Artikel-Schlagworte: „Borreliose“

Eine Sommergrippe – oder FSME?

Meine Tochter hatte sich neulich eine Zecke eingefangen und nach genau vier Tagen bekam sie Fieber und Kopfweh. Ich habe die Zecke aufbewahrt und der Arzt sagte uns schon “Oh weh, eine Zecke, das ist ein Problem”.

Seine Auskunft war, dass FSME typischerweise bereits nach 4 bis 5 Tagen Fieber und Kopfschmerzen hervorrufen kann, die Diagnose sei aber relativ schwierig, da im Blut nach so kurzer Zeit jedoch kaum Antikörper nachweisbar sind.

Nur auf Verdacht eine Spinalpunktion durchzuführen, wäre aber seines Erachtens zu riskant. In der Rückenmarksflüssigkeit wären die Antikörper nämlich etwas früher nachzuweisen…

Eine Borreliose hingegen wäre aber nach so kurzer Zeit noch nicht ausgebrochen. Das macht die Borreliose ja auch so tückisch, dass kaum jemand seine Krankheitssymptome dann noch mit dem Zeckenbiss in Verbindung bringt…

Was mich sehr überrascht hat, ist seine Auskunft, dass es entgegen eines früher bekommenen Rates genau anders herum ist: FSME ist eine Virus-Infektion und kann nicht oder nur sehr schwer behandelt werden.

Borreliose dagegen ist bakteriell und die Schulmedizin kennt dazu immerhin die Antibiotika. Da ist meine Heilpraktikerin wohl ebenfalls einem Irrtum aufgesessen… Dies alles führt natürlich nicht gerade zur Erleichterung meinerseits.

Wie gut, dass ich die Zecke aufbewahrt habe, so konnten wir sie zur Untersuchung einschicken. Die Laboruntersuchung müssen wir aus eigener Tasche zahlen, aber heute früh habe ich das Ergebnis bekommen: Borellien positiv, FSME negativ.
In diesem Fall haben wir “Glück gehabt” – denn FSME kann nicht übertragen worden sein und es handelt sich vielleicht nur um eine Sommergrippe.

Meine Schlussfolgerung daraus: Immer die Zecke aufheben, dann ist vielleicht eine Diagnose im Ausschlussverfahren möglich. In unserem Fall hat es sehr zur Erleichterung beigetragen.

Gott sei Dank!

edit: Der positive Borrelien-Befund macht eine prophylaktische Antibiotika-Behandlung erforderlich. Man könne theoretisch auch warten, ob sich ein Borrelien-Titter entwickelt, das kann jedoch dauern. Es ist nach Meinung des Arztes angezeigt, so früh wie möglich einzugreifen, dann ist die Prognose bei Borelliose am Besten.

Ist die Zeckenzeit vorbei?

Heute hat mich nochmal ein neuer Kommentar zu meinem Artikel “Werbung für oder gegen Zecken” erreicht. Leider hat bis jetzt niemand ein eigenes Foto von “Zeckenwebung” beigesteuert.

Schade, wir wiederholen diese Aktion dann im nächsten Frühjahr. ;-)

Jetzt ist Sommer, in den Apothekenschaufenstern werden Reiseapotheken ausgestellt und Sonnencreme.

Ist die Zeckenzeit also vorbei?

Nein. Nur die Wachsamkeit und die Medienaufmerksamkeit haben nachgelassen. In der Praxis meiner Heilpraktikerin habe ich (ebenfalls heute) ein sehr informatives Papier mitgenommen: Die 5 Zecken-Irrtümer.

Und auf Platz 1: Zeckengefahr droht nur im Frühjahr. Falsch!

Da die Aktivität der Zecke von der Außentemperatur abhängig ist, ist eigentlich fast immer Zeckensaison. Bei etwa 7°C werden die Tiere aktiv und somit kann es Zeckenbisse auch an milden Wintertagen geben.

Die weiteren populären Irrtümer zum Zeckenthema sind:

2. Nur Süddeutschland ist Zeckengebiet. Falsch!

Die Zecken sind in ganz Deutschland verbreitet. Die Borreliose kann man sich von der Nordsee bis ins Alpenland holen. Die Karte der FSME-Risikogebiete muß ständig erweitert werden.

3. Zecken fallen von den Bäumen. Falsch!

Zecken sitzen auf Büschen, im Unterholz und an langen Gräsern! Also auch in Ihrem Garten!

4. Gegen Zecken kann man sich impfen lassen. Falsch!

Die Schutzimpfung gibt es gegen FSME, nicht aber gegen Borelliose.

