Archiv für die Kategorie „Kreativ“
Resumée zur Fastenzeit
Ostern ist nun schon ein paar Tage vorbei und damit auch die Fastenzeit, in der Alexandra zur Aktion Blogger goes Fastenzeit eingeladen hatte.
Ein kleiner Kreis fand sich, der das gemeinsame Tracking-Dokument nutzte. Das stille Beobachten, wie sich die Zeilen langsam mit Kreuzchen und Links füllten trug sicherlich zum Erfolg der Aktion bei.
Ich habe mir ein Projekt ausgesucht, das den Schwerpunkt nicht auf den Verzicht legte, sondern auf das Kultivieren einer neuen (guten) Gewohnheit. Der ein oder andere mag schon mitbekommen haben, dass ich mir vorgenommen habe, jeden Tag zu zeichnen – und das war nicht sehr leicht.
Ganz zum Schluß fehlen mir zwei oder drei Tage, in denen ich es nicht durchgehalten habe (einer davon war der aufregende Gründonnerstag mit dem ganzen Fernsehgewimmel), aber in der übrigen Zeit habe ich ganz regelmäßig – immer zu meiner morgendlichen ersten Tasse Kaffee mein kleines Skizzen-Ringbuch vorgeknöpft. Der Druckbleistift steckte schon in der Drahtbindung und damit war einfach alles bereit – was ein wesentlicher Faktor ist, um das zeichnen wirklich durchzuziehen. Hätte ich erst mal jeden Morgen nach Stift und Papier suchen müssen… keine Chance!
Das kleine gelbe Skizzenbuch hab ich jedoch auch im schlimmsten morgendlichen Dämmerzustand auf meinem Schreibtisch gefunden und das ziellose Draufloszeichnen mit einigen wenigen Linien hat in den allermeisten Fällen zu Zeichnungen geführt, die mich selbst überrascht haben.
Ganz am Anfang der Fastenzeit lag unser Ausflug nach Wien und es war bestimmt kein Zufall, dass ich mich vom Werk des Friedensreich Dunkelbunt Regentag Hundertwasser beinflussen hab lassen… seine Bilder waren das, was mich in Wien am meisten beindruckt hat.
Aus einem eher latenten Kopieren der Stilelemente Hundertwassers hat sich dann zu meiner Überraschung eine relativ eigene Formensprache entwickelt, einfach dadurch, dass es jeden Tag aufs Neue eine Möglichkeit gab, ein wenig zu experimentieren.
Thematisch haben es mir vor allem wohl Gartenszenen angetan, das könnte auf ein gewisses Defizit hindeuten, mal sehen was noch daraus wird…
Schade, dass die Challenge jetzt vorbei ist, mit hat der Anreiz, gemeinsam mit Anderen ein gestecktes Ziel zu erreichen auf jeden Fall gut getan – ich war in zeichnerischer Hinsicht produktiv wie selten zuvor … und natürlich gab es auch diesen Tag, an dem mir nichts anderes übrigblieb als mein Glas mit dem Asprin drin abzuzeichnen
Ein Zuckerl hat sich mir dann zu guter Letzt auch noch geboten, denn ich war unter den glücklichen Drei, die einen der angekündigten Amazon-Gutscheine gewonnen haben – diesen habe ich gleich in ein gewisses Buch investiert und damit bin ich beim Ausblick, was ich aus der Fastenzeit und der Challenge mitnehme:
Ich gedenke, diese gute Gewohnheit weiter zu pflegen und auf einer regelmäßigen Basis kreativ tätig zu bleiben. Den Gutschein habe ich für das Buch “Art-Journal-Workshop” angelegt und ich will die nächsten Monate dafür verwenden, diese kreative Gewohnheit zu konsolidieren und gut zu pflegen.
P.S. Das Album auf Flickr ist noch nicht vollständig, weil mein Scanner vor einigen Tagen seinen Geist aufgegeben hat. Der Neue steht jedoch schon bereit und sobald die Inbetriebnahme absolviert ist und ich Gelegenheit habe, die restlichen Skizzen einzuscannen, wird das Album vervollständigt!
