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Die Sehnsucht bemerken…
Wie war das bei mir mit der Kreativität? Ja, als Teenager hab ich gern gezeichnet und dann war irgendwie über lange Jahre nichts mehr los.
Hin und wieder hat sich die unerfüllte Sehnsucht in mir geregt… gemerkt hab ich das immer wieder mal beim Aufräumen, wenn ich wieder einmal über diverse Kisten mit Künstlerbedarf und Bastelzeugs gestolpert bin… ich kann ja an solchen Läden nur ganz schwer vorbeigehen
Gemalt oder gezeichnet habe ich dann dennoch nicht. Oder wenn ich mich aufgerafft habe, ein Bild zu versuchen (meistens mit den doch relativ leicht zugänglichen Wasserfarben), dann war ich superfrustriert, wenn das Ergebnis auf dem Papier nicht annähernd so ausgesehen hat, wie meine Idee im Kopf.
Viele solcher Werke sind im Müll gelandet und haben meiner Sehnsucht nach Kreativität einen Dämpfer verpasst, der dann manchmal jahrelang alle weiteren Versuche unterbunden hat.
Dennoch habe ich doch immer wieder Pinsel, Farben, Bastelmaterial und ähnliches Zeugs nach Hause geschleppt und dort ist es dann erstmal in irgendeiner Ecke gelandet. Es hat lange Jahre gedauert, bis ich bemerkt habe, dass allein der Kauf der Farben noch keine Bilder erschafft, sondern das Material ja nur die MÖGLICHKEIT beinhaltet, kreativ zu werden.
Der wesentliche Schritt ist, tatsächlich aktiv zu werden. Meistens klaffte dann allerdings die oben beschriebene krasse Lücke zwischen meiner Vorstellung und der Realität, die ich aufs Papier zbrachte, so dass ich es oft gleich wieder habe bleiben lassen.
Das hätte ewig so weiter gehen können. Aber es gab jene eine Initialzündung, bei dem ich wie elektrisiert vor einem Foto gestanden habe (siehe oben) und begriffen habe, dass es da diese Sehnsucht gibt, kreativ zu sein.
Auf dem Foto sieht man mitnichten irgendwelche Künstler mit Pinseln oder irgendwelche tollen Kunstwerke – nein, es ist ein Bild von einer Kinderaktion im hiesigen Einkaufszentrum: Indianerthemen, Kinder-Schminken, eine Schale mit Perlen, ein grober Brettertisch als Werktisch.
Was es genau war, das mich so elektrisiert hat, weiß ich nicht mehr, aber ich habe das Bild fotografiert und so mit nach Hause genommen und seither war es eben anders.
Nicht mehr nur das Horten von Farben und Pinseln, sondern auch zaghafte Gehversuche und gleichzeitig die Orientierung an diversen Vorbildern:
- Wie machen das andere Künstler?
- Welche Künstler mag ich überhaupt?
- Welche Bilder und Kunstwerke gefallen mir?
- Warum sieht das bei den anderen immer cool aus und bei mir nicht?
Eine lange Phase des Probierens begann.
Meine Sehnsucht war zum Glück sehr hartnäckig und hat sich deutlich zu Wort gemeldet. Zum Glück habe ich aufgehorcht und habe dann auch die entsprechenden Wege und Mittel gefunden, die es mir ermöglicht haben, auch ohne Frust üben zu können und den inneren Kritiker lange genug auszuschalten, um weiterzukommen.
Treue Leser erinnern sich noch an meine Übungen aus dem wirklich fantastischen und empfehlenswerten Buch Drawing Lab – das mittlerweile auch auf Deutsch
erhältlich ist! Und das ist ja nicht alles, in den Weiten des Web 2.0 gibt es zuhauf wunderschöne Blogs von Künstlern und Künstlerinnen, die einen an ihrer Arbeit und ihrer Entwicklung teilhaben lassen.
Langsam habe ich dazugelernt, habe verstanden, dass die größte Blockade der innere Kritiker ist und habe durch beständiges Üben und Lernen und Nachahmen und Ausprobieren endlich Fortschritte gemacht. Heute bin ich zufrieden mit dem Ergebnis dessen, was ich imstande bin aufs Papier zu bringen. Meistens jedenfalls.