Gegen die Zecke an sich hilft per definitionem keine Impfung, denn Impfungen erzeugen im Körper Antikörper, die Zecke ist jedoch “draußen“.

5. Zecken lassen sich mit Hilfe von Öl gut entfernen. Falsch!

Zeckenzange oder Zeckenkarte. Und möglichst schnell entfernen.

Niemals quetschen oder drücken oder drehen! Alle Attacken mit Öl, Alkohol, oder Nagellackentferner veranlassen das Tier nur zu vermehrter Speichelabsonderung, was die Infektionsgefahr erhöht.

Das Informationsblatt stammt vom Labor Dres. Hauss und dort gibt es noch weitere sehr präzise Informationen speziell auch zu den Symptomen einer durch Zeckenbiss übertragenen Borelliose.

Man kann im Falle eine Zeckenbisses die Zecke in das Labor einsenden und zu einem bezahlbaren Preis untersuchen lassen, dann kann man recht schnell eine Übertragung der Borelliose ausschliessen oder hat Gewissheit, dass die Zecke mit Borrellien infiziert war. Im Fall einer möglichen Übertagung der Borreliose können dann sehr schnell gezielte Maßnahmen ergriffen werden.

Der aufgeklärte Umgang mit dem Thema Zecken erhöht in jedem Fall die Achtsamkeit auch in Bezug auf möglicherweise später folgende Symptome und behält das Thema Borrellien im Hinterkopf…

Werbung für oder gegen Zecken?

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Dies ist der Schaukasten unserer hiesigen Apotheke. Die Hochglanz-Zecke ist nicht 2 Meter groß, wie ich in einem früheren Beitrag bereits einmal erwähnt habe…

Ich muss jedoch den Designern der Pharma – Werbemittel – Abteilungen doch eine gewisse Liebe zum Detail attestieren. Die kleinen Kuschel-Zecken sind doch zu putzig.
Ich würde mich sehr über weitere Beispiele von Zecken-Werbung in Apotheken landauf, landab freuen.

Schärfen Sie Ihren Blick für das Werbebudget der pharmazeutischen Industrie, zücken Sie die Kamera und setzen Sie Ihr Bild in einen Kommentar zu diesem Artikel hinein.

kurze Anleitung zum Einfügen eines Bildes:

  • Laden Sie Ihr Foto am besten zu “all you can upload” hoch (http://allyoucanupload.webshots.com/)
  • wählen Sie vor dem Upload “resize image” für Blogs und Websites aus dem Pull-Down-Menü, damit wird das Bild dann 320×240 Pixel groß
  • und kopieren Sie den Link (Es ist der fünfte Link von oben: “Links to original image – for blog or website”) in Ihren Kommentar hinein.
  • fertig!

Ich bin sehr gespannt!

Chrysanthemen gegen Zecken

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Ich verwende als vorbeugenden Schutz gegen Zecken ein Spray aus dem Extrakt von Chrysanthemen-Blüten. Es heißt Bio-Insektal. Dieser Stoff ist ungiftig und lähmt die Zecken, so dass diese sich nicht festbeißen können.

Auf der Packung ist nicht ausdrücklich beschrieben, dass das Spray auf die Haut aufgetragen werden soll. Es wird aber auch nicht davor gewarnt. Ich denke, es ist allemal ungiftiger, als diverse andere “Hautschutzmittel” – diese haben eine ausdrückliche formelle pharmazeutische Zulassung. Ungiftig sind sie deswegen noch lange nicht.
Ich handhabe das so, dass ich vor allem Schuhe und Kleidung einsprühe. Wenn dann die Arme auch was abbekommen, ist es zumindest ein ungiftiges Naturprodukt..
Das Spray ist auch für Tiere gut geeignet. Man muss es ein wenig ins Fell einrubbeln, dann wird es auch nicht sofort wieder abgeschleckt. Auch hier gilt: Lieber ein ungiftiges Spray verwenden, als eines, das wirklich erwiesenermaßen Gifte enthält. Packungsbeilage lesen!
Eine weitere Anwendungsmöglichkeit: Die Wände und Decken der Schlafzimmer (vor allem rund um die Lampen) einsprühen, das hält auch Schnaken (Stechmücken) fern. Oder beim Camping: gut fürs Zelt…
Da die meisten Zecken sich momentan in den Gärten aufhalten und nicht im Wald, ist es auch – zumindest in kleineren Gärten – denkbar, die Büsche, Hecken, Rosen und andere Zeckenträger mit dem Spray einzusprühen. Ein beobachteter Nebeneffekt bei Rosen: die Läuse waren auch weg.
Das Spray ist zu einem vernünftigen Preis in der 1-Liter-Flasche zu haben, kleinere Einheiten sind relativ gesehen zu teuer. Es gibt jedoch auch kleinere Zerstäuber zu kaufen, so dass man sich eine “mobile” Menge für unterwegs leicht abfüllen kann.
Bitte unbedingt immer schütteln, denn im Spray werden keine Emulgatoren verwendet.

