4. Mai 2007

Wie so viele gute Vorsätze sind mir auch die 15 Minuten Bewegung jeden Tag bereits wieder abhanden gekommen.
Ich habe es nicht mal bemerkt.
Erst als ich mich gewundert habe, warum Flylady seit ein paar Tagen keine “Your new habit for may” mehr in ihren täglichen Mails auflistet und ich mich auf ihrer Homepage auf die Suche gemacht habe, ist mir plötzlich mein “Schlendrian” bewußt geworden – ich habe folgenden kleinen Artikel gefunden, der mich wieder aufgerüttelt hat:
Reinforce your habits!
Its time for a new month and a new habit. Its time for Moving in May! This month, we are going to Bless our Hearts by doing 15 minutes of Loving Movements each day. [...und diese Erinnerung taucht ja jeden Tag in den FlyladyMails auf...]
I know you can do it and will be cheering for you along the way. Our goal is for everyone to start moving 15 minutes a day. That is only 7 minutes in one direction and 7 minutes back. If that is too much then do this in 5 minute increments. Add just a little bit of loving movement to your day. Make this a habit for every day.
Are you ready to FLY into this new habit of Loving Movement?
Das Schöne ist, auf die wirklich wichtigen Dinge kommt man immer wieder zurück.
Tja. Seit vorgestern bin ich wieder jeden Tag auf meiner Runde um die Stadt. Heute früh habe ich eine Bachstelze auf einem Wasserpflanzenbündel im niedrigen Wasser der Pegnitz gesehen.
Erkenntnis des Tages: Raus ins Grüne! Der Mai duftet!

28. März 2007
Zeit die wir uns nehmen, ist Zeit, die uns etwas gibt.
Ernst Ferstl
Wofür können Sie sich heute Zeit nehmen?
Ich habe mir heute seit langem wieder Zeit genommen für zwei Flylady-Schritte.
- Den Timer auf 5 Minuten gestellt und ein Five-minute-room-rescue durchgeführt.
- Dann den Timer auf 15 Minuten und genauso lange “decluttert” – ausgemistet. Am dringendsten nötig war es beim Papierberg im Büro-Eingangskorb. Und siehe da: er ist nur noch halb so hoch.
Ich habe jetzt in nur 20 Minuten ein fast ordentliches Wohnzimmer (ich sage nur: Lego!) und das Gefühl, dass sich mit dem Papierkram wirklich was vorwärts bewegt hat. In 15 Minuten kann man ungalublich viel erledigen oder einen Schritt vorwärts bringen oder endgültig ablegen bzw. abhaken.

7. Januar 2007
… for 15 minutes!

Ja, ich weiß. Ich wiederhole mich.
Ich habe so ein ungeliebtes Projekt vor mir hergeschoben: die völlig überfüllte und gerümpelte Speisekammer. Es hat nur eines winzigen Funkens bedurft, um die Initialzündung auszulösen. Mein Partner stand in der Speis und guckte so herum, wo er denn anfangen könnte, mit dem Aufräumen – *zisch* – schon war ich mittendrin:
- Selten Benötigtes in die allerobersten Regale.
- Die Umzugskartons mit zu Sortierendem in das Büro (DAS ist jetzt der allerletzte ungeordnete Ort in unserer Wohnung).
- Weiter im Text: Vorräte nach Gruppen sortiert in die Regale.
- Ein Packerl Reis war mit diesen winzigen Tierchen versetzt. Weg damit.
- Und noch ein paar andere Dinge in die Tonne…
Es hat alles in allem natürlich ein wenig länger gedauert als nur 15 Minuten.
Aber es hat wesentlich weniger lange gedauert, als ich mir immer vorgestellt habe…

- Erkenntnis des Tages:
Anfangen hilft. Nach 15 Minuten darf ich aufhören, wenn es absolut keinen Spaß macht. In 15 Minuten komme ich überraschend weit.
Es ist wesentlich hilfreicher, mir vorzustellen, wie es (das Projekt) fertig aussehen wird, als mir vorzustellen, wie lange ich wohl dazu brauchen werde…
5. Januar 2007
Mit diesen Worten endet jedes Kapitel auf dem Hörbuch “Ich bin dann mal weg” von Hape Kerkeling. Jeden Tag gibt es so ein kurz gefasstes Resumée seiner Erlebnisse und Erfahrungen.

