Artikel-Schlagworte: „positives Denken“
Einwandfrei
Lebe weise ist das Thema meiner Seite und naturgemäß interessiere ich mich für Bücher der Sorte Lebens-Ratgeber.
Das Thema “Ich erschaffe meine Welt durch meine Gedanken” ist nicht neu und wird in dieser Sparte der Ratgeber-Literatur in epischer Breite ausgetreten.
Ich nenne da jetzt nur einmal die Bücher von Dale Carnegie, Dr. Joseph Murphy, die “Bestellungen beim Universum” von Bärbel Mohr oder die “Einfach Wünschen”-Bücher von Pierre Franckh. Auch “The Secret” oder das “Law of Attraction” hat vor Monaten ziemliche Wellen geschlagen…
Alle diese Bücher haben mal den einen, mal den anderen Grundton und jeder muss selbst ausprobieren, mit welcher Spruchart oder Schreibweise er am Besten zurechtkommt.
Das eine ist vielleicht zu amerikanisch-euphorisch, das andere vielleicht zu esoterisch, sektiererisch oder schlicht zu platt. Manchmal entdeckt man Perlen, manchmal kann man nur den Kopf schütteln.
Nicht jeder mag gerne Affirmationen oder Mantras murmeln und ganz ehrlich, das Grundproblem aller Ratgeber-Bücher – bei mir jedenfalls – ist:
Man liest ein Buch, ist von der Idee begeistert, es fehlen jedoch oft konkrete Anleitungen und wenn dann der allgemeine Alltag wieder über einen hereinrollt (und das Buch schon mehr als zwei Stunden zugeklappt ist), dann versanden alle guten Vorsätze so schnell wie an Neujahr.
Binnen Tagen, manchmal nur Stunden ist der Impuls futsch und alles läuft wie gehabt.
Ein Gutes hat jedoch das kontinuierliche Lesen solcher Bücher in jedem Fall, denn die allen diesen Büchern zu Grunde liegende Idee sickert so langsam tiefer:
Dass es in irgendeiner Weise die eigene Einstellung, die eigenen Worte und Gedanken sind, die die eigene Realität formen.
Ich nenne jetzt mal ein altes Sprichwort, das ich immer von meiner Oma gehört habe:
Was Du nicht willst, das man Dir tu´, das füg auch keinem and´ren zu.
Oder in andere Worte gekleidet zitiere ich den Talmud, andere schreiben diese Weisheit östlichen Lehrern zu:
Achte auf Deine Gedanken,
denn sie werden zu Worten.Achte auf Deine Worte,
denn sie werden zu Handlungen.Achte auf Deine Handlungen,
denn sie werden zu Gewohnheiten.Achte auf Deine Gewohnheiten,
denn sie werden Dein Charakter.Achte auf Deinen Charakter,
denn er wird Dein Schicksal.
Egal also, wo man im Leben langläuft, woher man seine eigene Weisheit und Inspiration bezieht, ob aus der Bibel oder aus anderen Quellen – in irgendeiner Weise wird man mit diesen Konzepten in Berührung kommen.
Vermutlich ist diese Idee also
a) nicht neu und
b) möglicherweise wahr.
Was also wirklich fehlt, ist die praktische Anleitung und die echte und nachhaltige Umsetzung im Leben. Was fehlt, ist eine konkrete Vorstellung von konkreten Maßnahmen, die diese Idee ins Leben integriert.
Und hier komme ich zu der Geschichte aus der vergangenen Woche, bei der wieder einmal Twitter und meine dort versammelten Freunde eine Rolle spielen:
In diesem Fall war es ein Tweet der bezaubernden @chailattetogo, der eine ganze Serie ins Rollen brachte:
Ich benutze heute übrigens keine negativen Worte! #wermachtmit?
Ich fand die Idee gut und hab spontan mein Mitmachen erklärt
Daraufhin bekam ich von @Apfelmuse, die unserer Unterhaltung gefolgt war, den Buchtipp zu “Einwandfrei”
Ein paar Tage lang habe ich das Buch auf meinem Wunschzettel geparkt und darüber nachgedacht. Ich halte mich selbst für einen grundsätzlich positiv eingestellten Menschen und habe mit mir selbst darüber diskutiert,
- … ob ich mir das wirklich kaufen soll …
- … oder ob es eine Fernleihbestellung auch täte…
- … und ob es nicht wieder einmal nur “Mehr vom Gleichen” ist …
- … und so weiter.
Ich habe dann letzlich gekauft, weil beim Kaufexemplar eines dieser geheimnisvollen Armbänder* beiliegt, von denen im Buch die Rede ist und die integraler Bestandteil des Konzeptes sind.
Ziel der Aktion ist es, 21 Tage am Stück ohne Jammern, Klagen, Schimpfen, Kritisieren oder ähnliche negative Äußerungen zu schaffen. Klingt leicht und zuerst habe ich mich auch bei den sowieso positiv eingestellten Menschen eingeordnet, die diese Herausforderung vermutlich im Vorbeigehen meistern würden. Ha!
Ganz anders sieht das aus, wenn man zu Lesen beginnt und tatsächlich das Armband überstreift und bei jeder negativen Äußerung auf die andere Seite wechselt…
Sofort ist man von der Phase der unbewußten Inkompetenz (die selige Nichtwissenheit) in die Phase der bewußten Inkompetenz eingetreten.