Zecken entfernen

Mein Sohn hat sich gestern zwei Zecken im Garten eingefangen und das wühlt die alte Diskussion um die FSME-Impfung wieder auf.

Momentan möchte ich vor allem einmal festhalten, was man auf jeden Fall tun sollte, unabhängig davon, wie die persönliche Entscheidung zur FSME-Impfung ausfällt.

Kein Zweifel: Die Zecke muss so schnell wie möglich entfernt werden. In der Apotheke gibt es neuerdings eine superpraktische Zeckenkarte, die im Scheck-Karten-Format immer im Geldbeutel dabei sein kann. Kostenpunkt: 2,10 € (hier auf dem platten Land – Preisvergleich bei Medipreis: hier)
Die Zeckenkarte hat den Vorteil, dass mittels der kleinen Kerben die Zecke von unten angesetzt einfach nach oben heraus gehoben werden kann. Ein Quetschen des Spinnentierchens wie bei der Fingernagel-Methode oder bei der Entfernung mittels Zeckenzange findet nicht statt. Grenzen der Anwendung sind bei super-super-winzigen Tierchen, da hab ich dann auch die Zecken-Zange genommen.

Absolutes No!No! ist bekannterweise:

  • Drehen der Zecke
  • Anwendung von Öl oder Klebstoff.

Das verleitet das Tierchen nur dazu, noch mehr Speichelsekret in die Biss-Stelle abzusondern, was die Infektionsgefahr erhöht.

Durch das Quetschen mit der Zange oder den Fingernägeln erhöht sich auch die Gefahr, dass die Zecke ihren Darminhalt in die Bisstelle entleert, quasi ausgequetscht wird. Im Darm einer infizierten Zecke sitzen die Borrelien-Erreger. Daher erfolgt eine Borrelien-Infektion auch nicht sofort mit dem Biss, sondern erst nach einer gewissen Zeit. Eine FSME-Übertragung geht leider schneller, da diese Erreger im Speichel der infizierten Zecke sitzen.

Wenn die Zecke entfernt ist, sollte man sie aufbewahren. Im Bild oben ist so ein kleines Röhrchen zu erkennen, wie man es auch für Globuli verwendet. Da hinein kommt das Tierchen, auf das Röhrchen gehören folgende Informationen: Datum, evt. Uhrzeit und Name der befallenen Person. Alternativ gehen auch die guten alten Film-Dosen. Oder man könnte die Zecke mit Tesa auf eine Karteikarte kleben. Da sollte sie aber auf jeden Fall wirklich richtig tot sein, sonst krabbelt sie womöglich noch irgendwo hin…

Sollten sich Wochen später dann unklare Symptome der Borreliose oder der FSME zeigen, dann können die infrage kommenden Zecken auf Erreger untersucht werden. Ob die Untersuchung dann von der Krankenkasse im Erkrankungsfall bezahlt wird, weiß ich nicht.

Das Zeckenlabor beschreibt einen möglichen Nutzen so:

“Wer nach einem Zeckenstich nicht warten will, bis sich Anzeichen einer Erkrankung zeigen, kann neuerdings die Zecke auf Erreger untersuchen lassen. War sie erregerfrei, ist eine Übertragung nicht möglich. War sie positiv, kann der Betroffene diesen Befund mit zum Arzt nehmen, der somit einen zusätzlichen Hinweis erhält. Das ist insbesondere dann hilfreich, wenn die beobachtbaren Symptome nicht voll oder typisch ausgeprägt sind. Und das ist leider nicht selten bei der Borreliose.”

Das ist halt eine Kostenfrage, denn je nach Labor werden auf jeden Fall 35 bis 50 € fällig. Pro Zecke. Und pro Erreger. Ausserdem kann man mit dem entsprechenden Bewußt-Sein auch ohne Labor-Untersuchung dem Arzt einen Hinweis geben. Und das “Bewußt werden” wird ganz gut unterstützt durch den Akt der Eindosens von “gebrauchten” Zecken.

