Archiv für die Kategorie „Natur“
In die Natur gehen
So vieles ist zu tun, zu erledigen. Rausgehen? Keine Zeit!
Auch wenn es manchmal schwierig bis unmöglich erscheint… draußen in der Natur, im Wald oder in der freien Landschaft finde ich Ruhe. Es ist gut angelegte Zeit…

Gerade dann, wenn grad alles kompliziert ist und der Kopf schwurbelt. Gerade dann, wenn mich dieses Gefühl so herunterzieht. Aber was erzähl ich, das sollte eigentlich Binsenweisheit sein.
Ich hab meine Wanderkarte der Umgebung wieder ausgegraben und bin derzeit am Ausprobieren:
- Wo komm ich leicht und schnell mal hin?
- Wo gibt es einen verkehrsgünstigen Wanderparkplatz?
- Wie lange dauert dieser Rundweg?
- Gibt es einen geschickten Rundweg, den ich in einem Zeitfenster einfach mal schnell gehen kann?
Je besser ich die Rahmenbedingungen organisiere, umso weniger muss ich nachdenken, wenn es mal schnell darum geht, den Alltag anzuhalten und einfach mal schnell rauszugehen – in die Natur.
Gibt es eine Wanderkarte für Ihre Umgebung?
Wo ist der nächste Stadtpark?
Wo können Sie Kontakt mit der Natur aufnehmen und wann haben Sie das zum letzten Mal gemacht?
Urlaub – Tag eins
Gar nicht so leicht, wirklich Urlaub zu machen. Weil ich morgens nicht wirklich rechtzeitig die Kurve gekratzt habe, hat mich der Anruf meiner Hausbank doch noch ereilt. Der Filialleiter höchstselbst wollte mich von meinem geplanten Vorhaben der Umsiedlung meines Riestervertrages zu einem anderen Anbieter abbringen.
Immerhin kam man mir bei den horrenden StrafVerwaltungsgebühren ein kleines Stück entgegen. Statt 100 € sind jetzt nur noch 75 € fällig, wohlgemerkt, nur fürs Übertragen des Riestervertrages samt Zulagen zum neuen Anbieter. Im Vertrag war zwar von einem “angemessenen Betrag” die Rede, aber im Zweifelsfall ist das eben ein dehnbarer Begriff…
Besonders schön war die ganze Palette der vielen, verkäuferisch glattpolierten Argumente:
- Ich könne ja auch einen zweiten Riestervertrag parallel laufen lassen… ja? und warum? Damit die Verträge und die Beantragung der Zulagen so richtig schön transparent werden?
- Dann wurden die Bandagen härter. Ich solle doch mal meinen Berater fragen, was er bei dem neuen Vertrag verdienen würde…
- …und überhaupt würden ja jetzt neue Abschlußgebühren fällig… und das ist ja dann erst mal negatives Guthaben, sprich Kosten… das würde ja bei dem bestehenden Vertrag wegfallen.
- Und überhaupt wäre es ja wohl sehr positiv, dass ich nur so wenig an eigenem Beitrag einzahlen musste, um in den Genuss der Zulagen zu kommen…
An dieser Stelle wäre mir beinahe der Kragen geplatzt: Erst gestern gab es im Radio die Meldung über das angedachte Begrüßungsgeld für ausländische Fachkräfte.
Und ich als studierte Akademikerin und entschiedene Mutter – weil sich mit dem deutschen Schulsystem leider kaum eine Berufstätigkeit beider Elternteile vereinbaren lässt – sitze mit meiner gesammelten Qualifikation zu Hause und darf dankbar sein, dass ich per Anhängsel-Riester-Vertrag in den Genuß der staatlichen Zulagen komme. Grrrrr.
Nun, ich habe mich dennoch dafür entschieden, die Kündigung und den Übertrag auf den neuen Vertrag aufrecht zu erhalten und mit den klärenden Gesprächen und dem ganzen Briefkram hat das alles auch wieder ein Stündchen gedauert…
Das Blöde an der ganzen Sache: Immer noch kein Urlaub in Sicht. Und leider auch keine Ahnung, was ich wirklich machen will heute…
Das Klumpertal bei Pottenstein bot sich noch als restlicher Gedankenfetzen aus dem Gespräch mit meiner Freundin gestern an… Vorher noch Besorgungen erledigen, den Brief zur Post bringen.
