8. März 2010

Art-Journal

Wie bereits am Freitag in meinem Freitagsfüller geplant, habe ich mit meiner Tochter endlich wieder mal was Kreatives gemacht. Sie liebt es ebenso wie ich, mit Acrylfarben und Bilderschnipseln Collagen zu machen. Seit meinem Adventskalender-Projekt im letzten Jahr ist es da jedoch mit den Gelegenheiten etwas rar geworden.

Art-Journal-Session

Zudem gibt es neben fehlender Gelegenheit (”aufraffen, herräumen..”) auch noch andere Hindernisse: Bisher haben wir für die Collagen immer einen fertigen Malgrund hergenommen, so eine mit Leinwand bezogene Pappe, die vorgrundiert ist.
Das Problem ist nur: Das geht a) irgendwann ins Geld und b) was macht man mit den ganzen entstehenden Werken? Alle kann man die ja nicht in der Wohnung aufhängen.

create

Unsere Lösung heißt: wir machen ein Art-Journal. Das ist ein leeres Notizbuch*, in das man nach Herzenslust malen, kleben, schnipseln und stempeln kann. Da können wir nun Seite für Seite einfach nur spielerisch ausprobieren, über tolle Effekte staunen, Spaß haben, kreativ sein und haben letztlich “nur” ein Buch, das wir aufbewahren müssen. Platzproblem elegant gelöst :-)

create everyday

So lässt sich das Motto, das ich in mein Journal gestempelt habe, vielleicht auch wirklich umsetzen:
“create everyday”

Anmerkung: * Es gibt auch Art-Journals [Journale?], die nicht in leere Notizbücher angelegt werden, sondern die in richtige (alte) gedruckte Bücher gefertigt werden. Das nennt sich dann “altered book” in der einschlägigen englischsprachigen Szene.

6. März 2010

Selbstportrait

Ich bastel gerade viel mit Selbstportraits herum.

Selbstportrait3

Das hier ist heute mit Photocase und Photopaint entstanden.

Hier die drei Originalbilder:

P1120859P1120319P1120653

Schliesslich kann man den Badezimmerhintergrund nicht wirklich stehen lassen, oder? ;-)

3. März 2010

Morgenseiten

Diesen Artikel habe ich eigentlich schon einmal vor einigen Jahren veröffentlicht und weil er so weit hinten im Archiv steht, die Technik an sich aber nichts an Aktualität und Effektivität verloren hat, gibt es den Hinweis auf die Morgenseiten heute erneut.

Damals habe ich noch den Begriff der “Kläranlage des Geistes” von Vera F. Birkenbihl verwendet, jedoch gefällt mir heute der Name “Morgenseiten” besser.

Ich habe mir die Prinzipien dieser Kreativtechnik auch auf einem “Merkblatt” verdeutlicht… [das Bild darf gerne als Erinnerungsstütze heruntergeladen und ausgedruckt werden, jedoch nur zu privaten Zwecken!]

Memo Kläranlage des Geistes

Die Technik ist supereinfach: Man schreibt 10 bis 15 Minuten einfach alles auf, was einem in den Sinn kommt. Ohne Zensur und ohne innezuhalten, wenn gerade nix kommt, dann schreibt man eben “äh -mir fällt nix ein”

Wer sich lieber an die genaue Anleitung von Julia Cameron aus dem Buch “Der Weg des Künstlers” halten will, der schreibe einfach jeden Morgen drei Din-A4 Seiten mit der Hand. Inhalt ist der gleiche: Alles, was einem in den Sinn kommt.

Dieser Rohtext kann dann in unterschiedlicher Weise weiterverarbeitet werden:

Julia Cameron empfiehlt, es einfach liegen zu lassen, einfach das Ausleeren des Geistes an sich wirkt schon reinigend.

Vera F. Birkenbihl dagegen nimmt den so entstandenen Rohtext als Basis für eine Weiterbearbeitung, z.B. durch die Vergabe eines Titels, das Unterstreichen wichtiger Aussagen, das Schreiben einer Zusammenfassung oder das Selektieren von Kernworten, die ihrerseits dann wieder als Basis für KaWas und andere von ihr entwickelte Kreativtechniken dienen…

… da kann man endlos an einem Thema dranbleiben, je nach Zeit und Laune.

Der Vorteil ist jedoch, ein Thema auf sonst nicht so leicht zugänglichen Ebenen durchdenken zu können.

Ich habe mittlerweile seit Jahren Morgenseiten geschrieben – habe auch einige Pausen darin, zum Teil auch mehrere Monate – und meine Erfahrung ist durchweg, dass mein Tag leichter und klarer verläuft, wenn ich am Morgen zum Schreiben gekommen bin. Ich möchte das Schreiben nicht mehr missen.