Die Lücke zwischen Vorstellung und Realität gibt es immer noch… nur jetzt mag ich das Ergebnis
Heute ist Dein Tag
“Worte sind unglaublich mächtig…
Sie können Dich ermächtigen, motivieren, heilen…
…und es braucht nur eines…
was wird Deines sein?”
So lautet der Text in diesem unglaublich inspirierenden Video, das ich (via shuttersisters) gefunden habe:
One Word Project from Christine Sneddon on Vimeo.
- Welches Wort können Sie für heute wählen?
- Gibt es ein kraftvolles Bild, mit dem Sie es verknüpfen können?
edit 22.2.2012: Leider ist das Video nicht mehr öffentlich zugänglich. Das tut mir leid.
Punkt 31 von 41
Ein weiterer Punkt der Liste ist erledigt: Punkt 31, Löwenzahnsirup machen.
Und weil es mit Storify soviel Spaß macht Geschichten zu erzählen, gibt es hier eine weitere Folge:
9 down, 32 to go
Punkt 11 von 41
Ich habe einen weiteren Punkt von der Liste verwirklicht: Punkt 11 – die H-Moll-Messe mitsingen.
Die Chancen, das Stück singen zu können, waren bei der Erstellung meiner Liste letztes Jahr absehbar, es war für das Frühjahr 2011 bereits festgelegt und höchstens irgendwelche widrigen oder grippigen Umstände hätten mich letztlich davon abhalten können…
Der Wunsch, die H-Moll-Messe selbst zu singen wurzelt jedoch in früheren Erlebnissen:
- … z.B. ein Konzertbesuch vor vielen Jahren in der Nördlinger St. Georgskirche, bei der mein jetziger Schwager bereits dieses Werk mitgesungen hat.
- …oder in einem Fernsehfilm aus den Achtziger Jahren über das Leben Johann Sebastian Bachs, bei dem auf geniale Weise das traurige Ende des Films mit dem für mich beeindruckendsten Stück aus der Hohen Messe (wie das Werk auch genannt wird) verknüpft wird… das muss man aber gesehen haben, um dieses Gänsehautgefühl nachvollziehen können.
Was für ein gigantisches Werk es aber letztlich war und wie nachhaltig es mein vergangenes Jahr geprägt hat und welche Bedeutung das Singen für mich hat, das ist mir alles erst so richtig in diesen Tagen bewußt geworden.
Anhand einiger Skizzen aus meinem Moleskine möchte ich einen Rückblick auf dieses Projekt wagen.
Vor genau einem Jahr haben wir die Probenarbeit begonnen, mit dem Schlußstück der H-Moll-Messe, dem Dona nobis pacem.
Immer noch das Dona nobis pacem, alternativ auch das Gratias agimus tibi – beide Stücke haben die gleiche Melodie und unterscheiden sich nur im Text. Das muss man wissen, damit man diesen Gag ein bisschen verstehen kann:
Es ist bereits der 6. Juni 2010! – ich unterhalte mich nach der Probe mit einer Mitsängerin und wir spekulieren, ob wohl die H-Moll-Messe nur Stücke mit dieser einen Melodie enthält… bis zu diesem Zeitpunkt haben wir nur das Dona nobis pacem geprobt (und natürlich den Zweittext).
… ich bin sowas von erleichtert, denn ein ganz doofes und bedrückendes Kloßgefühl im Hals hat sich als lästige aber letztlich doch eher harmlose Rhinitis entpuppt – das kann den Kehlkopf ganz schön verschleimen… und das stört beim Singen.
Eine längere Pause in der H-Moll-Messe-Probenarbeit liegt hinter uns, denn wir mussten ja parallel noch das Winterkonzert des vergangenen Jahres vorbereiten: Die letzten Dinge – von Louis Spohr. Doch nun ist das Konzert vorbei und Johann Sebastian Bach steht wieder im Mittelpunkt. Doof nur, dass ausgerechnet im nebligen November und rund um den Totensonntag dieses elend traurige Crucifixus auf dem Plan steht…
Es gibt aber auch das totale Gegenteil zum Gefühlsabsturz… die Proben verlaufen in diesen Wochen in sehr zäher Einzelstimmenarbeit, aber selbst dabei gibt es unglaublich lustige Erlebnisse: Nicht in jedem Probenraum sind Klavier oder sogar Flügel verfügbar – manchmal muss man sich eben mit einem Keyboard behelfen… und was ganz tierisch gut kommt: wenn die Probenleiterin versehentlich den Beat und Rhythmus zum Kyrie mit dem Ellbogen einschaltet und so auf die Schnelle nicht mehr ausschalten kann – was haben wir Tränen gelacht!! wumm-wumma-wumm-wumma-wumm….
