Artikel-Schlagworte: „15 Minuten“
Wo soll ich nur anfangen?
Ich habe mir lange hin und her überlegt, mit welchem Raum in der Wohnung ich denn beginnen soll. “Entrümpeln, Unordnung beseitigen und ein bisschen schöner gestalten”, das waren so schwammige Vorstellungen im Kopf. “Wenn möglich, auch ein bisschen die Feng Shui-Regeln nach den 5 Elementen beachten”, alles nur sehr vage definiert…
… das Ende vom Lied war, das ich nirgendwo angefangen habe und es überall unbefriedigend ausgeschaut hat.
Letzte Woche habe ich dann einfach mit dem kleinen Bad im Obergeschoss angefangen. Dort hat mich immer gestört, dass man möglicherweise zum Fenster hineinsehen kann – also musste eine neue Lösung für den kürzlich kaputt gegangenen Rollo her. Das war ein guter Auslöser, denn jetzt ist es richtig nett geworden: ein neuer Sichtschutz, zwei Teelichter auf der Ablage, in Kürze kommen noch schöne rote Handtücher und ein roter Badteppich. Passend zum Süden (Feuer).
Erkenntnis des Tages:
Einfach mit dem Punkt anfangen, der am meisten nervt. (hier der fehlende Sichtschutz).
- in diesem Raum ein wenig Überflüssiges aussortieren und die Ablageflächen etwas entschlacken (15 Minuten)
- Fenster putzen (nur diesen einen Raum, eventuell sogar nur EIN Fenster, das sind 10 Minuten)
- und eine farbliche Grundrenovierung mit neuen Handtüchern (gibt es immer wieder mal im Set billiger – einfach mal in den Versandkatalogen blättern)
Wenn man erst mal angefangen hat, kommen die Ideen ganz von alleine:
- Welches Möbelstück würde noch fehlen?
- Gibt es ein Stauraum-Problem?
- Gibt es ein nettes Deko-Stück, das schon immer hierher gehört hätte?
- Was ist mit ein, zwei frischen Pflanzen?
- Haben Sie eine Duftlampe, die an anderer Stelle verkümmert?
Das Bad ist auch aus einem weiteren Grund der ideale Anfangspunkt: Hier beginne ich morgens meinen Tag und hier pflege ich meinen Körper. Hier sollte ich mich zuallererst wohlfühlen!
Aus diesem Grund kommt dann gleich als Nächstes das Schlafzimmer dran
You can do anything…
… for 15 minutes!
Ja, ich weiß. Ich wiederhole mich.
Ich habe so ein ungeliebtes Projekt vor mir hergeschoben: die völlig überfüllte und gerümpelte Speisekammer. Es hat nur eines winzigen Funkens bedurft, um die Initialzündung auszulösen. Mein Partner stand in der Speis und guckte so herum, wo er denn anfangen könnte, mit dem Aufräumen – *zisch* – schon war ich mittendrin:
- Selten Benötigtes in die allerobersten Regale.
- Die Umzugskartons mit zu Sortierendem in das Büro (DAS ist jetzt der allerletzte ungeordnete Ort in unserer Wohnung).
- Weiter im Text: Vorräte nach Gruppen sortiert in die Regale.
- Ein Packerl Reis war mit diesen winzigen Tierchen versetzt. Weg damit.
- Und noch ein paar andere Dinge in die Tonne…
Es hat alles in allem natürlich ein wenig länger gedauert als nur 15 Minuten.
Aber es hat wesentlich weniger lange gedauert, als ich mir immer vorgestellt habe…
- Erkenntnis des Tages:
Anfangen hilft. Nach 15 Minuten darf ich aufhören, wenn es absolut keinen Spaß macht. In 15 Minuten komme ich überraschend weit.
Es ist wesentlich hilfreicher, mir vorzustellen, wie es (das Projekt) fertig aussehen wird, als mir vorzustellen, wie lange ich wohl dazu brauchen werde…
Freie Startbahn
Irgendwie bedrückt mich das vorweihnachtliche Chaos ein wenig. In meinem Büro schaut es ziemlich furchtbar aus und die Chancen, dass alles Entrümpeln und Aufräumen wieder mal zu einem Silvester-Vorsatz wird, stehen gut. Warum nur ist es so schwer, Überflüssiges los zu lassen?
Gerade vor Weihnachten vervielfacht sich der Stress und es steht 1 zu 12, dass auch noch irgendein lieber Mensch ausgerechnet im Advent Geburtstag hat. Chaos, fehlender Überblick, Druck und Streß prägen (bei mir) die “stade” Zeit.
Ein Telefonat mit der Wissensagentur hat mir wieder einmal eine Tatsache von “Getting Things Done” ins Gedächtnis gerufen, die ich schon seit einiger Zeit verdrängt hatte. David Allen schreibt in “Wie ich die Dinge geregelt kriege”, das die Startbahn frei sein muss, wenn man mit dem Flugzeug fliegen will.