Zum Weiterlesen:

Der Weg des Künstlers
Der Weg des Künstlers. Ein spiritueller Pfad zur Aktivierung unserer Kreativität

Analograffiti – geniale und einfache grafische Kreativitätstechniken
Das große Analograffiti-Buch

28. Februar 2010

Haiku: Morgendämmerung

samtblau-haiku

Samtblaues Zwitschern
weht klangvoll durch kühle Luft
kündet den Frühling

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1. Januar 2010

Geschützt: Online-Kurs: Mit offenen Augen durch die Welt

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25. Dezember 2009

Stern von Bethlehem

Stern von Bethlehem

Ich wünsche allen meinen Lesern und Leserinnen ein freudvolles, glückliches und besinnliches Weihnachtsfest.

Den folgenden Text möchte ich Ihnen in die Feiertage mitgeben, weil er mich so sehr berührt hat, als ich ihn im Vorwort eines Buches vor einigen Tagen wieder gefunden habe. Für mich hat er ganz viel mit Weihnachten und der Geburt Jesu auf der Erde -als Mensch- zu tun:

Unsere größte Angst ist nicht, unzulänglich zu sein. Unsere größte Angst ist grenzenlos mächtig zu sein. Unser Licht, nicht unsere Dunkelheit ängstigt uns am meisten. Wir fragen uns: Wer bin ich denn, dass ich so brilliant sein soll? Aber wer bist Du, es nicht zu sein? Du bist ein Kind Gottes. Es dient der Welt nicht, wenn Du Dich klein machst. Dich klein zu machen, nur damit andere um dich herum sich nicht unwohl fühlen, hat nichts Erleuchtetes.
Wir wurden geboren, um die Herrlichkeit Gottes, der in uns ist, zu manifestieren. Er ist nicht nur in einigen von uns. Er ist in jedem Einzelnen. Und wenn wir unser Licht leuchten lassen, geben wir damit unbewusst anderen die Erlaubnis, es auch zu tun. Wenn wir von unserer eigenen Angst befreit sind, befreit unsere Gegenwart automatisch die anderen.

Nelson Mandela

24. Dezember 2009

Making of … (23)

Maria ist etwas Besonderes. Tagelang hatte ich die Bleistiftskizze vor mir liegen. Das Gesicht schaut bereits jetzt so zart aus, dass ich mich nicht getraut habe, irgendetwas daran zu machen. Schon gar nicht eine Grundierung mit weißem Acryl!

Maria und Jesus - erste Skizze

Also habe ich wieder mal tagelang gebrütet, derweil andere Bilder fertiggestellt und hin und her überlegt, wie ich die Maria mit dem Jesuskind dann noch soweit im Stil anpasssen kann, dass sie wenigstens gedruckt werden kann. Denn das geht ja schliesslich nicht: Alle Bilder sind bunt und nur die Maria ist eine Bleistiftzeichnung???

Maria (1)

Maria ist wirklich etwas Besonderes, sie ist das einzige Bild, das ich wirklich direkt auf den Hintergrund mit Buntstiften gemalt habe. Ich hatte eine gehörige Portion Zweifel, ob die Buntstifte auch ohne die Acryl-Grundierung haften würden. Doch nach dem Trocknen sah alles bereits sehr gut aus.

Maria (2)Maria (3)

Schritt für Schritt sind immer mehr Details dazugekommen: Die Krippe, Stroh, Vordergrund, Boden, alles ist Stück für Stück gewachsen…

Einen letzten Adrenalinstoß gab mir dann noch das Zeichnen der Konturen. Schwarzer Gelstift. Hey, wenn ich *jetzt* abrutsche. Ich habe Blut und Wasser geschwitzt, aber auch hier: es ist alles gut gegangen.

Maria (4)

Was fehlt noch? Richtig. Der Stern von Bethlehem. Hier die Rohfassung: Mir sind die richtigen Worte und Zeilen aus meinem zerfledderten Losungsbüchlein in die Hände gefallen.

Stern von Bethlehem - Rohfassung

Meine Arbeitsskizze vom 17. Juni zeigt diesen Stern noch ganz klassisch und üblich mit den *immer.so* gezeichneten Kometenschweif-Zacken.

Vor-Skizze

Das ist auch *der* Prototyp des Weihnachtssterns überhaupt. Von daher war ich selbst am meisten überrascht, als der Stern so wurde wie er wurde.

Und damit es doch noch ein allerletztes “Türchen” in meiner Making-of-Reihe gibt: Das Bild vom fertigen Weihnachtsstern gibt es dann morgen, am Ersten Weihnachtsfeiertag.

Bitte besucht Andrea Juchems Adventskalender bei Bachmichels Haus

23. Dezember 2009

Making of … (22)

Beim Joseph war ja klar, dass er im Bogenfenster seinen Platz findet, von daher habe ich ihn von vornherein an den rechten Bildrand gerückt, damit ihn der Bogen nicht berührt. Im Frühstadium kurz nach dem Grundieren des Hintergrundes habe ich als Erstes ein wenig der dunklen Farbe weggewischt, um schon mal einen Platz für den Heiligenschein festzulegen (damit kann man gar nicht früh genug beginnen ;-) )

P1100663

Grob skizziert kann man auch bereits das Gesicht und die Laterne in Bleistiftstrichen erkennen.