DreiSechsFünf
Die Zeit rast dahin und mein Blog liegt stiefmütterlich behandelt darnieder. Ich weiß gar nicht, warum sich der Alltag derzeit gar so heftig aufplustert…
Ich zeige mal die Wochencollagen aus meiner Aktion “Bild des Tages”…zumindest die letzten drei vom November:
Woche neun:
Woche zehn:
Woche elf:
Wer gerne zeitnah die Bilder des Tages sehen möchte, kann gerne das Album “DreiSechsFünf” bei Flickr besuchen. Dort findet sich am unteren Seitenrand sogar eine Möglichkeit, einen RSS-Feed zu abonnieren.
Hab ich neulich erst entdeckt!
Bild des Tages – eine Zwischenbilanz
Seit ersten Sepember fotografiere ich jeden Tag ein “Bild des Tages”. Inspiration dazu war mir vor allem Chez Larsson, wie ich in diesem Artikel etwas ausführlicher beschrieben habe.
Zwei volle Monate habe ich es bis jetzt durchgehalten.
Beobachtungen, einige wenige Highlights aus meinem Album und was sonst noch daraus entstanden ist:
- Ich gehe sehr viel mehr als früher spazieren. Früher (= vor dieser Aktion) hatte ich echt Probleme, mich zum Hinausgehen aufzuraffen. Heute denke ich nur daran, was ich alles Schönes entdecken könnte … und hab schon beinahe die Schuhe an

Es geht im besten Sinne darum, die Landschaft einzusaugen, mich nicht sattsehen zu können… - Es ist sehr knifflig, bei trübem oder regnerischem Wetter ein zufriedenstellendes Bild zu fotografieren. Die besten Ergebnisse habe ich dann erzielt, wenn ich mich auf das Wetter eingelassen habe – eine gute Übung, um das anzunehmen, was jetzt gerade ist, auch wenn Sonnenschein natürlich knuffiger und sehr viel leichter wäre.
- Ich habe meine kompakte Kamera buchstäblich besser kennengelernt und auch mit den Automatikprogrammen experimentiert. Habe endlich kapiert, wie klein der Abstand zum Motiv sein darf, damit Makroaufnahmen noch etwas werden und bin an technische Grenzen gestoßen, bei denen ich mir gewünscht hätte, jetzt sofort und per Fingerschnippen eine Spiegelreflexkamera mit sowas vom Teleobjektiv in den Fingern zu haben. Ich habe Grenzen ausgelotet und teilweise überschritten. Auf jeden Fall kenne ich jetzt meine fotografischen Möglichkeiten besser.
- Es ist ein intensiveres Erleben, wenn ich auf einem Spaziergang buchstäblich die Augen offen halten muss, um ein Motiv aufzustöbern. Automatisch nehme ich meine Umgebung intensiver wahr… sehe Frostnadeln an Rosenblüten und schwarze Katzen auf sonnenbeschienenen Mauern lauern… daran wäre ich früher achtlos vorbeigegangen.
- Dadurch, dass ich so gut wie jeden Tag mein Bild des Tages auf Twitter veröffentliche, bekomme ich auch sehr viel positive Rückmeldung meiner Freunde und Bekannten aus dem Bereich “social media” – und es ist eine großartige Gelegenheit, dort wirklich dabeizubleiben und die Kontakte auch zu halten und zu pflegen. Social eben.
- Mein Album DreiSechsFünf in Flickr ist mir selbst zu einer Quelle der Freude geworden – eine Sammlung an Erinnerungen und schönen Momenten. Die ich im Bild festhalten konnte, weil ich mich auf den Augenblick eingelassen habe. Persönliche Momente, die ohne diese Aktion mit dem Bild des Tages vielleicht niemals fotografierenswert geworden wären, einfach, weil der Blickwinkel normalerweise eher auf Urlaub und Familienfesten liegt und nicht so sehr auf der Schönheit des Alltags.
