Archiv für die Kategorie „Glaube“
Die Jahreslosung
- Siehe, ich will ein Neues schaffen. Jetzt wächst es auf – erkennt ihr es denn nicht? Jesaja 43,19a
- Jesus Christus spricht: Ich lebe, und ihr sollt auch leben.
Johannes 14,19
Bilanz des Kirchentages
Fotos: www.kirchentag.net
Eine echte Bilanz werde ich nicht ziehen. Es war sehr individuell und persönlich. Für mich hat sich der Besuch in Köln gelohnt.
Ich habe mir “neue” Impulse gewünscht und ich habe lauter “alte” Impulse bekommen. Die Botschaft lautete: Besinne Dich auf das, was Du bereits kennst.
Es wird spannend bleiben.
Lebendig und kräftig und schärfer.

Kirchentag in Köln

Am Mittwoch geht es los: Der Deutsche Evangelische Kirchentag beginnt in Köln.
Ich freue mich auf 5 Tage voller Begegnung und Inspiration.
Da ich mit meiner Posaune in Köln zugegen sein werde, wird sich hier im Blog nix tun.
Sehen wir uns in Köln?

“Bleiben Sie gesund.”
So hat mich meine Heilpraktikerin heute verabschiedet. Ich hab gesagt: “Jaja, erst mal gesund werden” und sie sagte: “Nein. Bleiben Sie gesund.”
Und sie hat recht. In dem Moment, in dem ich denke, ich muss erst gesund werden, habe ich bereits akzeptiert, dass ich krank bin. Damit habe ich das Gesund-Sein auf später verschoben.
Wenn ich denke und sage “Ich bin gesund”, dann bin ich grundsätzlich auch gesund. Alle Maßnahmen, die ich jetzt unternehme, um z.B. den Schnupfen besser zu lösen oder das Kratzen im Hals etwas zu mildern, dienen lediglich dazu, mein Immunsystem zu stärken und meine Selbstheilungskräfte zu unterstützen.
- Es ist der entscheidende Unterschied in meiner Sprache und meinem Denken.
Der Talmud kennt dazu auch folgende Weisheit:
Achte auf Deine Gedanken,
denn sie werden Deine Worte.Achte auf Deine Worte,
denn sie werden Handlungen.Achte auf Deine Handlungen,
denn sie werden Gewohnheiten.Achte auf Deine Gewohnheiten,
denn sie werden Dein Charakter.Achte auf Deinen Charakter,
denn er wird Dein Schicksal!
In allen Religionen der Welt sind die grundsätzlichen Lebensweisheiten bereits bekannt.
Fluch der Mobilität?
Frierend steht ein Pendler am Bahnsteigrand und wartet im eisigen Wind auf den Zug, der ihn zur Arbeit bringt. Rund ein Dutzend Menschen steht im Halbdunkel, kaum einer spricht ein Wort. Unerbittlich rücken die Zeiger der Uhr weiter.
Froh kann man heutzutage sein, wenn man überhaupt Arbeit hat, dennoch sind manchmal große Opfer zu bringen. Immer weitere Strecken muss man zurücklegen, um zur Arbeit zu gelangen. Viel Zeit verschlingt das Pendeln zur Arbeit, jeden Morgen, jeden Abend. Lebenszeit, die man nicht mit der eigenen Familie verbringen kann. Manche Familienväter sind sogar die ganze Woche weg und kehren erst am Freitagabend zu Frau und Kindern zurück.
Die Industrialisierung hat uns technischen Fortschritt gebracht, zwingt den Arbeiter aber auch, zu seinem Arbeitsort zu fahren. Die Trennung von Wohnen und Arbeit ist endgültig, die erzwungene Mobilität geht als tiefer Riss durch die Familien, verursacht Streß, kostet Zeit und Geld.
Einsam und anonym sitzt man mit Hunderten von anderen Menschen im Zug, eilt zur Arbeit und fragt sich vielleicht irgendwann, wo genau denn das Leben „auf der Strecke“ geblieben ist.
So ist der Bahnhof auch ein Symbol für ein Leben „auf Achse“. Mobilität um jeden Preis fordert die Gesellschaft, die Folge ist ein beschleunigtes Leben, ein Leben voller Hetze und dennoch mit vielen endlosen leeren und einsamen Stunden in der anonymen Masse der Berufspendler.
Ich wünsche Ihnen allen, dass sie trotz aller Zwänge, die der Beruf und die Lebensumstände für Sie bereithalten, dennoch Momente der Ruhe, der Gemeinsamkeit und der Freude finden können. Ich wünsche Ihnen, dass Sie die verbleibende Zeit mit Ihren Lieben voll auskosten können.
Der Tod…
…kommt schnell und grausam. 21 Jahre alt ist unsere Mitbläserin im Posaunenchor geworden. Innerhalb von einer Woche hat ein Gehirntumor sie dahingestreckt. Ein Killertumor. Noch vor einer Woche hat die Uniklinik einen Tumor als Ursache ihrer Kopfschmerzen ausgeschlossen.
Der schwache Trost: man hätte ohnehin nichts machen können, es ist nichts versäumt worden. Was muss das für ein Schrecken für die zurückbleibenden Eltern und Schwestern sein. Ich kann es selbst kaum fassen. Mich treibt den ganzen Tag der Gedanke an sie um. Kloß im Bauch. Magendrücken. Trauer. Am Montag ein schwerer Gang für uns als Posaunenchor zur Aussegnung. Am Dienstag die Beerdigung. In der Stadtpfarrkirche, weil die Friedhofskirche zu klein ist.
