Artikel-Schlagworte: „Reise“
Pause
Zur Zeit ist bei mir alles sehr hektisch. Viele Dinge geraten in Bewegung und darüber hinaus stecke ich mitten in den Urlaubsvorbereitungen. Auch habe ich in den letzten Wochen meine Prioritäten etwas zugunsten guter Bücher verschoben.
Daher ist es hier im Moment sehr ruhig. Es kann sein, dass dies auch noch eine Weile so bleibt, ich will mich im Moment nicht auf ein Datum festlegen, an dem meine Schaffenspause endet.
Für die Zwischenzeit zwei gute Bücher zum Lesen. Reiseführer auf der Reise nach innen.
Gay Hendricks: Bewußter leben und lieben
Eva-Maria Zurhorst: Liebe dich selbst – und freu Dich auf die nächste Krise
Nachtrag… ein drittes gutes Buch für die Reise nach Innen:
Maja Storch: Mein Ich-Gewicht
Sachspenden und Zeitspenden
Heute treten mein alter Drucker und mein nicht mehr benötigter Scanner eine Reise an, die Gottseidank nicht ihre letzte Reise ist.
Ein dreiviertel Jahr sind sie unbenutzt in einer Ecke gestanden. Ihr einziger Fehler bestand darin, dass sie durch ein anderes Gerät ersetzt wurden – was für eine Verschwendung! Und es hat mich geschmerzt, dass die einzige Möglichkeit der “Ent-Sorgung” der Weg zum Sperrmüll sein sollte…
Glücklicherweise hat sich in diesem Fall die Aufschieberitis gelohnt, denn über irgendwelche Kanäle bin ich auf das Spendenportal gestoßen.
Dort kann man nicht nur klingende Münzen loswerden, sondern eben auch Sachspenden und es gibt eine Menge gemeinnütziger Organisationen, die gerade auch nach gebrauchten Druckern oder Scannern (und vielem mehr) suchen.
Der Link “Spendenbörse” oben im Menü führt weiter zu einer Seite, wo man Sachspenden (und Zeitspenden) loswerden kann. Über die Suchfunktion kann man auch ganz gezielt nach den gewünschten Gegenständen suchen, z.B. Drucker, PC, Büroausstattung, Möbel, Geschirr, Baumaterial – es wird wirklich eine Menge gebraucht.
- Ich finde diese Idee sehr schön und möchte auf diesem Weg dazu beitragen, dass das Portal etwas bekannter wird.
Wohin meine beiden Freunde reisen? Ich habe mich für das Gesuch des Bundesverbandes Verwaister Eltern in Deutschland e.V., VEID entschieden. Dort werden trauernde Eltern, die ein Kind verloren haben, auf ihrem schweren Weg unterstützt und begleitet. Weitere Informationen, wie Sie ganz gezielt dieser Organisation helfen können, finden Sie hier: Die Arbeit der Verwaisten Eltern unterstützen.
Noch eine Anregung zu den Zeitspenden: Stöbern Sie mal – sie werden staunen, was alles gebraucht wird:
Sind Sie Grafiker? Oder können Sie Bürofenster einbauen? Können Sie einen Computer bedienen und Briefe schreiben? Haben Sie Ahnung von Marketing, Öffentlichkeitsarbeit oder von Steuerrecht? Beherrschen Sie Fremdsprachen und können Sie übersetzen? … es gibt viel zu tun.
Bella Roma
Es war jetzt ein paar Wochen etwas ruhiger hier… Jetzt bin ich wieder da und kann über die Dinge berichten, die mich derzeit beschäftigen.
In den Herbstferien habe ich mir einen lang gehegten Traum erfüllt und die Ewige Stadt besucht: Rom. Ich möchte hier vor allem ein paar Impressionen wiedergeben:
Der erste Sonnenaufgang nach der Zeitumstellung zur Winterzeit. Irgendwie liebe ich Fensterplätze im Flieger, auch wenn ich so rein gefühlmäßig schon auch ein Stück Flugangst habe.
Einen ersten Eindruck von der Stadt haben wir bei einer Stadtrundfahrt mit dem Bus gewonnen. Man stelle sich vor: Fast November und dort gibt es Cabrio-Busse! Natürlich sieht man bei so einer Rundfahrt gleich eine Menge der klassischen berühmten Gebäude…
Es waren eine Menge Besucher in der Gegend des Vatikan… später haben wir auch erfahren, dass just an unserem Ankunftstag 300 Märtyrer selig gesprochen wurden.
Am Nachmittag ein Spaziergang durch die engen romantischen Gassen von Rom. Ha! Das ist südliches Flair pur. Rom ist eine quirlige Stadt. Und natürlich haben wir auch den Trevi-Brunnen besucht…
Eine typische Szene in der Stadt: Die Souvenirverkäufer und die Bushaltestellen:
So eine Städtereise besteht natürlich nicht nur aus Höhepunkten… drückende Schuhe, breitgelaufene Füße und Regenwetter waren schon auch dabei. Interessant wurde es für mich am dritten Tag, denn da wurde das Wetter schlecht und mit dem Wetter auch meine Stimmung.
Was ist der Sinn einer Städtereise? – Das Ambiente, die Lebensart der Römer, die Stimmung der Stadt zu spüren?
Die berühmte Spanische Treppe ist an einem verregneten Novembertag auch in Rom menschenleer (vor allem vormittags um zehn Uhr, *grins*) und an solchen absurden Situationen merke ich, dass der tiefe Sinn darin, sich eine Traumreise zu erfüllen nicht darin besteht, eine Liste von Sehenswürdigkeiten abzuhaken…
Auch wenn das jetzt ein bisschen streng klingt – ich habe den Besuch in der Ewigen Stadt genossen und vielleicht komme ich zurück (obwohl ich kein Geld in den Trevi-Brunnen geworfen habe).
Zu den unumstrittenen Höhepnkten zähle ich jedenfalls den Besuch auf der Kuppel des Petersdomes. Das ist ein gigantisches Erlebnis und Rom breitet sich in den schönsten Erdfarben unter einem aus…
Es gibt noch viel zu berichten, vom Stadtteil Trastevere oder von den Gladiatoren vor dem Kolosseum, die sich gegen preiswerte 5 Euro mit den Besuchern zusammen ablichten lassen…
…vom Forum Romanum, das sehr beeindruckend ist, wenn man früher mal Lateinunterricht hatte…
…und von der Faszination, den die vielen Schichten der Geschichte immer noch umgibt – sehr sehenswert: Das Museum Crypta Balbi!
…von den unglaublichen Schätzen und Kunstgegenständen in den Vatikanischen Museen und dem Gold-strotzendem Prunk der Kirchen…
Diesen Prunk kann man nur aushalten, wenn man bewußt ausblendet, wie die Lebensbedingungen der normalen Bevölkerung im Mittelalter und Barock waren und wenn man nicht daran denkt, auf wessen Kosten der Prunk entstanden ist. Ich habe so meine Schwierigkeiten mit der süsslichen Aussage, dass dieses viele Gold und diese Kunstwerke vor allem die Schönheit des Glaubens illustrieren sollen. Mir drängt sich da eher der Verdacht des Übertrumpfens auf…
Auch das Multi-Genie Michelangelo: Sechs Jahre seines Lebens stand er auf dem Gerüst der Sixinischen Kapelle… was hat er noch geopfert? Hatte er Familie? Eine Frau? Kinder? Wie hat er gelebt? Ich habe leider noch keine Biografie von ihm gelesen – war er besessen vom “Schaffen”?
Er hatte jedenfalls die Chance, sich auf vielen Gebieten der Kunst zu betätigen: Architektur, Malerei, Bildhauerei und sogar ein Schriftsteller war er. Darum beneide ich ihn, denn in unserer Gesellschaft herrscht ein starker Spezialisierungszwang: wer einmal gut gezeichnet hat, dem traut man nicht mehr zu, dass er auch schreiben kann oder Bildhauerei ernsthaft und mindestens genauso gut betreiben könnte. Viel zu schnell werden die Künstler in eine Schublade gesteckt und höchstens schief angeschaut, wenn heutzutage ein Sänger etwas anderes wagen würde, als zu singen…
Was für eine Vergeudung an Talent und Begabungen!
