Artikel-Schlagworte: „Kinder“

Text für Eltern

via Alexandra aus dem Buch “Das alltägliche Genie”:

“Alles in diesem Buch sollte unter der Annahme gelesen werden, daß Sie Ihre elterlichen Aufgaben bereits gut erfüllen. Schuldgefühle für das, was Sie hätten tun sollen oder nicht taten, sind kontraproduktiv. (…) Erinnern Sie sich also immer wieder daran, daß Sie ein guter Vater oder eine gute Mutter sind, und daß Sie alles, was Sie tun, wie wenig es auch sei, zu einem noch besseren Vater beziehungsweise zu einer noch besseren Mutter machen wird.
Wenn tatsächlich einmal etwas schiefläuft und Sie sich deswegen schuldig fühlen, erinnern Sie sich daran, daß alle Eltern manchmal unzulänglich sind.

Ihre Kinder werden über Ihre Fehler hinauswachsen, so wie Sie über die Ihrer Eltern hinausgewachsen sind.

Es hat also keinen Sinn, sich Vorwürfe zu machen für das, was schiefläuft oder für das Gefühl, nicht der beste Vater oder die beste Mutter zu sein, oder gar, zu überhaupt nichts nutze zu sein (ich habe festgestellt, daß viele Eltern sich so fühlen).
Seien Sie stolz auf die Fähigkeiten, die Sie bisher bei der Anleitung eines jungen Menschen auf seinem Weg zum Erwachsensein gezeigt haben. Sie leisten hervorragende Arbeit, wenn man die ungewöhnlichen Anforderungen bedenkt, die Erziehung Eltern an Intelligenz, Geduld, Sensibilität und Erfindungsreichtum abverlangt. Wenn das nicht wahr wäre, würden Sie dieses Buch nicht lesen(…)”

Das tut so gut, das zu lesen – und ich glaube, dass es wahr ist, auch wenn ich gerade das Buch nicht lese ;-)


Schnee auf dem Hallendach

Gerade hat die Übungsleiterin vom Kinderturnen angerufen. Die Turnhalle ist gesperrt. Schee auf dem Dach und es sind schon zuviele Hallen eingestürzt. Kinderturnen fällt aus. Das kommt mir sehr gelegen, denn ich komme mit dem Auto schon beinahe nicht zum Hof heraus. Seit gestern abend haben wir einen halben Meter Neuschnee und mir haben die beiden Fahrten zum Kindergarten heute schon gereicht. Blöd ist nur, dass die beiden Kids hier fast durchdrehen. Tochter ist müde, hungrig, klagt über Bauchweh und Kopfweh und schreit nur rum, weil ich den Fernseher nicht anmache. Sohn versucht gerade, mit einem Spielzeug-Space-Shuttle aus Zinkdruckguss Beulen in meine Posaune zu klopfen, da reagiere ich aber grätig.
Ich frage mich gerade, welche Gedanken in der Vergangenheit eine solche Realität heute verursachen. Egal, ich werde jetzt mal was für die Tochter kochen, vielleicht kann ich so die übelsten Brände löschen.
Morgen ist das Schnee von gestern.


“Steh ab vom Zorn und lass den Grimm…”

…diese Zeile, ich glaube aus dem Oratorium Elias ist mir heute früh durch den Kopf gegangen. Mit “früh” meine ich wirklich früh. Meine beiden Süssen haben gemeint, sie können zwischen 4 und 6 Uhr Zirkus veranstalten, und zwar im Elternbett. Irgendwann haben sie den Bogen überspannt und sind hochkantig rausgeflogen. Resultat: schlechtes Gewissen, weil ich meine Kinder “schlecht” behandle, kurz danach die Erkenntniss, dass ich auch Bedürfnisse habe und das Bedürfnis “ungestörter Schlaf” mit zu den elementarsten gehört. Dannn Erleichterung, denn jetzt gibt es eine Regel: Kein Kind im Elternbett vor 5 Uhr früh, wenn ich es merke, werden sie zurückverfrachtet und wenn ich es nicht merke, dann habe ich ja zumindest mein Ziel “ungestörten Schlaf” erreicht… *zwinker*
- bisher hat vor allem Klarheit gefehlt: es ist nämlich schon ganz schön, mit seinen Kindern zu kuscheln und ich hatte keine klar Regelung … auch keine klare Vorstellung über meine eigenen Vorstellungen und Bedürfnisse – insofern: gut, dass es so gekommen ist (was ich allerdings mit den Augenringen mache, die mir heute bis zu den Knien reichen, weiß ich noch nicht…)


Fieber kommt immer ungeplant

Gestern mittag ruft mich die Erzieherin aus dem Kindergarten an, meine Große hat Fieber und Schüttelfrost. 20 Minuten später bin ich dort (erst musste ich noch Sohnemann aus dem Mittagsschlaf zerren) und meine Tochter schläft ganz blaß in der Kuschelecke, eingewickelt in zwei Decken. Den Nachmittag hat sie auf dem Sofa verbracht, nochmal eine Stunde geschlafen und ist dann ganz brav um Acht ins Bett. Sie hat über Kopfweh geklagt und zusammen mit dem stark geröteten Gesicht habe ich ihr Belladonna D12 verabreicht, woraufhin es spontan besser wurde. Heute ist sie auch mit einer warmen Stirn aufgewacht, ist aber ausgeglichen, spielt hinreissend und ist sehr happy, dass sie heute vom Kindergarten zuhause bleiben darf :-) Fieber kommt zwar immer ungeplant, jedoch ist der Tag so auch ganz schön und ich habe mein Programm eben leicht abgeändert. Sohnemann ist da – fieberlos – viel quengeliger und unausstehlicher. Tja, der Trotz….


Kindergartenkinder und das Bett…

Gestern – auf meiner Seite unklare Vorstellung, wie denn das “Zubettgehen” jetzt in der neuen Wohnung abzulaufen hat. Jedes Kind in sein Bett? Alle im Elternbett? (das ist die Variante, bei der alle Kinder schnell Ruhe geben, sozusagen die maximierte Feierabendvariante). Meine Unklarheit hat dazu geführt, dass die Kinder wieder alle Hebel in Bewegung gesetzt haben und es eine Viertelstunde vor meinem Termin richtig gezofft hat.

Ich bin dann mit dem ganzen Bündel Emotionen aus dem Haus und hab der Reihe nach registriert, wie da erst Wut, dann Trauer und dann Hilflosigkeit ablaufen. Wut, dass Bernd das so locker sieht und es heute so und morgen anders handhabt. Wut und Trauer, dass ich meine Prinzipien nicht durchsetzen kann, auch dass ich so sehr auf den Prinzipien bestehe und so wenig an die “Barmherzigkeit” denke – und die ganze Hilflosigkeit und Ohnmacht in solchen Situationen.
Ich werte es als großen Fortschritt, diesen Film so ablaufen sehen zu können. Als es mir bewußt wurde, wurde ich ruhiger. Konnte im Elternabend schon wieder lachen und habe mich dann mit der Erzieherin meines Vertrauens ;-) besprochen – es kann ja jetzt noch etwas lax gehandhabt werden, später ist auch noch Zeit, neue Regeln einzuführen.
Es war meine Erwartung, dass mit dem Umzug in die neue Wohnung automatisch neue Regeln gelten werden. Darauf folgt die Ent-Täuschung.

Weichere Grenzen und niedrigere Ansprüche nicht nur im räumlichen Bereich (Einräumen und Neugestalten), sondern auch im emotionalen Bereich. Gut.


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