Im Buch wird das genau erklärt, kurz gesagt:
- Es wird einem plötzlich klar und bewußt, wie oft einem am Tag negative Worte, Klagen und Jammern über die Lippen gehen…
Interessant ist hier der Ansatz, mit den Worten zu beginnen, das ist nach dem Zitat aus dem Talmud ja bereits die zweite Stufe nach den Gedanken … Jammernd Denken ist weiterhin erlaubt, solange es nicht ausgesprochen wird!
Beabsichtigter Nebeneffekt ist dabei, dass wenn man keine negativen Worte aussprechen will, sich ja auch die Gedanken irgendwie ändern müssen, sonst wird das nix.
Mit der Zeit und mit der Übung (“Zeit im Sattel, Zeit im Sattel”) wird hoffentlich die Phase der bewußten Inkompetenz in die bewußte Kompetenz übergehen und letzlich in die unbewußte Kompetenz, oder schlicht übersetzt – Meisterschaft.
(Ich erinnere mich in diesem Zusammenhang an eine gewisse 10.000-Stunden-Regel, das wären knapp 14 Monate…)
Ich stelle mich dieser Herausforderung, mein offizielles Startdatum war Sonntag, der 29. August 2010 – der erste volle Tag mit dem Armband. Und ich bin gespannt, wann ich meinen Tag Eins schaffen werde.
.
Gemerkt? Dieses Buch fällt in die Kategorie “Perlen”
.
[*Anmerkung: Dieses spezielle lilafarbene Armband kann aber sehr leicht auch durch ein beliebiges anderes Armband, einen Gummiring oder einen Handschmeichel-Stein in der Hosentasche ersetzt werden können, Hauptsache man hat etwas, das man leicht von einer Seite auf die andere bewegen kann. Es ist also nicht zwingend notwendig, ds Buch neu zu kaufen, gebraucht oder geliehen tut es auch.
Überdies ist es auf der Webseite von A-Complaintfree-World erhältlich, 10 Stück für 10 $ - die eigentlichen Armbänder sind frei, das Geld dient zur Finanzierung des Versands.]
Aschermittwoch
Der Aschermittwoch ist nach der turbulenten Faschingszeit ein markanter Punkt im Kalender, ein Tag, an dem es sich lohnt, innezuhalten und seine Richtung zu überdenken. Ähnlich wie Neujahr markiert der Aschermittwoch den Beginn eines neuen Zeitabschnittes: der Fastenzeit vor Ostern.
Dies ist eigentlich nur ein kleineres Zeitintervall im Lauf eines Jahres, der Jahreszeiten und des Kirchenjahres. Solche Wendepunkte im Kalender eignen sich aber sehr gut, um einmal die Perspektive zu ändern.
(Bild: www.pixelio.de)
Heute beginnt übrigens – neben vielen anderen Aschermittwochsveranstaltungen – auch wieder die Fastenaktion der evangelischen Kirche: 7 Wochen ohne. Die nächsten 40 Tage bis Ostern kann ganz im Sinne des Fastens der Verzicht geübt werden: Schokolade, Fernsehen, Alkohol stehen auf der Liste ganz oben. Verzicht und Askese sind (wieder mal?) untrennbar mit den Wochen vor Ostern verbunden.
Das diesjährige Motto der Aktion ist jedoch erfrischend anders und erfrischend ungewohnt: Verschwendung – 7 Wochen ohne Geiz.
In der Beschreibung der Aktion heißt es:
“Die Menschen in unserer Welt brauchen dringend einen Frühling der Herzen. Die ständigen Fragen – was bringt es mir? was nützt es? –, die Erwartung, dass man für heute Investiertes schon morgen Erträge bekommen müsse, tötet jede spontane Geste. Eine geizige Welt schliddert in eine zweite, in eine soziale Klimakatastrophe – außen die Erderwärmung, innen die Eiszeit kalter Berechnung. Wenn alle aufhören, mit ihren Gaben zu geizen – seien sie materieller, seelischer oder geistiger Art –, dann taut das Eis in den Herzen” (…)
und weiter: “7 Wochen ohne – das heißt: eingeschliffene Gewohnheiten zu durchbrechen, die Routine des Alltags zu hinterfragen, seinem Leben möglicherweise eine neue Wendung zu geben oder auch nur wieder zu entdecken, worauf es ankommt.”
Für die nächsten 7 Wochen habe ich mir vorgenommen, auf negative Gedanken zu verzichten. Ich lese gerade wieder einen der ursprünglichsten Klassiker des Positiven Denkens: “Die Macht Ihres Unterbewußtseins” von Dr. Joseph Murphy.
Ich werde die nächsten 7 Wochen alte, eingeschliffene Denkmuster identifizieren, Glaubenssätze hinterfragen und neue Denkgewohnheiten einüben. Das wird meinem Leben eine neue Wendung geben…
- …und vielleicht ist das ja die eigentliche Bedeutung von Ostern: Auferstehen von den Toten? – bereits jetzt alte und tote Gewohnheiten ablegen und ein ganz neues, frisches, lebendiges Leben beginnen?
Der Wochenplan (covey-wochenblatt_2.xls) wird mir dabei helfen, diesen Fokus bei meinen “mentalen” oder auch “spirituellen” Zielen im Auge zu behalten. Siehe auch: Wieviel Planung ist gesund?



