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Drawing Lab 8 – imaginäre Kreaturen
Diese Übung ist die letzte im ersten Kapitel, das sich mit Tieren beschäftigt. Mit Lab 9 startet dann das Kapitel “inspired by … people”.
Zunächst sollen mit Wasserfarben beliebige Farbtupfer, Kleckse und Spuren auf das Papier gebracht werden. In der Reihenfolge: Rote Farbe – trocknen lassen – blaue Farbe – trocknen lassen – gelbe Farbe – trocknen lassen.
Hier ist echte Geduld gefragt, denn den Lasureffekt gibt es *nur* auf absolut trockenem Papier. Nur dann bleiben die Ränder der vorher aufgetragenen Farbe auch randscharf erhalten und die Farben verlaufen nicht ineinander.
Aus den erhaltenen Farbstrukturen lassen sich nun Kreaturen entwickeln – hier sind eben die Farbränder so wichtig, die Körper und Gesichter erzeugen… juhu, hier wird die Phantasie angekurbelt. Mit einem schwarzen Stift (ich habe schwarzen Kugelschreiber verwendet) werden Konturen nachgefahren, Augen platziert, Gesichter und Körper geformt.
Manchmal muss man die Blätter hin und herdrehen, bis man wirklich etwas in den Klecksen *sehen* kann (und irgendwie fühlt man sich an einen gewissen Psychologie-Test erinnert, nur mit mehr Spaß
)
Die weitere Bearbeitung der Bilder soll laut Buch wieder mit Wasserfarben erfolgen, mir liegen aber Buntstifte mehr…
Als letzten Arbeitsschritt noch mit der Zeichenkohle Schatten hinzufügen.
Beobachtungen:
- Geduld beim Lasieren der Farbschichten – sorgfältiges Trocknen erforderlich. Am besten zwischendurch etwas Lesen oder… Abspülen *gnihihi*
- Die Mischung der Techniken bereichert die Zeichnungen.
- Die Übung macht Lust, die ungewohnte Zeichenkohle öfters zu verwenden.
- Interessanterweise waren bei mir heute ein bisschen die Fabelwesen dran…
Gruppe “Drawing Lab” bei Flickr
Zu dem Buch “Drawing Lab” von Carla Sonheim gibt es auch eine Gruppe bei Flickr, in der die Ergebnisse vieler begeisterter Leser zu sehen sind.
Die Bilder oben stammen aus dem Fotostream von Carla Sonheim.
Die Flickr-Gruppe ist hier zu finden.
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39 Hunde
Tja, der Sonntag war sehr heiß und da wir nur ein Auto haben, ist die Restfamilie ins Freibad abgedüst während ich zu Hause geblieben bin – Terminüberschneidung mit meinem musikalisch-ehrenamtlichen Engagement.
Da hab ich erst ein bisschen gegrummelt, mir aber dann doch noch mein Lieblingsbuch geschnappt, mich auf den Balkon verkrümelt und wollte mit den Übungen weitermachen…
… Lab 3 hatte ich ja schon frühmorgens absolviert, weil es sonst einfach nur unerträglich heiß gewesen wäre.
Also ist Lab 4 ist als nächstes dran – aber, welche Enttäuschung! Ein Tag im Zoo.
Nein, bei der Hitze definitiv nicht! Und weil Lab 5 der zweite Teil vom Tag im Zoo ist, geht es mit Lab 6 weiter. Ich bin ja flexibel.
Karteikarten und ein dicker Marker mit breiter Spitze hat sind das geforderte Material.
Karteikarten hab ich in A7 da, sogar blanko. Ich habe keine Ahnung, ob die amerikanischen Index Cards eher unsere Postkartengröße haben (also A6), aber das ist wurscht. Ich nehme, was da ist.
Auftrag der Übung: einen Hund zu zeichnen und diesen als Vorlage verwenden und dann 20 weitere Hunde zu zeichnen. Natürlich mit dem dicken Marker.
Beobachtungen:
- Der Marker stinkt furchtbar, also am besten im Freien arbeiten.
- Das kleine Format und der dicke Stift befreien einen von allzugroßer Detailtreue
Das ist ein Vorteil. - Immer was zu trinken dahaben. Es ist viel zu heiß dieser Tage!
Meine Empfehlung: Auf jeden Fall mehr als die vorgeschlagenen 20 Zeichnungen machen! Ich hatte einen Stapel von zufällig 39 Karteikarten und am Anfang war es wirklich etwas zäh.
