage “Ich bin gesund”, dann bin ich grundsätzlich auch gesund. Alle Maßnahmen, die ich jetzt unternehme, um z.B. den Schnupfen besser zu lösen oder das Kratzen im Hals etwas zu mildern, dienen lediglich dazu, mein Immunsystem zu stärken und meine Selbstheilungskräfte zu unterstützen.
- Es ist der entscheidende Unterschied in meiner Sprache und meinem Denken.
Der Talmud kennt dazu auch folgende Weisheit:
Achte auf Deine Gedanken,
denn sie werden Deine Worte.Achte auf Deine Worte,
denn sie werden Handlungen.Achte auf Deine Handlungen,
denn sie werden Gewohnheiten.Achte auf Deine Gewohnheiten,
denn sie werden Dein Charakter.Achte auf Deinen Charakter,
denn er wird Dein Schicksal!
In allen Religionen der Welt sind die grundsätzlichen Lebensweisheiten bereits bekannt.

