Archiv für die Kategorie „making of…“
Die Würfel à la Sacher
Sacherwürfel im Original gibt es natürlich nur in Wien – ich habe immerhin das Glück, eine Freundin dort zu haben und das Glück, dass sie mir ab und zu welche mitbringt, wenn Sie in Deutschland zu tun hat und wir uns treffen können.
Vor ein paar Monaten haben wir ein solches Treffen knapp verfehlt und seitdem ist es ein geflügeltes Wort zwischen uns, wenn ich davon spreche, dass ich mir halt dann einen “Sacherwürfel” eben selber basteln muss…
Heute habe ich mich zusammen mit meiner Freundin vor Ort daran gewagt, einen experimentellen Bastelversuch zu starten. Natürlich ist das Rezept der Sachertorte ebenso geheim wie der Geschmack unvergleichlich ist. Es soll ja auch nur ein bisschen so ähnlich wie mein absoluter Lieblingskuchen werden.
Als Ausgangsbasis nehmen wir eine Backmischung *Brownies* aus dem Juchem-Shop:
Das schmeckt schon so endlecker, dass wir kurzeitig überlegen, Sahne zu schlagen und Vanilleeis zu dem noch warmen Backwerk zu servieren, aber Nina erinnert an das heldenhafte Vorhaben: wir wollen doch schließlich die geplanten Würfel machen!
Die flachen Brownies werden noch einmal horizontal durchgeschnitten. Mit einem Messer wäre es ein wildes Gerupfe, glücklicherweise kennt Nina einen “Seiltrick” – mit einer Schnur lässt sich der lockere Boden gut teilen.
Jetzt wird hochgestapelt und zum Zusammenkleben haben wir immerhin allerfeinste österreichische Marillenmarmelade. Irgendwas können die Nachbarn, was deutsche Marmeladenhersteller nicht schaffen
An dieser Stelle weichen wir von der puren Imitation des alpenländischen Vorbildes ab… die Original Sachertorte hat – soweit ich weiß – keine Marzipandecke. Aber weil wir Marzipan sehr lieben und es wirklich Spaß macht, Würfelnetze aus Marzipan auszuschneiden (“Mama, ich hab gar nicht gewußt, dass man sowas von Geometrie tatsächlich mal brauchen kann!!!”) adaptieren wir das nicht vorhandene Rezept um diesen kreativen Winkelzug.
Zum Schluß die Schokoladenkuvertüre… natürlich die handelsübliche und wahrscheinlich meilenweit, ach was sag ich! Galaxien entfernt vom Original! (Kann mir eigentlich jemand mal sagen, wie wir das früher gemacht haben, als es diese Silikonpinsel noch nicht gab???)
So. Hier ist das Ergebnis … ein Browniewürfel mit Aprikosenmarmelade, Marzipandecke und Schokoglasur. Endlecker. Und die Sehnsucht nach Wien bleibt trotzdem
Mischtechnik – mixed media
Wie versprochen, gibt es heute einen kleinen Exkurs in meine “Mischtechnik”
Das fertige Werk ist ja ein relativ vielschichtiges übereinandergelagertes Bild mit vielen verschiedenen Elementen. Am besten, wir schauen es uns mal von unten nach oben an:
Der Untergrund besteht aus dickem Aquarellpapier, in einigen Fällen auch andere Papiere als Trägermaterial. Allen gemeinsam ist, dass sie mit verschiedenen Schichten aus Acrylfarbe überlagert werden. In manchen Fällen sind bereits in den Basisschichten gemusterte Papiere eincollagiert.
Für das Motiv nehme ich eine Bildidee, z.B. aus einem meiner Skizzenbücher… *räusper* – ja auch meine Kantoreinoten sind in gewissem Maße Skizzenbücher…
Manchmal gibt es zusätzlich vorher noch ein Scribble in einem Arbeitsheft, damit kläre ich layouttechnische Fragen ab, in diesem Fall fiel mir die Entscheidung für Hoch- oder Querformat nicht so ganz leicht…
Hier sollen auf jeden Fall ein paar Noten ins Bild, denn schließlich ist die Idee ja während der Kantoreiprobe entstanden – natürlich, als gerade andere Stimmen ihre Passagen geprobt haben!!