… das Dona nobis pacem kommt im Gottesdienst zu seiner Erstaufführung. Mittlerweile läuft das Stück ja auch total stabil.
Mit Entsetzen registriere ich, dass meine Stimmgruppe (Sopran II) bereits im ersten Takt des Konzertes die einmalige Chance hat, das Solo “an die Wand zu lehnen” bzw. umzuschmeißen (was wir natürlich nicht gemacht haben!!)
Unzählige Herausforderungen für Sänger und Sängerinnen: Aussprache, Deutlichkeit, Gleichzeitigkeit von Silben und einzelnen Buchstaben. Wir stecken mittendrin im Getümmel und das ganze Ding hat 240 Seiten!
Der Plakatentwurf ist fertig und abgesegnet. Warten auf die Zusagen der Sponsoren, damit deren Logos mit aufs Plakat montiert werden können…Um diese Zeit herum beginnen wir mit den Zusatzproben an den verbleibenden Samstagen…
Es kriselt im Sopran II – auch solche Gefühlslagen sind vorhanden. Alle sind nervös, das Chorwochenende steht unmittelbar bevor, es scheint noch soviel zu fehlen, so wenig wirklich zu klappen.
Chorwochenende. Freitag von 20 Uhr bis 21.30 Uhr, Samstag 9:00 bis 12:00 und 14:00 bis 18:00 Uhr, Sonntag von 14.30 bis 17:00 Uhr. Alles was danach kommt ist nur noch mageres Krächzen… darüberhinaus ist es soweit: ich träume bereits von den Chorproben!
Letzte vollständige Durchlaufprobe, alles was jetzt noch kommt ist in der Kirche: Haupt- und Generalprobe, Konzert
Die Stimmung ist gut. Der Chor ist wunderbar vorbereitet. Ja, klar, bei diesem Stück ist man nie so ganz fertig mit der Probenarbeit, auch nach zwanzig Jahren nicht, aber unser Chorleiter hat eine so wunderbar entspannte Einstellung, seine Ruhe hat sich wirklich auf uns übertragen.
10. April 2011 – Der große Tag.
Ein Jahr haben wir darauf hingearbeitet, dem Stück entgegengefiebert, geackert, gelacht, geschuftet, manchmal geflucht, oft geächzt.
Es ist ein großartiges Werk.
Es ist unbeschreiblich, das Gefühl, vorne auf dem Podium zu stehen, in die vollbesetzte Kirche zu schauen und mit *Kyrie* anzufangen.
Es ist unbeschreiblich, in einer Wolke von Klang im *Sanctus* davongetragen zu werden…
Es ist unbeschreiblich, das *Crucifixus* zu singen, die Hammerschläge ans Kreuz aus dem Orchester geliefert zu bekommen, buchstäblich und bildhaft zu hören.
Es ist unbeschreiblich, danach das sagenhafte *Et Ressurexit* zu singen…
Es ist unbeschreiblich, Teil einer solchen Musik zu sein. Das kann man nicht in Worte fassen und noch nicht einmal in Bilder…
Was bleibt? Heute ist der Alltag wieder eingekehrt, doch der Glanz dieser Musik bleibt, ganz tief drin im Herzen.
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edit: 8 down, 33 to go
Punkt 18 von 41
Heute nachmittag war ich seeeehr müde. Einfach so ein Nachmittagstief. Ich wollte auf den Balkon und etwas lesen.
Da aber grad mein Buch [ich habe natürlich nur EIN Buch] ein Stockwerk höher neben dem Bett liegt, habe ich auf die Schnelle beschlossen, die Sache mit dem Steingarten anzugehen. Punkt 18 auf der Liste.