Dann tatsächlich: ich stehe auf dem Wanderparkplatz, parke das Auto. Das Wetter ist traumhaft, schöner könnte es gar nicht sein.
Ich nehme die Markierung “Gelbe Raute” geradeaus. Ganz allein stehe ich in dem sonnendurchfluteten Wald und mir wird mulmig. Mein Strudelwürmli fühlt sich gerade überhaupt nicht mehr wohl. Ich marschiere den kleinsten möglichen Rundweg und kurz vor Ende des Wanderweges, schon in Sichtweite des Parkplatzes habe ich dann doch noch meinen erholsamen Moment gefunden.
Wieder einmal das Fotografieren. Diesmal ist es eine riesige Distel, die meine eigenen Einssiebzig locker überragt. Und im warmen Sonnenschein sind die Blüten voller summender Insekten.
Gelernt:
- Ich bin wohl doch kein Naturmensch, der Gefallen an einsamen Wanderungen hat.
- Fotografieren ist für mich *immer* eine Freude.
- Es gibt kein *banales* oder *schlechtes* Motiv.
- Ich brauche keine tollen Ausflüge, um mich zu erholen. Mindestens ganauso viel Spaß – wenn nicht mehr – habe ich beim Zuschneiden der Fotos (Welcher Ausschnitt bringt das Motiv so richtig zum leuchten?), am Zusammenstellen der Fotocollage, und am Schreiben dieses Artikels.
- Ich bin heute früh ohnehin mit diesem Gefühl aufgewacht, dass es ein richtiger Spaß sein könnte, die Blogkategorien zu sortieren und auszumisten! So ganz falsch liege ich dann mit meinem Hobby, der Bloggerei wohl doch nicht.
- Rausgehen ist immer gut. Da gibt es besonders viele Fotomotive. Aber dazu braucht es keine aufwendigen Unternehmungen – nur einen etwas bewegteren und aktiveren Alltag (und eine Kamera in der Handtasche)
Den restlichen Urlaubstag verbringe ich mit Limonade und einem guten Buch auf der sonnigen Dachterrasse. Vielleicht werde ich auch wieder etwas zeichnen, bloß für das Lab 9 fehlen mir meine Kiddos – es wären nämlich “wrong handed portraits” gefragt. Ich kann zwar mit Rechts zeichnen, aber wer allein zu Hause hockt, hat niemanden zum Portraitieren…
Den Kontakt zur Natur wiederfinden?
Eine Freundin hat mich neugierig gemacht, als sie mir von den Anastasia-Büchern erzählte; nur so nebenbei und ich dachte mir, wow, das klingt spannend, eine Frau, die in der Wildnis lebt und ihre Nahrung von den Eichhörnchen gebracht bekommt. Und dazu die Ankündigung, dass in den Büchern eine neue Sichtweise auf das Leben niedergeschrieben wurde. Auch die anderen Rezensionen bei amazon versprachen ein sehr spirtuell ausgerichtetes Buch.
Ich habe das Buch in einem Rutsch durchgelesen, es ist sehr spannend geschrieben. Aber zwischendurch hat mich doch immer wieder der Zweifel beschlichen: Hat der Autor sich das als Roman nur sehr genial ausgedacht, oder hat er es wirklich erlebt? So ganz mag ich die phantastische Geschichte von Anastasia nicht glauben. Eigentlich hätte ich an dieser Stelle in meiner Buch-Rezension (mindestens) einen Stern Abzug geben wollen, weil dies alles so irreal klingt…
Anastasia spricht viele verschiedene Themen an: Die Kraft der Gedanken, die Natur, das harmonische Zusammenleben (selbst mit Wolf und Bär), die Erziehung der Kinder, die Ernährung, Heilung durch Zedernöl und Zedernholz…, Partnerschaft, Sex… es ist erst einmal alles sehr verwirrend… Zu radikal wäre die Änderung, die in unserem “zivilisierten” Leben erforderlich ist, wenn man diese Lebensweise nachahmen wollte.