Hape Kerkeling hat jede Menge von “Erkenntnissen des Tages”. Es sind ja auch einige Tagesetappen nötig, um nach Santiago de Compostela zu gelangen. Seine lustige und gleichzeitig auch beeindruckende Reisebeschreibung des Jakobsweges macht mir Lust, diesen camino auch einmal zu gehen. Zumindest habe ich jetzt endlich mal im Internet nachgeforscht und kenne jetzt endlich die Lage des Weges in Nordspanien. Ich hatte immer gedacht, der Jakobsweg liegt viel weiter südlich.
Ein phantastisches Weihnachtsgeschenk habe ich da bekommen. Es hat mich so gefesselt, dass ich die sechs CDs in nur zwei Tagen aufgesogen habe… Ein Hörbuch zum “immer wieder hören”.
Mein persönliches “Jakobsweg-Erlebnis” hatte ich irgendwo auf der CD 5. Ich war gerade dabei, im Wohnzimmer eine Runde Überflüssiges zu “decluttern” (flylady), als mich wieder mal die totale Unlust überkommen hat. Ich wandere also ziellos durch die Wohnung, auf der Suche nach irgendeiner interessanteren Tätigkeit.
Da stoppe ich plötzlich und denke:
Hape Kerkeling war auf dem Camino auch gezwungen, genau den Weg zu gehen, der jetzt in diesem Moment vor ihm lag. Er konnte auch nicht die übernächste Etappe gehen oder die vorletzte wiederholen, nur weil sie so schön war oder ihm der aktuelle Weg des Tages gerade nicht gefiel.
Genauso kann ich jetzt in diesem Moment genau die Tätigkeit fertigmachen, die ich angefangen habe, ohne mich ablenken zu lassen. Das ist mein ganz privater “Camino”. An dieser Stelle bin ich an die ungeliebte Tätigkeit zurückgekehrt und habe sie beendet.
Ich muss nicht nach Spanien fahren (obwohl ich den Jakobsweg auf meine Vielleicht/irgendwann-Liste gesetzt habe). Der Alltag bietet jede Menge Möglichkeiten, meine ganz persönlichen Herausforderungen zu meistern.
So bekommt ein Ausspruch von Alexandra zum Thema Durchhalten plötzlich auch für mich Sinn:
Nicht aufspringen, wegrennen, etwas anderes anfangen. Dranbleiben. Weitermachen. Disziplin. Durchhaltevermögen.
Das sind alles so kühle Worte ohne Leben. Wohl bekannt, oft gehört und nie so richtig in die Praxis umgesetzt, weil sie nicht verinnerlicht wurden.
Das Bild vom Jakobsweg mit seinen schwerigen Etappen hat diese Worte jetzt belebt. Eine Methapher für den Weg im Alltag.
Meine Erkenntnis des Tages:
Der Camino ist überall. Vor allem direkt vor mir.
P.S: Ich finde die Idee mit der “Erkenntnis des Tages” superschön. Das möchte ich mir gerne beibehalten.
19. Dezember 2006
Geht es Ihnen auch so: “Alles ein wenig hektisch grad?”