Schon damals habe ich beim Lesen des Buches eine Zeichnung dazu angefertigt… die habe ich mir jetzt wieder herausgesucht.
Außerdem habe ich gestern meinen Schreibtisch b l i t z e b l a n k aufgeräumt. Es ist NIX mehr drauf.
Und jetzt stellt sich so langsam das Gefühl ein, ich könnte ja diese eine Mappe auf den Schreibtisch legen und durchsehen und verschlanken… oder diese Kiste mit den CD`s für den Computer… mal gucken, welche Datensicherung noch wichtig ist….
Mit der freien Startbahn habe ich endlich Platz, um so ein Projekt zu starten. Dann finde ich auch die nötigen 15 Minuten.
Ich war zu lange gedanklich auf der Ebene 2, ohne mich um den Zustand meines Rollfeldes zu kümmern.
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Meine Morgenroutine…
So schöne Stimmungsbilder sieht nur, wer jeden Tag 15 Minuten spazieren geht. Zu jeder Tageszeit etwas anderes… Entdeckungsreisen lohnen sich!
(Glücklicherweise habe ich zu 98 % meine Kamera bei mir – weitere Bilder hiervon gibt es bei flickr.)
Das falsche Ziel?
Heute fand ich einen sehr hilfreichen Text in Flyladys Mail:
Man sagt ja, dass es 21 oder 27 Tage dauert, um eine bestimmte Tätikeit als Routine im Unterbewußtsein zu verankern.
Flylady schreibt, dass sie sich vorgenommen hatte, 27 Tage lang mit ihrer “Tretmühle” durchzuhalten, um die Bewegung auf dem Heimtrainer als neue Gewohnheit zu verankern. Das war jedoch das falsche Ziel. Als sie 30 Tage erreicht hatte, hat sie wieder aufgehört. Sie hatte ihr Ziel erreicht.
Jetzt ist ihr Ziel, jeden Tag 15 Minuten Bewegung zu haben, Tretmühle oder Spaziergang oder irgend etwas.
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Ich finde, das ist der richtige Blickwinkel. Wie oft bin ich schon mit dem falschen Ziel gescheitert. Ich glaube, es funktioniert besser, wenn man sich solche Verbesserungswünsche als Routine angewöhnt. Nicht zuviel auf einmal. Nur kleine Schritte, dann stolpert man auch nicht.
Ich bin noch weit davon entfernt, jemals Flyladys “Missionen” mitmachen zu können, noch arbeite ich an meiner Abendroutine… und an der Gewohnheit, mich jeden Tag wenigstens 15 Minuten zu bewegen.
Das unterscheidet ein Projekt von einem Prozess. Ich kann “mehr Bewegung” nicht als Projekt betrachten. (Zur Wortfalle “Mehr” gibt es übrigens hier einen Beitrag).
- Ein Projekt ist dadurch definiert, dass es einen Abschluss hat. Zählbar, messbar, bezifferbar. Mit Datum und einem Ergebnis. Bei einem Projekt kann ich genau sagen, was hinten dabei herauskommen soll. Ein Projekt kann ich wunderbar mit GTD (“Getting Things Done – Wie ich die Dinge geregelt kriege”) in den Griff bekommen.
- Flylady hat erkannt, dass Hausarbeit und persönlicher Fortschritt (“mehr Bewegung” oder was auch immer) ein Prozess ist und kein Projekt. Hausarbeit hat per definitionem kein Ende…
…leider.
Einen Prozess kann ich nur mit Routinen und Gewohnheiten steuern und voranbringen, einfach weil es erforderlich ist, jeden Tag etwas dafür zu tun – und wenn es nur eine Winzigkeit ist.
Es hilft leider auch nicht, sich mit Disziplin zu knechten. Obwohl Disziplin sehr hilfreich ist, steht sie in der Beliebtheit irgendwo zwischen Dentist und Durchfall. Das falsche Ziel kann ich auch mit der härtesten Disziplin nicht durchpeitschen.
Ich kann mich aber ziemlich gut motivieren, wenn ich merke, dass so eine neue Gewohnheit ja einen positiven Nebeneffekt hat. Wenn ich jeden Abend die Klamotten der Kinder herauslege, dann ist der folgende Morgen entspannter, weil eine Tätigkeit weniger zu erledigen ist. Da kommt die Disziplin von ganz allein.
Es ist nur eine Frage des richtigen Zieles. Was möchte ich gerne erreichen?
Flylady sagt: Fang an zu fliegen.
Selbstorganisation kann funktionieren
Im Blog Wohlfühlen von Nati bin ich auf den Beitrag “Mein Prinzip der Selbstorganisation” gestoßen – ein willkommener Anlass, wieder einmal Bilanz zu ziehen bei den Dingen, die bei mir funktionieren:
Ich gehöre auch zu denen, die alles Mögliche ausprobiert haben – den größten Fehlgriff habe ich mit dem “Super-Buch” getan: In einer gebundenen Kladde wird einfach alles gesammelt, was so anfällt. Das schaut dann nach einiger Zeit richtig gruselig aus. Auf jeder Seite drei Viertel Durchgestrichenes, restliche wichtige Infos eingekringelt oder angemarkert – letztlich funktioniert es nicht.