- Eine liebe Freundin hat mir zum Geburtstag ein Fotobuch aus den Septemberbildern gemacht *Danke.danke
* – und ich muss sagen, das hat nochmal eine ganz eigene Qualität: die Bilder ausgedruckt, in Buchform, auf hochwertigem Papier in den Händen zu halten. Das ist auf jeden Fall ein Ansporn, das mit einem ganzen Jahr voller Bilder zu machen. - Ich ertappe mich zunehmend dabei, dass ich mir denke: “ach, das hast Du ja schon fotografiert, wie langweilig” – auch wenn ein und dasselbe Motiv an jedem Tag anders aussehen würde, es ist doch ein hartnäckiges inneres Stimmchen, das da meckert. Andererseits ist es auch eine gute Gelegenheit, neue Wege und unbekanntes Terrain zu begehen, zu erforschen und die Komfortzone zu verlassen. Gelegenheit zu Wachstum.
- Genau das schätze ich besonders daran, wie es sich entwickelt hat: Ein buntes Mosaik meines alltäglichen Lebens sind die Bilder geworden. Ich kann nur jeden ermuntern, ähnliches zu beginnen. Es macht wirklich Spaß!
Wandbild-Projekt
In den Sommerferien verbrachte ich ein paar Tage mit einem ziemlich großen Projekt: Das Zimmer der Tochter erhielt ein Wandbild.
Impressionen
Während im Zimmer die Vorbereitungen laufen…
… ging es für mich an den ersten Entwurf. Ein Drache sollte es werden, fliegend und weiß…
Details:
Für die spätere Projektion mit dem Beamer braucht es definierte klare Linien. Das Durchzeichnen finde ich immer ziemlich schwierig…
Die Reinzeichnung ist fertig:
…und irgendiwe ist es mir *immer* ein Rätsel, wie man das Signal dann endlich auf den Beamer bekommt…
Wenn es dann endlich klappt, geht es ans geduldige Abfusseln der einzelnen Linien. Bleistift funktioniert hier perfekt. Nach der Hälfte beginne ich zu ahnen, wie sehr Michelangelo gelitten haben muss, Muskelverkrampfung pur…
Jetzt bloß keine Details vergessen…
Nach dem Abschalten des Beamers sieht das dann so aus:
Das Grundgerüst wird mit dem ersten Farbauftrag gefüllt:
Farbnuancen mit wasserlöslichen Stiften:
Das fertige Bild, verziert mit Glasmugel und Mosaik:
41 Dinge – Die Liste
Im letzten Freitagsfüller habe ich den vorgegebenen Satzanfang “Ich werde…” mit einer Idee vollendet, die mich schon eine Weile hartnäckig verfolgt:
Ich werde mir eine Liste anlegen, mit genau soviel Dingen, die ich tun will, wie ich Jahre an meinem nächsten Geburtstag feiere.
Andrea Jenkins schreibt in ihrem Blog Hula Seventy viele Beiträge in Listenform. Unter anderem stellt sie schon seit einigen Jahren zu jedem Geburtstag eine Liste von Dingen auf, die vor ihrem nächsten Geburtstag erleben will.
Ich finde das eine wunderbare Idee – es ist glaube ich eine ideale Art, sich immer wieder an seine Wünsche zu erinnern.
Im Jahr 2008 habe ich mir eine Liste mit 100 Dingen angelegt, die Spaß machen könnten. Die Grundidee der Liste ist richtig, doch was fehlte war die Verwirklichung. Die Ideen waren nur semi-konkret und alles war ziemlich unverbindlich. Diese Liste hätte ich ohne die Blogartikel auf Hula Seventy einfach vergessen…
Ich denke, mit so einer Geburtstags-Aktions-Liste kann ich die Wünsche und Ideen gegenwärtig halten. Allerspätestens am Geburtstag wird mir diese Aktion wieder einfallen. Die ganz große Chance aber ist, mit der Schriftlichkeit dieser ausgewählten Punkte erstmals so richtig konkret auch über Einzelheiten und damit über die Verwirklichung der einzelnen Punkte nachzudenken.
Und wenn ich nicht alle Dinge schaffe? Befreiend finde ich da Andreas Listen aus den Vorjahren: ganz viele Punkte sind unerledigt geblieben – aber die Mehrzahl der Vorhaben wurde auch verwirklicht.