Vor der Übung dachte ich noch, naja, das kann ja nicht so schwer sein, den Hund ein paar mal abzuzeichnen, das wird eh immer gleich ausschauen. Weit gefehlt!
- Erstens ist es nicht eintönig, auch wenn die ersten Hunde sehr ähnlich sind.
- Zweitens unterscheiden sie sich in Nuancen und nach zehn oder fünfzehn Zeichnungen kommt plötzlich so etwas wie Langeweile auf.
- Wenn man dann weitermacht, wird man dazu gebracht, das Motiv zu variieren. Bei mir habe ich das exakt bei Hund 19 beobachtet, von daher meine Empfehlung, mehr als 20 Zeichnungen zu machen. Die Bilder, die mir Spaß gemacht haben und die mir selbst auch gut gefallen, sind alle jenseits des neunzehnten Hundes entstanden
Alle 39 Hunde sind in der Reihenfolge des Entstehens in diesem kleinen Video zu sehen:
Fazit:
- Es lohnt sich, eine große Menge an Zeichnungen zu einem Thema zu machen (Scribbles).
- Es entstehen Variationen, die Überraschungen bieten.
- Ich finde in den persönlichen Favoriten auch die Zeichnungs-Elemente, die mir selber gut gefallen (z.B. doppelte Linien, Punkte außerhalb…) – das ist ein weiterer Schritt, um meinen eigenen Stil zu entdecken und vom bloßen Kopieren anderer wegzukommen.
Lab #3 – Zeichne dein Haustier
In der Übung 3 aus meinem neuen Lieblingsbuch
heißt es: “Es ist eine Herausforderung, Dein Tier zu zeichnen, wenn es wach ist.”
Genau. Die Übung fordert dazu heraus, einige “gesture drawings” vom Tier anzufertigen und damit die Bewegung, den Ausdruck, die Geste mit einigen wenigen Strichen und in nur wenigen Sekunden pro Zeichnung einzufangen.
Jetzt kommts: in der Materialliste steht Kohlestift! Ich und Zeichenkohle! brrrr…
Natürlich hat man als blockierte Künstlerin jede Menge Künstlerbedarf zu Hause gehortet und somit gibt es sogar einen – naja, ich gebs zu: mehrere Kohlestifte in meiner Schublade. Alle jungfräulich, nie benutzt und sehr, sehr schwarz.
In der Materialliste wurde leider vergessen zu erwähnen, dass man ja auch ein Haustier braucht, das man zeichnen kann… hihi – zum Glück hab ich eine tierliebe Tochter, die mir letztes Jahr schon die Zusage aus den Rippen geleiert hat, dass sie Kaninchen bekommt, zumindest in dieser Beziehung bin ich also gut aufgestellt.
Nicht auszudenken! Da kommt eine Zeichenübung und dann ist kein Haustier da!
Unsere Hasis leben in einem Außengehege im Garten und bei den derzeitigen Temperaturen kann man ja nur eine vernünftige Entscheidung treffen: Wenn die Hasis gezeichnet werden sollen, dann muss das deutlich vor Acht Uhr erfolgen, andernfalls könnte ich mir vorstellen, das der Schweiß durchaus den Kohlestift aufweichen könnte.
Meine Beobachtung bei der Zeichenübung:
- Mist, sind die Viecher schnell.
- Hoppla, grad saß der doch noch da, wo ist er den hin?
- Och menno.
Dennoch füllen sich die Blätter relativ schnell mit den Bildchen. Jedes dauert wirklich nur einige wenige Sekunden, keines länger als eine Minute.
Kohlestifte sind genial. Ich hätte das nie gedacht. Sie haben so einen rauhen Strich, der ein bisschen auf dem Papier kratzt. Und sie ergeben wirklich eine angenehme Linie, die schon von alleine Charakter hat. Da muss man wirklich nicht mehr viel dran ändern.
Ja, klar gibt es auch diesmal die verunglückten Hasen-Umrisse… aber besonders schnuffig finde ich zum Beispiel eine Skizze vom Gesicht, die gerade mal die Schnauze festgehalten hat.
Und genau darum geht es:
Gerade das Detail, nur ein Ohr, nur die Schnauze, die spezielle Rundung des Rückens, wenn sich das Häschen zum Putzen zusammenkringelt – diese Details beschreiben in vielen, vielen kleinen Skizzen den Charakter des Tieres, die Bewegungen, ja vielleicht die Essenz.