Ein Zeitplanbuch ist schon besser, jedoch ist es ebenfalls schwierig, die Übersicht über die nicht-termingebundenen Dinge zu behalten, weil die abseits vom Termin-Kalender wieder in irgendeiner Listen-Kategorie am Rande landen und dort nicht regelmäßig aktualisiert werden.
Jedes der beiden Systeme hat einen gewissen Charme – beim Superbuch sind endlich alle Informationen an einem Ort und das “ver-ZETTEL-n” hat ein Ende. Letztlich scheitert es an der statischen Struktur einer gebundenen Kladde.
Das Zeitplanbuch ist hochflexibel und mobil - es scheitert an den fehlenden Routinen zur Überprüfung.
Damit bin ich bei dem, was bei mir zur Zeit am besten funktioniert: Tatsächlich ist es das GTD-Konzept von David Allen – in Verbindung mit Konzepten von Flylady.
- Ich habe eine Unterscheidung getroffen (mit externer Hilfe von Alexandra/ Wissensagentur) in berufliche und private Projekte. Projekt ist alles, was mehr als zwei Schritte zur Erledigung bedarf. Beruflich ist ein Projekt, wenn ich damit Geld verdiene oder Einkommen vorbereite. Das ist eine ganz wesentliche Unterscheidung gewesen! Damit habe ich nämlich viele private Projekte als Wunschdenken und “Ich-sollte-mals” überhaupt erst erkannt und konnte sie dann ruhigen Gewissens in eine Vielleicht-Irgendwann- Kategorie stecken.
- Also ergibt sich eine klare Dreiteilung: Berufliche Projekte – wichtige Privatprojekte – Vielleicht-Projekte (oder auch Themenspeicher). Damit habe ich eine Liste meiner Projekte und die Unterlagen dazu in jeweils einer Hängemappe. P01 bis P18 sind die Berufsprojekte, A01 bis A11 die Privaten Projekte. Beleibig erweiterbar.
- Wenn ein Projekt fertig ist, wird die Mappe geleert, Nötiges archiviert, ein Projektfest gefeiert und es ist Platz für Neues
- Für jedes Projekt habe ich einen oder mehrere “Nächste Schritte” und die werden nach Kategorien gesammelt: Telefonieren, Briefpost, Mail, Internet-Recherche, Besorgung in der Stadt, Besprechen mit B.
- Aus dieser Projekt-Sammlung ergibt sich eine Reihenfolge der Wichtigkeit und Dringlichkeit. Es gibt einfach drei, vier besonders wichtige, ergiebige oder vielversprechende Projekte – und so kann ich einen festen Termin im Kalender eintragen: Montag, 9 Uhr Termin mit Projekt P05, Dauer 1 Stunde. Dann ist sichergestellt, dass ich auf jeden Fall an diesem Projekt weiterarbeite. Wenn dieser Termin verstrichen ist, kommt gleich ein Nachfolge-Termin in den Kalender. Damit sind jetzt nicht nur Termine mit Personen, sondern auch Termine mit der eigentlichen Arbeit im Kalender verankert – und diesen schaut man ja noch am ehesten jeden Tag an.
“You can do anything for 15 Minutes”
Ich kann alles für 15 Minuten tun. Walking, Staubsaugen, eine Unlust-Aufgabe oder einen unangenehmen Schritt eines Projektes, der ansonsten liegen bleiben würde, erledigen – oder zumindest anfangen. Ein sehr guter Schweinehund-Überlister.
Das eigentlich Wesentliche beim “Dinge erledigen” ist, eine Routine zu haben: Jede Woche einmal in den Eingangskorb zu schauen, diesen abzuarbeiten dann quillt er nicht mehr so leicht über (und es sind doch alle wichtigen Dinge an einem Platz!). Jeden Freitag 5 Minuten Ablage, jeden Montag Blumen gießen, Jeden Abend die Klamotten für Morgen herauslegen.
Das ist das Konzept von Flylady. Routinen etablieren und “you can do ANYTHING for 15 minutes!”. Seit ich es anwende, habe ich eine sprichwörtliche Explosion der erledigten Dinge. Diese beiden Konzepte GTD und Flylady in Kombination sind die wirksamen Werkzeuge, die genau meine Schwachpunkte überlisten.
Und mit deren Hilfe kann ich die “Sparschweinchen-Zeiten” nutzen, die einfach so irgendwo dazwischen liegen. Noch 20 Minuten bis zum Kindergarten-Abholen? Das sind fünf zusammengelegte T-Shirts. Nicht der ganze Wäschekorb, aber fünf Teile mehr, die in Ordnung sind. Baby-Steps. Die Philosophie der kleinen Schritte – oder wie Alexandra sagt:






