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Endlich wieder zeichnen!
Es kommt ja nicht so oft vor, dass ich ein Buch wirklich so druckfrisch in Händen halte, aber an den vielen begeisterten Beiträgen in der amerikanischen Blogosphäre merke ich, dass ich diesmal was richtig Neues erwischt habe: Drawing Lab…
Und richtig: als ich aufs Erscheinungsdatum gucke, steht da Juli 2010 – Mann, und ich hab es gestern bekommen, abends bereits halb verschlungen und heute schon die erste Übung absolviert!
Dieses Buch macht mir *richtig* Lust aufs Zeichnen – anders als in anderen Büchern, in denen mehr oder weniger öde Übungen abgespult werden [ich zeichne nicht so gerne Bagels] – machen die einzelnen “Labs” wirklich Laune. Einfachste Englischkenntnisse reichen völlig aus, um die kurzen Anweisungen zu verstehen, die Bilder sprechen für sich und die Gestaltung des Buches ist ein Gedicht.
Vor einigen Tagen habe ich mir (und anderen) noch die Frage gestellt, was man denn jeden Tag tun könne, um etwas “Kreatives” zu machen – einige Monate sind schon ins Land gegangen, in denen ich meine kreativen Vorbilder bewundert habe und selber mit meinen eigenen Versuchen NUR unzufrieden war.
So richtig habe ich keinen Zugang gefunden, mir wirklich eine kleine mobile Kreativ-Tasche zu packen (neudeutsch: Art-Kit) oder wirklich mit einem visuellen Tagebuch zu beginnen (Art-Journal) – gleichwohl wuchs der Neid auf die anderen, die das zelebrieren, durchziehen, einfach machen und damit selig sind (und auch noch gigantisch tolle Blogs damit füllen).
Wie also geht der Schritt von der kreativen Anregung von außen hin zum eigenen Tun, das mir auch eine gewisse Befriedigung verschafft?
Drawing Lab könnte eine Antwort sein. Es ist nämlich gar nicht so leicht mit der großen Freiheit, wirklich alles malen zu können, eine riesige Liste an interessanten Themen zu haben und dann vor dem sprichwörtlichen weißen Blatt zu sitzen und vor lauter Blockade keinen Finger rühren zu können… noch dazu mit so angeborenen schwachen Entscheidungsmuskeln… tstststs…
In Drawing Labs wird bereits im Vorwort darauf eingegangen: Eine Einschränkung erst ermöglicht die Kreativität.
Diese Limitierung sieht in dem Buch so aus, dass jedes einzelne Lab (der Name erinnert nicht nur zufällig an einen Versuch im Labor), jede einzelne Übung ein ganz konkretes Thema hat. Und die ist eben zu bearbeiten.
Glücklicherweise macht schon das allererste Thema richtig Spaß:
Schnappe Dir Papier und einen Fineliner, setze Dich ins Bett und zeichne Katzen. Einfach so, aus der Vorstellung. Kopf, Ohren, Nase, die Augen mit der schmalen Pupille, Beine, Schwanz…
Das mit dem Bett ist wichtig, denn auf der Matratze ist der Untergrund wackelig und weich, da können keine “perfekten” Katzen entstehen.
Und zur Krönung soll man auch mal die nichtdominante Hand verwenden. Meine Überraschung war perfekt, als die mit “rechts” (ich bin *eigentlich* Linkshänderin) gezeichneten Katzen dann sogar auch noch richtig gut ausgeschaut haben!
Die 52 kreativen Übungen, “um Zeichnen zu einem Spaß zu machen” (so der Untertitel) gliedern sich in sieben Kapitel. Die einzelnen Themenbereiche sind:
Inspiriert durch…
- Tiere
- Leute
- berühmte Künstler
- Kinder und Kindheit
- Phantasie
- Natur
- Bücher und Kultur
Ich glaube, der Anspruch, das Zeichnen wirklich wieder zu einem Vergnügen und zu einer Bereicherung zu machen, ist in diesem Buch nicht zu hoch gegriffen. Zufriedenheit entsteht erst durchs Tun. “Schöne” Zeichnungen entstehen durch Übung – und nur was Spaß macht, wiederholt man oft genug, um “gut” zu werden.
Zeichnen ist eines der preiswertesten Hobbies überhaupt, nicht viel mehr als ein paar Sifte und Papier sind vonnöten. Zeichnen ist auch eine der glückstiftenden Tätigkeiten, das Verlangsamen des Alltags, das Hinschauen, das sich Einlassen auf die direkte Verbindung von Auge und Hand – ohne den störenden Verstand – das hat durchaus etwas Meditatives…
Ich bin froh, dass mir dieses Buch eine Antwort auf meine Frage nach dem “täglichen kreativen Tun” geben kann – für mich heißt es mit den 52 Übungen “back to the roots”, da ich als Kind und Teenager gerne gezeichnet habe und dies als Erwachsene nun schon lange genug negiert und ignoriert habe.
Für jemanden, der das Zeichnen gerne erlernen möchte, halte ich dieses Buch aber für ebenso geeignet – einfach weil der Spaßfaktor so sehr im Vordergrund steht und weil von Anfang an darauf Wert gelegt wird, dass kein falscher Perfektionsanspruch aufkommt.
Ich freu mich jedenfalls schon tierisch auf die Picasso-Dogs, die Paper-Dolls, die Käfer, die Klee-Transfer-Paintings oder die Übung mit den Mystery Colors… *glänz*
Und falls jemand Interesse hat, sich mit mir über die einzelnen Labs auszutauschen, dann bitte gerne eine Mail an mich (siehe Impressum) oder via Twitter @indivisuell mit #drawinglab als Stichwort.
Ein (Mini-) Journal für strategische Planung
Ich habe zusätzlich zu dem bereits gezeigten Journal noch ein zweites selbstgemachtes Journal am Start, in das ich meine “Projektstrategien” eintragen will. Angeregt hatte mich dazu ein Artikel im Blog von Lisa Sonora Beam – eine Inspirationsquelle in der englischsprachigen Journaling-Szene.
Im Moment ist es noch nicht so ganz leicht, wie ich mir das vorgestellt habe, weil die blanken Seiten eine ziemliche Hürde sind, auch wenn sie bereits aus farbigem Papier bestehen.
Die Herstellung des Journals habe ich jetzt noch nicht extra beschrieben, in meinem Flickr-Album Journal#2 finden sich dazu aber einige zusätzliche Bilder aus der Entstehungsphase.
Heute habe ich die noch leeren Seiten mit Collage-Elementen beklebt, um die Dinge wieder ins Rollen zu bringen. Aus den dazu entstandenen Fotos habe ich wieder ein kleines Video geschnitzt ->
Die Idee dahinter ist, die Ziele der nächsten Zeit (ich denke da so an ein Quartal oder Halbjahr) auf eine an*schau*liche Art und Weise in so ein kleines Büchlein zu bannen, denn so wertvoll auch das tägliche Schreiben von Morgenseiten ist und soviel Klärung von verstrickten Gedankenmühlen darin auch stattfindet – sie haben einen entscheidenden Nachteil: Chronologie. Oder anders übersetzt: die Vergangenheitsfalle.
Jede Idee, die ich mitunter mit einigem Staunen auf das Papier der Morgenseiten setze, wird bereits am nächsten Morgen durch eine neue Schicht überlagert. Geschichten werden übereinandergeschichtet. Und ich habe da nach einigen Tagen und Wochen bereits den Überblick verloren.
Nun mache ich das ja nicht erst seit gestern, sondern schon seit einigen Jahren – und speziell in den letzten paar Monaten haben sich Gedanken, Lösungen, Ideen und Erkenntnisse ganz schön verdichtet und vermehrt.