Dann entsteht die Vorzeichnung des Motivs.
Jetzt beginnt dann der bunte Teil – die Farbe kommt hinzu. In loser Reihenfolge verwende ich Buntstifte, Wachskreiden, farbige Collageschnipsel, Acrylfarben und Lack, um meiner Bildidee Gestalt zu geben.
Work in progress:
Schwierig finde ich, dass ich es mir im Kopf meistens anders vorgestellt habe, als es dann nachher wird. Mit der Zeit kann ich aber auch vorgefasste Bilder und Vorstellungen fallenlassen und mich mehr und mehr auf den Gestaltungsprozess an sich einlassen. Dann kommen die schönen Effekte zutage, die allein durch das Ausprobieren entstehen.
Die allerschwerste Entscheidung ist jedoch immer: Wann ist das Bild fertig? – Wann höre ich auf? – Wann ist jeder weitere Strich einer zu viel?
Hier kann ich mich nur auf das Bauchgefühl verlassen. Manchmal lasse ich ein Bild auch nochmal liegen, schlafe eine Nacht drüber und schau es mir anderntags nochmal an. Doch irgendwann kommt bei jedem Bild der Impuls “jetzt ist es gut” – dann signiere ich das Bild und es ist fertig.
Nicht ganz, denn ein Titel soll ja noch ein bisschen etwas über meine Gedanken und Geschichten hinter dem Bild erzählen. Manchmal drängt sich sofort ein Wort oder ein Satz auf, das ist dann praktisch
und manchmal will mir absolut kein Titel einfallen – dann ist es eben ein Werk ohne Worte… und wie alle Bilder, egal ob mit oder ohne Titel: offen zu eigener Interpretation.
In Kürze gibt es dieses und noch andere Originalzeichnungen hier im Blog zu kaufen
STAY TUNED!
Hinter den Kulissen
In den letzten Wochen habe ich mich mit der Umgestaltung des WordPress-Themes für die Seite www.wissensagentur.net beschäftigt und bin mit dem Ergebnis mehr als zufrieden.
Alexandra Graßler von der Wissensagentur bat mich, das etwas in die Jahre gekommene Outfit ihres Blogs zu überarbeiten und anzupassen. Da ich vor einiger Zeit auch das Outfit meines eigenen Blogs neu gestaltet habe, hatte ich die passende Software gleich parat.
Ich zeige jetzt einmal ein paar Stufen des Redesigns und wie wir dann letztlich zu der aktuell verwendeten Endfassung gekommen sind.
Die Ausgangssituation war das in die Jahre gekommene Design des Blogs. Brauchbar, aber nicht unbedingt sehr individuell…
Zunächst wollte ich das bisherige Headerbild – die Meereswelle – beibehalten, was aber letztlich zu einer sehr eingeschränkten Farbpalette geführt hätte.
Es hat auch so ein bisschen das *schnipp*-Erlebnis gefehlt, der Punkt an dem man durchatmet und sagt: *wow, so ist es gut* An dieser Stelle brachte auch das Probieren mehrerer Varianten einfach kein brauchbares Ergebnis.
Eine Erweiterung der Farbpalette durch einen Auberginefarbton hat auch nicht wirklich zum gewünschten Effekt geführt, zeigte dann aber doch den Schritt in die richtige Richtung – denn die Veränderungen sollten letzlich doch sehr weitreichend werden.
In Zeiten von Social Media kann so ein Entwurf sehr leicht auch über größere Entfernungen hinweg besprochen werden und eine Live-Sitzung mit dem Teamviewer brachte dann schon weitere Hinweise, was denn jetzt bereits *schön* und was weniger brauchbar war.
Den Durchbruch in Entwurfsdingen brachte dann die Entscheidung, auf das bewährte Bild der Welle zu verzichten, das bisher einen großen Raum in der Corporate Identity eingenommen hatte.
Da der Entwurfsauftrag auch einen Schwerpunkt auf die grafischen Einbindung der neu definierten Kompetenzbereiche “Wissensmanagement und Kaizen®”, “Social Media und Netzwerke” und “Frauenförderung” legte, lag es nahe, die drei Themenbereiche in einem neuen Headerbild zu verschmelzen und aus diesem Header dann die neue Farbpalette zu generieren.
Die Suche nach passenden Bildern ging flott vonstatten und die restlichen Anpassungsarbeiten erforderten dann nur noch ein wenig *Sitzfleisch*: Linkfarben wollten sortiert, Schriftfamilien ausgewählt, Zeilenabstände angepasst werden.
Was dann im technischen Hintergrund noch an Anpassung nötig war, um Plugins zum Laufen zu bekommen, Permalinkstrukturen anzupassen oder ähnliche Stolperfallen zu beseitigen, das entzieht sich meiner Kenntnis, denn für die technische Abwicklung eines WordPress-Redesigns haben wir beide grundsätzlich unseren Spezialisten Martin Unverdorben im Boot.
Am lustigsten war dann auch eine abendliche Konferenzschaltung mittels Skype. Der Wartungsarbeiten-Modus wurde für die alte Wissensagentur-Seite hochgezogen und dann konnten wir im Hintergrund zu dritt schwitzen, tippen und werkeln…
Neue Seitenstrukturen mussten angelegt werden, Menüunterpunkte definiert, Bilder hochgeladen werden und Mouseover-Titel umbenannt werden. Die Seitenleiste bekam neue und angepasste Widgets und nachdem dann die Blogbetreiberin alle Texte angepasst hatte, ging das neue Redesign vor einigen Tagen online.
Wenn ich die Seite heute besuche, dann erfüllt mich auf jeden Fall ein tiefes Zufriedenheitsgefühl. Ein fertiggestelltes Projekt zu betrachten und an die lustigen Begebenheiten im Hintergrund zu denken, Teil eines eingeschworenen Teams zu sein, Weichenstellungen und Wendepunkte zu rekapitulieren, das macht dieses Projekt für mich einfach zu einem ganz besonderen Stück meiner Arbeit.
Stern von Bethlehem
Ich wünsche allen meinen Lesern und Leserinnen ein freudvolles, glückliches und besinnliches Weihnachtsfest.
Den folgenden Text möchte ich Ihnen in die Feiertage mitgeben, weil er mich so sehr berührt hat, als ich ihn im Vorwort eines Buches vor einigen Tagen wieder gefunden habe. Für mich hat er ganz viel mit Weihnachten und der Geburt Jesu auf der Erde -als Mensch- zu tun:
Unsere größte Angst ist nicht, unzulänglich zu sein. Unsere größte Angst ist grenzenlos mächtig zu sein. Unser Licht, nicht unsere Dunkelheit ängstigt uns am meisten. Wir fragen uns: Wer bin ich denn, dass ich so brilliant sein soll? Aber wer bist Du, es nicht zu sein? Du bist ein Kind Gottes. Es dient der Welt nicht, wenn Du Dich klein machst. Dich klein zu machen, nur damit andere um dich herum sich nicht unwohl fühlen, hat nichts Erleuchtetes.
Wir wurden geboren, um die Herrlichkeit Gottes, der in uns ist, zu manifestieren. Er ist nicht nur in einigen von uns. Er ist in jedem Einzelnen. Und wenn wir unser Licht leuchten lassen, geben wir damit unbewusst anderen die Erlaubnis, es auch zu tun. Wenn wir von unserer eigenen Angst befreit sind, befreit unsere Gegenwart automatisch die anderen.
Nelson Mandela
Making of … (23)
Maria ist etwas Besonderes. Tagelang hatte ich die Bleistiftskizze vor mir liegen. Das Gesicht schaut bereits jetzt so zart aus, dass ich mich nicht getraut habe, irgendetwas daran zu machen. Schon gar nicht eine Grundierung mit weißem Acryl!