Als Fazit bleibt für mich vor allem ein starkes Wechselbad an genialen und nachdenklichen Erlebnissen – und das ist allemal der Sinn einer Reise.
Auf Wiedersehen Rom!
Reise-Checkliste
Die Sommerzeit rückt näher und im Rahmen meiner eigenen Urlaubsvorbereitungen bin ich im Web auf eine interessante Seite gestoßen, die eine wirklich UMFASSENDE Reise-Checkliste anbietet, da ist für jeden Bedarf etwas dabei: Alfs Reisecheckliste.
Direkt zum Download geht es hier, es gibt Word-, pdf- und zip-Versionen. Sehr komfortabel, sehr brauchbar.
Und eine Checkliste der besonderen Art findet sich dort auch:
Ein – wie soll ich sagen – “Ultra-Camper” hat eine über die Jahre gewachsene Biwak-Checkliste für das Leben in der freien Natur geschrieben. Für alle, die mit einem “nackigen” Ford Transit gerne nach Südfrankreich fahren oder von solchen Abenteuern träumen. Auf jeden Fall lesenswert.
Schönen Urlaub allen, die bald fahren können!
Erkenntnis des Tages
Mit diesen Worten endet jedes Kapitel auf dem Hörbuch “Ich bin dann mal weg” von Hape Kerkeling. Jeden Tag gibt es so ein kurz gefasstes Resumée seiner Erlebnisse und Erfahrungen.

Hape Kerkeling hat jede Menge von “Erkenntnissen des Tages”. Es sind ja auch einige Tagesetappen nötig, um nach Santiago de Compostela zu gelangen. Seine lustige und gleichzeitig auch beeindruckende Reisebeschreibung des Jakobsweges macht mir Lust, diesen camino auch einmal zu gehen. Zumindest habe ich jetzt endlich mal im Internet nachgeforscht und kenne jetzt endlich die Lage des Weges in Nordspanien. Ich hatte immer gedacht, der Jakobsweg liegt viel weiter südlich.
Ein phantastisches Weihnachtsgeschenk habe ich da bekommen. Es hat mich so gefesselt, dass ich die sechs CDs in nur zwei Tagen aufgesogen habe… Ein Hörbuch zum “immer wieder hören”.
Mein persönliches “Jakobsweg-Erlebnis” hatte ich irgendwo auf der CD 5. Ich war gerade dabei, im Wohnzimmer eine Runde Überflüssiges zu “decluttern” (flylady), als mich wieder mal die totale Unlust überkommen hat. Ich wandere also ziellos durch die Wohnung, auf der Suche nach irgendeiner interessanteren Tätigkeit.
Da stoppe ich plötzlich und denke:
Hape Kerkeling war auf dem Camino auch gezwungen, genau den Weg zu gehen, der jetzt in diesem Moment vor ihm lag. Er konnte auch nicht die übernächste Etappe gehen oder die vorletzte wiederholen, nur weil sie so schön war oder ihm der aktuelle Weg des Tages gerade nicht gefiel.
Genauso kann ich jetzt in diesem Moment genau die Tätigkeit fertigmachen, die ich angefangen habe, ohne mich ablenken zu lassen. Das ist mein ganz privater “Camino”. An dieser Stelle bin ich an die ungeliebte Tätigkeit zurückgekehrt und habe sie beendet.
Ich muss nicht nach Spanien fahren (obwohl ich den Jakobsweg auf meine Vielleicht/irgendwann-Liste gesetzt habe). Der Alltag bietet jede Menge Möglichkeiten, meine ganz persönlichen Herausforderungen zu meistern.
So bekommt ein Ausspruch von Alexandra zum Thema Durchhalten plötzlich auch für mich Sinn:
- “Sitzenbleiben“.
Nicht aufspringen, wegrennen, etwas anderes anfangen. Dranbleiben. Weitermachen. Disziplin. Durchhaltevermögen.