Der nächste Schritt war, den Vordergrund mit den Mustern und Stempelungen ein wenig an die 18 Motive in den “kleinen” Fenstern anzugleichen, also gab es Punkte, Blümchenstempel und graue Farbe. Dann die erste Grundierung mit verdünnter Acrylfarbe, wie ich es auch bei den Engeln gemacht habe.

P1100940

Leider gibt es hierzu nur dieses unscharfe Foto, aber es zeigt ben ein wichtiges Zwischenstadium. Links schimmert noch der Tannenbaum von einem Hintergrund-Collage-Papier durch, später leuchtet hier der Lichtschein der Laterne.

P1100995

Joseph bekommt ein Gewand aus Buntstiftfarbe. Die wasserlöslichen Faber-Grip-Stifte ergeben eine kompakte Farbfläche und die verschiedenen Brauntöne verschwimmen schön ineinander.

P1110024

Zuletzt kommen nur noch Konturen, ein paar dunklere Haare (Filzstift: Faber Castell Pitt Artist Pen) und ein Bart hinzu und natürlich der obligatorische Heiligenschein… ein paar Verzierungen und Details, fertig :-)

P1110051

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22. Dezember 2009

Making of … (21)

Meine Tochter spielt dieses Jahr in einem Krippenspiel für den Familiengottesdienst am Heiligen Abend mit, in dem die Tiere darüber streiten, welches von ihnen denn von den Engeln zu Maria und Josef in den Stall gestellt werden wird, um dem Jesuskind ein guter Begleiter zu sein.

OchseEsel

Ich darf hier natürlich nicht verraten, wie die Handlung genau geht, aber es ist einfach eine wunderbare Geschichte, warum dann ausgerechntet ein Ochse und ein Esel im Stall dabei sind.

Es würde es sich bestimmt lohnen, am Heiligen Abend um 15 Uhr in der Pegnitzer St. Bartholomäuskirche mit dabei zu sein. Aus naheliegenden Gründen wird sicherlich jeder bereits andere Pläne haben – von daher bleibt mir nur übrig, einige Details aus der Entstehungszeit der beiden Tierbilder zu zeigen.

Ochse - Mischtechnik

Die Figur ist wie auch bei den Engeln mit Acrylfarbe grundiert. Nach dem Trocknen habe ich die Farbschichten mit wasservermalbaren Buntstiften gemalt. Das fließt wunderschön ineinander und hat auch für mich erstaunliche Effekte erzeugt.

Die Konturen zum Schluss definieren die Darstellung dann noch mehr.

Esel - Mischtechnik

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21. Dezember 2009

Making of … (20)

Ich wollte die Engel eigentlich ganz klassisch im Stil der Rauschgoldengel malen. Mit vielen Rüschen, Ornamenten und ordentlichen, gefiederten Flügeln. :-)

Mir ist auch wieder eingefallen, warum ich eine andere Technik gewählt habe, und die Figuren nicht auf bedruckten Buchseiten vorgezeichnet habe: Das Losungsbuch war zu klein, um dort die gesamten Engel vorzuskizzieren und so wie bei den anderen Bildern auszuschneiden und aufzukleben.

Vorzeichnung mit Bleistift

Also habe ich die Figur auf den dunklen Untergrund mit Bleistift vorskizziert, auch um ein Gefühl dafür zu bekommen, wo dann der Bogen des Fensters entlangläuft.

Mit verdünnter Acrylfarbe in Weiß habe ich danach die Umrisse und die Flächen angelegt, nur so als grobe “Skizze” – und um eine erste Form herzustellen.

P1100785

Flügel - verdünnte Acrylfarbe

Hier sieht man sehr schön, wieviel Wasser und wie wenig Farbe aufgetragen wurden. Das hat natürlich einiges an Trockenzeit zur Folge, so dass es ganz gut ist, dass ein Adventskalender nicht nur aus einem Bild besteht… ;-)

Nebeneinander von verschiedenen Techniken

durchsichtige Hand

So ging es Runde um Runde weiter, später haben die Engel dann mit Buntstift eine Andeutung von Hautfarbe bekommen, silbernes Haar und ein Gesicht…

Engel - Portrait

Auch der Hintergrund erhält eine nicht gezählte Menge von einzelnen Schichten…

Detail Hintergrund

Hier sind die beiden Engel beinahe fertig:

beinahe fertig

Eigentlich wollte ich dann schon noch mit collagierten Elementen weitermachen, das habe ich dann zumindest bei dem Spruchband, das die beiden Engel in der Hand halten, verwirklicht. Hier noch eine Detailansicht:

Detail Spruchband

Was fehlt noch? Richtig, der Heiligenschein, ein paar Konturen, ein paar Verzierungen.

Heiligenschein

Mittlerweile sahen die Engel einfach so sphärisch schön aus, dass ich mich entschlossen habe, auf das ganze Goldgerausche und Glittergesummse zu verzichten und die Engel als das zu belassen, was sie vielleicht auch den Hirten damals auf dem winterlichen Feld in der Wüste waren: Hauchzarte Wesen aus einer anderen Dimension mit einer unglaublichen Botschaft.

Engel - Mischtechnik

Bitte besucht Andrea Juchems Adventskalender bei Bachmichels Haus