Es ist gut, an seine Grenzen zu stoßen:
Kohle?
ich?
Oh Gott, bewegliche Tiere!
So kann man die eigenen Grenzen ganz leicht nach außen verschieben und das eigene Territorium erweitern.
Kohlestifte gibt es übrigens z.B. auch hier bei Amazon:
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Lab #2 – Blinde-Kontur-Giraffen
Wie schon neulich erwähnt habe ich ein begeisterndes Buch gefunden, das mich wieder hinter den Zeichenstift und das Skizzenbuch gebracht hat.
Heute meine Erfahrungen mit Lab #2: Zeichne Blinde-Kontur-Giraffen
Beobachtung: es ist phänomenal, wie sehr detailliert und intensiv das Motiv wahrgenommen wird, wenn man beim Zeichnen nicht mehr auf das Papier schaut und es einem wurscht ist, ob die Giraffe tatsächlich einen geschlossenen Körper hat.
Natürlich sind Skizzen dabei, bei denen die Beine wo völlig anders dranhängen als anatomisch eigentlich vorgesehen… oder der Hals neben dem Körper sitzt. Darauf kommt es nicht an.
Das Wesentliche an der Übung ist, hinzuschauen und im Prinzip nicht mehr wegzuschauen.
Wenn ich dann nach dieser Übung erneut eine Giraffe zeichnen will – auf “herkömmliche Art” – sehe ich ganz andere Körperelemente:
- den stark ausgeformten Schädel mit einem richtig wulstigen Hinterkopfknochen
- die Haare an den Hörnern
- den Schwung der Ohren
- und die bewimperten wunderschönen Augen
- die extrem schmale Nase
- und das dicke Kniegelenk
- oder die Barthaare am weichen Kinn.
Das sind Dinge, die einem verborgen bleiben, wenn man nur mal eben schnell eine Giraffe zeichnen will und krampfhaft mit dem Auge zwischen Papier und Motiv hin- und her wechselt.
Natürlich sieht man die Details auch dann, wenn man Stunden damit zubringt und ein Motiv in allen Dimensionen auslotet – etwa bei einer sehr ausführlichen und aufwendigen Studie… wehe, die gelingt dann nicht! Dann ist der Frust immer groß! Außerdem habe ich meistens weder Zeit, noch Lust auf so eine ausführliche Zeichnung.
Interessant an dieser zweiten Übung aus “Drawing Labs” ist, dass man lernt, die Details in allen Dimensionen bereits in den knappen zehn Minuten zu sehen, die es dauert, die Zeichnungen anzufertigen. Natürlich ist das Ergebnis alles andere als eine im klassischen Sinne *hübsche* Giraffe.
Interessanterweise ist das Ergebnis aber auf jeden Fall eine *wiedererkennbare* Giraffe.
Und *das* finde ich extrem erstaunlich.
Am aller-erstaunlichsten finde ich jedoch, dass mir selbst meine ungelenken Skizzen gefallen, dass die Bilder fernab jeder Perfektion einfach nur lustig sind und Spaß gemacht haben.
Ein völlig neues Gefühl für jemanden wie mich, die jahrelang verkrampft und blockiert am Stift gesessen hat, frei nach dem Motto:
Alle sagen, dass du gut zeichnen kannst, also stell dich bitte nicht so an.
Spaß war das nicht.
Wer Lust hat, sich mal zehn Minuten mit Stift und Papier zu bewaffnen, der kann sich gerne an meinen Vorlagebildern in der Flickr-Galerie “Giraffen” bedienen
Aus dem Zeichenlabor…
Eine kleine Ergänzung zum gestrigen Artikel gibt es noch:
Ich schätze an den einzelnen Übungen besonders den kleinen Abschnitt “Taking it further” – was soviel bedeutet, wie “es weiterentwickeln oder vorantreiben”.
Da gab es bei Lab #1 – die Übung mit den Katzen- die Anregung, sich die schönste Katze auszusuchen und mit “mixed media”, also verschiedenen Techniken auszuarbeiten.
Ich habe mich für eine Collage entschieden, die Katzen sind mit Bleistift gezeichnet und mit Ölkreiden coloriert. Zum allerersten Mal finde ich ein solches Werk von mir auch wirklich zufriedenstellend. Ich mag es. Wirklich.