Einen flachen rechteckigen Untersetzer, der eigentlich für Balkonkästen gedacht ist, habe ich schon vor einigen Tagen im Baumarkt gekauft. Hauptgrund für die Neugestaltung war, dass ich meine Steingartenpflänzchen dummerweise in Schalen ohne Abzugsloch gepflanzt hatte und sie bei dem regenreichen Wetter der letzten Wochen ganz massiv an der Staunässe gelitten haben.
Jedes meiner Pflänzchen hat eine Geschichte:
Dieses hier (Bild oben) stammt aus dem Tessin. Dort wuchs es in den Ritzen der Trockenmauer einer Pizzeria. Zusammen mit den Kieseln aus der Maggia ist es eine perfekte Urlaubserinnerung.
Das Pflänzchen in der Mitte ist ein Ableger, der noch vor Kurzem auf dem geschotterten Gehweg vor meinem Elternhaus wuchs, neulich aber den Teermaschinen weichen musste.
Und so wachsen jetzt die verschiedensten Sukkulenten in meinem neu bepflanzten Steingärtchen zusammen. Ein prima Rahmen für meine Urlaubs-Stein-Sammlungen.
In diesem Rahmen noch mein Lieblings-Tweet der letzten Woche:
von @Tonabweichung
4 down, 37 to go.
Punkt 5 und 10 von 41
Mein Mann fragte am Samstag beim Frühstück, ob wir nicht mal Stockbrot machen sollten – und Marshmallows grillen?
Ich war völlig geplättet, weil ich ihm bisher nichts von meiner Liste erzählt habe… So schnell verwirklichen sich also diese Punkte und scheinbar strahlt die pure Absicht, diese Dinge zu tun, bereits in die Umgebung aus.
Mich hat vor allem die non-verbale Übereinstimmung verblüfft – ich habe im Spiegel nachgesehen: Die Liste ist mir nicht auf die Stirn tätowiert
Hier ein paar Impressionen:
Stockbrot-Teig:
500g Mehl
1 Tüte Trockenbackhefe
2 EL Zucker
eine große Tasse warme Milch
Oregano, Thymian, Rosmarin
Salz
warmes Wasser zum Anpassen der Teigkonsistenz
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Ich habe den Teig frei Schnauze angerührt (und das mir!) Das einzige, was ich wirklich abgewogen habe, waren die 500g Mehl.
Auf das Mehl den Zucker, die Trockenhefe und die warme Milch geben, mit den Knethaken rühren. Die Konsistenz war am Anfang etwas trocken. Ich habe Salz und Kräuter untergemischt und mit schluckweise warmem Wasser weitergeknetet.
Offensichtlich hat der Hefeteig von dem langen Kneten profitiert und außerdem von dem wirklich warmen Wetter auf dem Balkon, wo er zugedeckt ein wenig vor sich hin”gegangen” ist. Im Nachhinein hat sich herausgestellt, dass ich mit dem Salz zu vorsichtig war. Da also ruhig beherzt salzen.
Die Zutaten liegen bereit. Der Teig wird relativ dünn in einer langen Spirale um den Stock gewickelt. Das Backen dauert seine Zeit und es ist besser, das Brot eher ein bisschen neben das Feuer zu halten, als ein Brot zu bekommen, das aussen verbrannt und innen roh ist. Am besten hat es sich backen lassen, als das Feuer heruntergebrannt war und nur noch die Glut geheizt hat.
Ein Gedicht: warmes Stockbrot und frische Gurken aus dem Garten.
Im Vergleich zum Stockbrot sind die Marshmallows rucki-zucki fertig. Über der heißen Glut werden sie sehr schnell außen goldbraun und innen weich, fast flüssig. Wenn man zu lange wartet, tropft der Marshmallow dann einfach davon.
Jedenfalls ist so ein geröstetes Schaumzucker-Dingens unglaublich lecker und einfach *nur süß* – kein Vergleich zu der Schaumgummiartigen Masse, die die Marshmallows im “rohen” Zustand darstellen. Ich ess die nur noch geröstet!
3 down, 38 to go.