Hier ihre Beispiele:
- 36-things-to-do-before-i-turn-37
- 37-things-to-do-before-i-turn-38
- 38-things-to-do-before-i-turn-39
- 39-things-to-do-before-i-turn-40
Es besteht also keine Notwendigkeit, unerledigte Punkte auch in Folgejahre mitzuziehen…
… es hat eben nach einer guten Idee geklungen.
Einen Umsetzungszwang gibt es nicht.
Und ja: es sind auch Punkte auf meiner Liste, die mich an meine Grenzen bringen (und ich meine nicht nur den Punkt mit dem grünen Smiley)
Tja. Jetzt ist es raus: Mein 41. Geburtstag ist in einigen Wochen, es macht für mich keinen Sinn, jetzt auf die Schnelle 40 Punkte in der kurzen Zeit abarbeiten zu wollen.
Ich will andererseits auch nicht bis zu meinem Geburtstag warten, um mit so einer Idee zu beginnen, also dehne ich die Definition einfach ein bisschen und nehme mir ein Jahr plus einige Wochen Zeit.
- Zweitens werde ich auch Andrea Jenkins Formel übernehmen: “Jahre minus eins = Punkte auf der Liste”
Hier ist sie also – meine Liste: {41 things to do before i turn 42}
- Die Kräuterspirale fertigstellen und bepflanzen
- Eine Skulptur für den Garten bauen
- Im Kletterwald den Gibbon-Parcours klettern – done 11.8.20101
- Das Stück “Andante für Posaune” von dieser CD selber auf der Posaune spielen
- Stockbrot backen – done 21.8.2010
- Eine Figur aus Pappmache modellieren
- Alle 52 Übungen aus dem Buch Drawing Lab fertigstellen
- (und im Speziellen das Lab “100 Gesichter” – ein fortlaufendes Projekt)
- Ein Insektenhotel bauen
- Marshmallows am Lagerfeuer rösten – done 21.8.2010
- Die H-Moll-Messe mitsingen
- Kiesel in der Isar sammeln (= ein Ausflug nach München oder an einen anderen Punkt der Isar)
- Am Artfest 2011 teilnehmen
- Fotos in einem Paßbildautomaten machen
- Eine Skulptur oder ein anderes Kunstwerk aus Strandgut bauen (öhem… Urlaub am Meer?)
- Eine Windfahne nähen und / oder bunte Bänder in den Sonnenschirm binden
- ein Rag-Doll-Stofftier nähen
- Einen Steingarten in einer Schale anlegen – done 25.8.2010
- Einen interkulturellen Garten besuchen
- Meine Stempel-Alphabethe auf Holzklötze montieren (wie in diesem Video von Lisa Sonora Beam)
- Das Naturkundemuseum in Bamberg besuchen
- Ein Gedicht schreiben
- Brot backen
- Ein Kunstmuseum besuchen
- Ein Diorama aus Urlaubsmitbringseln bauen
- An einem inspirierenden Seminar teilnehmen
- Ein indisches Rezept nachkochen (ich denke da an Tandoori oder so…)
- Einen Kilometer am Stück joggen können
- Eine Hasenvilla für unsere Hasis bauen
- Karamel selbermachen
- Löwenzahnsirup machen
- Eine Zine gestalten
- Eine Stadt besuchen, in der ich noch nicht gewesen bin
- Einen Fotowalk organisieren
- Eine Burg oder ein anderes riesiges, altes, beeindruckendes Gemäuer an den Stellen erkunden, die normalerweise nicht zugänglich sind
- Eine mir völlig neue Kreativ-Technik ausprobieren
- Wieder einmal rund um die Stadtmauer von Nördlingen gehen – done 30.10.2010
- Einen Shop bei Dawanda eröffnen
- Windlicht-Gläser für Balkon und Garten gestalten (was Nettes einfallen lassen)
- Am ganzen Zaun entlang Sonnenblumen pflanzen
- Ein Buch lesen, das kein Sachbuch ist – done 30.10.2010
{die Bilder sind dieses Wochenende auf einem Sommerfest entstanden}



