Wer trotzdem Zecken untersuchen lassen möchte kann sich beispielsweise an das Labor der Uni Kiel wenden. Dort gibt es auch einen Link zu einer sehr ausführlichen Informationsseite über die Biologie der Zecken und die durch sie übertragenen Krankheiten.

Ein weiteres Labor ist beispielsweise das synlab Zeckenlabor in Weiden. Auf deren Homepage findet sich auch eine sehr gute Karte (pdf) zur Einschätzung des FSME-Risikos.

Da hab ich zum Beispiel jetzt entdeckt, dass im Gegensatz zur Behauptung meines damaligen Arztes unser Gebiet um Pegnitz eben NICHT zu den “Hochrisiko-Gebieten” gehört sondern “nur” ein FSME-Risiko-Gebiet ist. Also überprüfen Sie solche Aussagen im Zweifelsfall auch mal, bevor Sie jemandem blind glauben.

  • Erkenntnis des Tages: Zecken sollten ohne Quetschen entfernt und sinnvollerweise aufbewahrt werden.

FSME

Gestern hatte ich mit meiner Heilpraktikerin ein Gespräch über FSME und Borreliose und die Impfung.

Ihre Sicht der Dinge:

FSME ist nicht mehr so gefährlich, wie es vor einigen Jahrzehnten noch war. Viele Ängste, ein Kind oder auch Erwachsener, der FSME bekommt, könne den Verstand verlieren oder verblöden – durchaus ein Risiko bei Hirnhautentzündung! – stammen noch aus der Zeit, wo Kinder “kein Kopfweh hatten”. In den 60ern und 70ern des vorigen Jahrhunderts wurde ein Kind mit Kopfweh nicht ernst genommen. Heute schon. Damals wurde das Kopfweh erst ernst genommen und untersucht, wenn es quasi schon zu spät war.

Heute kann man Hirnhautentzündung gut mit Antibiotika behandeln und die Anzeichen werden frühzeitig und rechtzeitig ernst genommen. FSME ist behandelbar.

edit: leider ist diese Information falsch :-(

Aus ihrer Sicht der Dinge macht die Zeckenschutzimpfung keinen Sinn, denn gegen die weitaus gefährlichere Borreliose hilft die Impfung ohnehin nicht. Hingegen sind ihr aus der Literatur einige Fälle bekannt, in denen FSME durch die Impfung erst ausgelöst und hervorgerufen wurde. Ganz zu schweigen von weitaus ernsteren Komplikationen, die nie als Impfschäden erscheinen würden, weil ein eindeutiger Zusammenhang angeblich nicht beweisbar ist.

Die Borreliose ist das eigentlich Tückische. Weil die Symptome der Krankheit so spät auftreten, dass oft gar nicht mehr an einen Zusammenhang mit dem Zeckenbiss gedacht wird. Und dann ein jahrelanges Leid(en) folgen kann. Zum Glück sind unsere Ärzte heute mehr sensibilisiert, was das Auftreten der von Zecken übertragenen Krankheiten betrifft, so dass heute weitaus mehr Borreliose-Fälle überhaupt diagnostiziert werden als früher.

Meine Schlussfolgerung? Ich werde mich und meine Kinder nicht gegen Zecken impfen lassen. Die Impfung ist mir zu gefährlich.

Allerdings bin ich mir auch sehr unsicher, was die FSME betrifft. Wenn ich da so in Google suche, dann bekomme ich ziemliche Horrormeldungen. Panikmache? Allgemein verbreitete Angst? Kollektive Fehlinformation oder doch Realität? Oder gezielte Panikmache?
Wenn schon im kleinsten Dorf auf der Pampa in der dortigen Apotheke großformatige Hochglanz-Zecken die Schaufenster zieren, dann steckt da ein riesiger Werbe-Etat von riesigen Pharmakonzernen dahinter. Und ich beginne zu ahnen, woher der Wind weht.

edit:

FSME ist viral und kann nicht oder nur schwer behandelt werden. Borreliose ist eine bakterielle Infektion und eher behandelbar, die Tücke liegt bei Borreliose in der zeitlichen Verzögerung der Symptome und in der Zuordnung zum Zeckenbiss.

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Mir fällt es unheimlich schwer, ein Buch wegzuwefen. Altpapier ist einfach viel zu grausam für die papiernen Freunde.

Die sonstigen Möglichkeiten mit Versteigern oder auf Online-Marktplätzen anbieten... das finde ich alles so aufwendig.

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