Es bleibt also weiter spannend, denn ich habe für mich bereits herausgefunden, dass ein Überblick und eine sichtbare visuelle Gedankenstütze unabdingbar notwendig sind, wenn ich nicht ständig zwischen gefühlten dreihundert Ideen hin- und her taumeln will.
Leider habe ich noch nicht so ganz herausgefunden, *wie* ich genau diese visuelle Stütze umsetzen kann, aber ich bleibe dran. Ich werde weiter berichten.
Das Mini-Journal beginnt zu wachsen
Ich habe einige Seiten im Mini-Journal bearbeitet. Im Moment ist es noch ein langsamer Fortschritt, aber es macht Spaß. Primär habe ich dekorative Alphabethe eingeklebt und ein wenig gekritzelt, ge"doodelt"…
Heute habe ich auch meine ganze Papier-Schätze und Vorräte nach Sorten geordnet, jetzt macht es wieder viel mehr Spaß, auf das Material zuzugreifen und es eben auch zu benutzen und zu verbrauchen.
Die kleinsten Schnipsel und das sogenannte Ephemera, das mir dabei in die Finger gekommen ist, habe ich ein eine Zip-Tasche gefüllt und die wird mich auf meinem morgigen Ausflug samt Schere und Klebestift begleiten.
Das Mini-Art-Journal oder Kreativ-Tagebuch oder wie auch immer man es nennen könnte wächst nicht linear, nicht chronologisch.
Die Seiten wachsen gleichzeitig, es ist eigentlich eher wie in einem Garten. Man sät auf einer Seite etwas an und ein paar Tage später kommt wieder etwas Neues dazu. Im Vordergrund stehen das Wachsen lassen und das Spielerische…. ich freu mich aufs Weitermachen.
[Collage mit Picasa erstellt]
Mini-Journal
Wenn das alles klappt, dann kommt hier mein erstes selbstgebautes Video – eine Diaschau.
Ich habe gestern aus einer Grußkarte und verschiedenen übrigen Papieren ein kleines kreatives Mini-Journal gebaut.
Zusammengenäht ist es übrigens mit Zahnseide
das gibt so einen netten minzigen Geruch *zwinker*
Dauer: 00:00:49
Größe: 8,6 MB
Art-Journal
Wie bereits am Freitag in meinem Freitagsfüller geplant, habe ich mit meiner Tochter endlich wieder mal was Kreatives gemacht. Sie liebt es ebenso wie ich, mit Acrylfarben und Bilderschnipseln Collagen zu machen. Seit meinem Adventskalender-Projekt im letzten Jahr ist es da jedoch mit den Gelegenheiten etwas rar geworden.
Zudem gibt es neben fehlender Gelegenheit (“aufraffen, herräumen..”) auch noch andere Hindernisse: Bisher haben wir für die Collagen immer einen fertigen Malgrund hergenommen, so eine mit Leinwand bezogene Pappe, die vorgrundiert ist.
Das Problem ist nur: Das geht a) irgendwann ins Geld und b) was macht man mit den ganzen entstehenden Werken? Alle kann man die ja nicht in der Wohnung aufhängen.
Unsere Lösung heißt: wir machen ein Art-Journal. Das ist ein leeres Notizbuch*, in das man nach Herzenslust malen, kleben, schnipseln und stempeln kann. Da können wir nun Seite für Seite einfach nur spielerisch ausprobieren, über tolle Effekte staunen, Spaß haben, kreativ sein und haben letztlich “nur” ein Buch, das wir aufbewahren müssen. Platzproblem elegant gelöst
So lässt sich das Motto, das ich in mein Journal gestempelt habe, vielleicht auch wirklich umsetzen:
“create everyday”
Anmerkung: * Es gibt auch Art-Journals [Journale?], die nicht in leere Notizbücher angelegt werden, sondern die in richtige (alte) gedruckte Bücher gefertigt werden. Das nennt sich dann “altered book” in der einschlägigen englischsprachigen Szene.