Das sind alles so kühle Worte ohne Leben. Wohl bekannt, oft gehört und nie so richtig in die Praxis umgesetzt, weil sie nicht verinnerlicht wurden.
Das Bild vom Jakobsweg mit seinen schwerigen Etappen hat diese Worte jetzt belebt. Eine Methapher für den Weg im Alltag.
Meine Erkenntnis des Tages:
Der Camino ist überall. Vor allem direkt vor mir.
P.S: Ich finde die Idee mit der “Erkenntnis des Tages” superschön. Das möchte ich mir gerne beibehalten.
Was für eine wunderbare Reise!
Es war so gigantisch schön in England! Wer hätte jemals davon gehört, dass man sich auch in England einen Sonnenbrand holen kann? Nun – wir alle kamen leicht gerötet vom Strand in Brighton nach Hause…
Es war das perfekte Wetter: nicht so glühend heiß wie in Deutschland, angenehme 25 Grad, stahlblauer Himmel, Sonne, laue Abende, wunderbare Tage.
Was kann ich berichten? Die Fortführung einer alten Freundschaft, seit 20 Jahren fahren jetzt bereits die Chöre der beiden Gemeinden zu gegenseitigen Besuchen.
Unsere Freunde und Gastgeber sind so sehr lieb gewesen. Wir haben uns alle rundum wohl gefühlt und der Abschied am Sonntag ist sichtlich schwer gefallen.
Irgendwie sind mir die Einzelheiten entfallen. Ich habe nur noch so ein wohliges warmes Gefühl im Bauch, wenn ich an die Reise zurückdenke.
Auch solche unangenehmen Dinge wie die katastrophale Hauptprobe am Donnerstag erscheinen im Nachhinein in einem anderen Licht, denn diese völlig in die Hosen gegangene Probe hat dazu geführt, dass unser Chor seine Angst im Konzert vergaß und das wirklich schwierige “Das ist je gewißlich wahr” von Heinrich Schütz tatsächlich ohne Orgelbegleitung in a capella gesungen hat – so wie es eigentlich auch gedacht ist… Wir sind über uns hinausgewachsen und haben brilliert.
Ich habe auf meinen Entdeckungsreisen in dem kleinen alten Dorf, in dem wir wohnten, in einer Seitenstraße eine Künstlerin in ihrem Atelier gefunden, habe “elderflower“- Limonade getrunken und mich aufs Köstlichste mit ihr unterhalten. So viel Kreativität auf kleinstem Raum! (Denn die Häuser sind alle sehr winzig in England).
Mein Englisch habe ich mit etwas Mut gleich von Anfang an gut anwenden können, spannend war auch unsere Suche nach den diversen Bach-Blüten, die ja in England angeblich wirklich billiger sind. Da braucht man dann plötzlich mitten in London in einer pharmacy relativ spezielles Vokabular… tja, man wächst mit seinen Aufgaben.
Die Kirche am Wegesrand, die wir für eine kurze Auszeit auswählten – es war die erste Kirche in London, der wir über den Weg liefen – entpuppte sich als “St. Martin in the Fields” – für alle Nicht-Insider: da gibt es eine famous academy für klassische Musik und einen ebenso famous choir, dessen CDs hier auf dem Kontinent die Bach-Interpretationen und alle anderen klassischen Meister in den Musikgeschäften anführen.
In der dortigen Krypta ist ein zauberhaftes Café, mit preiswertem Lunch (traumhaft: Auberginensandwich mit Hoummous!) und ganz entrückter Atmosphäre.
Ach, was kann ich noch erzählen? Es waren soviele Eindrücke… So zauberhaft, so lebendig… eine Traum-Reise.
Die Pubs, die hervorragende Küche! seriously! wirklich! ich habe nicht eine Mahlzeit gehabt, die nicht wundervoll geschmeckt hätte. Ich kann mir nicht erklären, wo das Märchen mit der horrible british kitchen herstammt.
Hoffentlich kriege ich es noch gebacken, bei flickr ein paar meiner Bilder hochzuladen…














