Artikel-Schlagworte: „Loslassen“
Büro-Kaizen
Leider weiß ich (noch) nicht viel darüber, jedoch den ersten Schritt kann ich auch alleine gehen: Aufräumen, entrümpeln. Ob ich das jetzt Kai-Zen oder Feng-Shui taufe ist völlig egal, das Schwierige bleibt dabei gleich: ich muss endlich Entscheidungen treffen und viele der Möglichkeiten wegwerfen, loslassen, die ich in meinem Ballast noch aufbewahre und herumschleppe. 10 Minuten Online-Pause hab ich mir gegönnt, für eMails und Blog, dann geht es weiter. Meine Kinder sind bei Oma und Opa und ich werde diesen geschenkten Tag ohne weitere und sonstige Verpflichtungen nutzen!
Beharrlich räume ich die vollgekramte Ablagefläche auf den Schränken leer, dann können Scanner, Drucker und Laptop dort Platz finden und der Schreibtisch hat wieder Raum zum Arbeiten. Zweiter Punkt auf der Liste ist Schreibkram, der noch im Stapel wartet.
Übersprungshandlung
Eigentlich – da ist es wieder, dieses Wort – also eigentlich müsste ich jetzt Umzugskisten packen wie bescheuert, statt dessen sitze ich hier und schreibe an meinem Blog. Nur 10 Minuten online-Zeit, dann zurück zu den Kisten, ok?
Es ist so frustrierend, alleine auszusortieren. Wenn Bernd dabei ist, ist alles viel lustiger und geht zu zweit viel flotter von der Hand.
Aber (da ist es schon wieder: aber) ich motiviere mich , indem ich an meine Schwägerin denke: “Wenn ich warten müsste, bis mir jemand hilft, dann würde ich nichts auf die Reihe kriegen” – ich bewundere sie dafür. Und sie sagt: “Das habe ich von meiner Schwiegermutter, deren Mann war immer auf Montage fort – sie hat alles alleine geschafft.” So lernt man z.B. auch ganz alleine zu tapezieren.
Und was mich auch motiviert, ist daran zu denken, wie ich nach dem Umzug dasitzen werde und dann Kisten entrümpeln soll – dann schon lieber vorher weniger mitnehmen. Und gestern habe ich es tatsächlich getan: ganz viele meiner Studienunterlagen sind ins Altpapier gewandert. Sehr befriedigend. Das Studium ist seit 6 Jahren vorbei und bei der aktuellen Halbwertszeit des Wissens… ich habe mir bei jedem Ordner gesagt: Dieses Wissen finde ich schneller im Internet oder in guten Fachbüchern.
Auch wenn es schmerzt, die handgeschriebenen Skripten zu sehen und an die unglaublich lange Zeit zu denken, die ich in den Hörsälen gessesen habe… Es ist, als würde ich ein Stück meines Lebens wegwerfen und doch werfe ich nur die Vergangenheit weg,
denn der einzige Augenblick, in dem ich leben kann, ist der gegenwärtige.
Das hab ich mal irgendwo gelesen, ist nicht von mir – und dennoch wahr. ich vergesse es nur zu oft.
Freiheit?
Na, erst mal eine Mittagspause hier mitten im Umzug einlegen. Ich hab gestern noch ganz schön gewerkelt, das Mansardenzimmer – zumindest das Regal – ist leer. Ganz viele Bücher sind in der Kiste und einige Kisten gibt es sogar mit “Flohmarkt” oder “ebay”
Ich finde es total schwer, die Sachen zu entrümpeln.
Heute vormittag bin ich auf dem Dachboden gestanden und habe meine Studienarbeiten angeschaut. Die sind tatsächlich schon mindestens 5 Jahre hier oben und alles woran ich festhalte, ist die Option, irgendwann einmal eine Präsentation oder eine Bewerbungsmappe mit ausgesucht schönen Zeichnungen aus meinen Studienarbeiten zu machen…
Das gleiche mit alten Tuschefüllern. Bastelmaterial. Referate aus Schul- und Studienzeit… elend viel Arbeit, elend viel Erinnerungen und letztendlich liegen sie seit Jahren dort droben und verstopfen meine Möglichkeiten. Sie starren mich aus der Ecke meines Unterbewußtseins an und schreien: Das wolltest Du doch auch nochmal machen..!
Entrümpeln ist Freiheit
- nirgends wird es so deutlich wie drei Wochen vor einem Umzug. Ich habe mich ja jetzt lange genug mit dem Thema simplify auseinandergesetzt, habe jahrelang davon geträumt, Ordnung in mein Leben, in meine Schränke, meine Projekte, meine Habseligkeiten (schönstes Wort der deutschen Sprache) zu bringen. Doch leider immer nur geträumt… und nur im Kopf entsteht nun mal keine Ordnung…
Noch ist es nicht soweit, diese Dinge loslassen zu können, da stecken noch ganz starke Blockaden dahinter.