Also habe ich wieder mal tagelang gebrütet, derweil andere Bilder fertiggestellt und hin und her überlegt, wie ich die Maria mit dem Jesuskind dann noch soweit im Stil anpasssen kann, dass sie wenigstens gedruckt werden kann. Denn das geht ja schliesslich nicht: Alle Bilder sind bunt und nur die Maria ist eine Bleistiftzeichnung???
Maria ist wirklich etwas Besonderes, sie ist das einzige Bild, das ich wirklich direkt auf den Hintergrund mit Buntstiften gemalt habe. Ich hatte eine gehörige Portion Zweifel, ob die Buntstifte auch ohne die Acryl-Grundierung haften würden. Doch nach dem Trocknen sah alles bereits sehr gut aus.
Schritt für Schritt sind immer mehr Details dazugekommen: Die Krippe, Stroh, Vordergrund, Boden, alles ist Stück für Stück gewachsen…
Einen letzten Adrenalinstoß gab mir dann noch das Zeichnen der Konturen. Schwarzer Gelstift. Hey, wenn ich *jetzt* abrutsche. Ich habe Blut und Wasser geschwitzt, aber auch hier: es ist alles gut gegangen.
Was fehlt noch? Richtig. Der Stern von Bethlehem. Hier die Rohfassung: Mir sind die richtigen Worte und Zeilen aus meinem zerfledderten Losungsbüchlein in die Hände gefallen.
Meine Arbeitsskizze vom 17. Juni zeigt diesen Stern noch ganz klassisch und üblich mit den *immer.so* gezeichneten Kometenschweif-Zacken.
Das ist auch *der* Prototyp des Weihnachtssterns überhaupt. Von daher war ich selbst am meisten überrascht, als der Stern so wurde wie er wurde.
Und damit es doch noch ein allerletztes “Türchen” in meiner Making-of-Reihe gibt: Das Bild vom fertigen Weihnachtsstern gibt es dann morgen, am Ersten Weihnachtsfeiertag.
Bitte besucht Andrea Juchems Adventskalender bei Bachmichels Haus
Making of … (22)
Beim Joseph war ja klar, dass er im Bogenfenster seinen Platz findet, von daher habe ich ihn von vornherein an den rechten Bildrand gerückt, damit ihn der Bogen nicht berührt. Im Frühstadium kurz nach dem Grundieren des Hintergrundes habe ich als Erstes ein wenig der dunklen Farbe weggewischt, um schon mal einen Platz für den Heiligenschein festzulegen (damit kann man gar nicht früh genug beginnen
)
Grob skizziert kann man auch bereits das Gesicht und die Laterne in Bleistiftstrichen erkennen.
Der nächste Schritt war, den Vordergrund mit den Mustern und Stempelungen ein wenig an die 18 Motive in den “kleinen” Fenstern anzugleichen, also gab es Punkte, Blümchenstempel und graue Farbe. Dann die erste Grundierung mit verdünnter Acrylfarbe, wie ich es auch bei den Engeln gemacht habe.
Leider gibt es hierzu nur dieses unscharfe Foto, aber es zeigt ben ein wichtiges Zwischenstadium. Links schimmert noch der Tannenbaum von einem Hintergrund-Collage-Papier durch, später leuchtet hier der Lichtschein der Laterne.
Joseph bekommt ein Gewand aus Buntstiftfarbe. Die wasserlöslichen Faber-Grip-Stifte ergeben eine kompakte Farbfläche und die verschiedenen Brauntöne verschwimmen schön ineinander.
Zuletzt kommen nur noch Konturen, ein paar dunklere Haare (Filzstift: Faber Castell Pitt Artist Pen) und ein Bart hinzu und natürlich der obligatorische Heiligenschein… ein paar Verzierungen und Details, fertig
Bitte besucht Andrea Juchems Adventskalender bei Bachmichels Haus




