Bereits im Oktober hatte ich über das Weihnachts-Kontroll-Journal geschrieben.
Wie so oft setze ich solche guten Ideen auch nicht immer um. Dieses Mal habe ich es getan. Zwar nicht im Oktober, wo es richtig sinnvoll gewesen wäre – aber immerhin jetzt im Dezember.
Immer dann, wenn mich in dieser Adventszeit Ereignisse überrascht haben (”Waaas? am 6. Dezember kommt der Nikolaus?”) habe ich mir meinen Block geschnappt und notiert:
- Anfang Dezember kommt dieses,
- dann kommt jenes und
- es haben folgende Personen auch noch im Dezember Geburtstag…
- und, und, und.
Auch die Liste mit den Weihnachtsgeschenken habe ich angelegt. Nachdem ich sie alle gekauft hatte. Sinnvoller ist es freilich, sie vorher anzulegen
Immerhin habe ich sie jetzt und das Beste ist: ich habe sie nächstes Jahr immer noch.
Eine vollständige Liste mit allen Neffen und Nichten und Patenkindern, dann überrascht es mich nicht mehr, dass meine Schwester immer noch ihre Söhne hat *grins*.
Jetzt der Praxistipp: Schreiben Sie doch jetzt noch vor oder an Weihnachten auf, was sie dieses Jahr gut gelöst haben, was Sie nächstes Jahr wieder so oder anders machen möchten.
Darauf können Sie im nächsten Jahr aufbauen. Vielleicht bereits im Oktober, wenn Weihnachten wieder vor der Tür steht.
Ich werde nächstes Jahr den Christbaum für unsere Familie bereits Anfang Dezember kaufen. Ich habe mir nämlich eine gute Idee bei meinem Schwager abgeschaut: Der Christbaum kann drei oder vier Wochen mit einer Außen-Lichterkette auf der Terrasse stehen und dort schon ein bisschen Weihnachtszauber verbreiten. Dann sind es nicht nur die paar Tage im Wohnzimmer, bis dann wieder das schwedische “Knut-Fest” kommt. (Hier gibt es übrigens auch einen schwedischen Wikipedia-Eintrag dazu *grins*)
Kommen Sie gut durch die Feiertage und ins neue Jahr hinüber
Irgendwie bedrückt mich das vorweihnachtliche Chaos ein wenig. In meinem Büro schaut es ziemlich furchtbar aus und die Chancen, dass alles Entrümpeln und Aufräumen wieder mal zu einem Silvester-Vorsatz wird, stehen gut. Warum nur ist es so schwer, Überflüssiges los zu lassen?
Gerade vor Weihnachten vervielfacht sich der Stress und es steht 1 zu 12, dass auch noch irgendein lieber Mensch ausgerechnet im Advent Geburtstag hat. Chaos, fehlender Überblick, Druck und Streß prägen (bei mir) die “stade” Zeit.
Ein Telefonat mit der Wissensagentur hat mir wieder einmal eine Tatsache von “Getting Things Done” ins Gedächtnis gerufen, die ich schon seit einiger Zeit verdrängt hatte. David Allen schreibt in “Wie ich die Dinge geregelt kriege”, das die Startbahn frei sein muss, wenn man mit dem Flugzeug fliegen will.
Schon damals habe ich beim Lesen des Buches eine Zeichnung dazu angefertigt… die habe ich mir jetzt wieder herausgesucht.

Außerdem habe ich gestern meinen Schreibtisch b l i t z e b l a n k aufgeräumt. Es ist NIX mehr drauf.
Und jetzt stellt sich so langsam das Gefühl ein, ich könnte ja diese eine Mappe auf den Schreibtisch legen und durchsehen und verschlanken… oder diese Kiste mit den CD`s für den Computer… mal gucken, welche Datensicherung noch wichtig ist….
Mit der freien Startbahn habe ich endlich Platz, um so ein Projekt zu starten. Dann finde ich auch die nötigen 15 Minuten.
Ich war zu lange gedanklich auf der Ebene 2, ohne mich um den Zustand meines Rollfeldes zu kümmern.


24. November 2006

Heute in aller Frühe kamen die Männer vom Bauamt und haben den Weihnachtsbaum für den Marktplatz aus unserem Garten geholt. Welche Aufregung schon vor der Dämmerung. Nichts war wie sonst. Das Frühstück ist ausgefallen, alles ging drunter und drüber. Die Kinder waren natürlich begeistert, ein riesiger Kran bei uns im Hof.
Mich hat die ganze Aktion bewogen, mir Gedanken darüber zu machen, welche Notfall-Routinen ich etablieren könnte, damit mich solche “tief fliegenden Bäume” nicht so sehr aus der Fassung bringen.
Nichts anderes bedeutet ja das Wort “Fassung“: ein Rahmen, der feste Struktur vorgibt und Normalität auch im Außergewöhnlichen bietet.
Eine Lösung habe ich nicht, aber die neu gewonnene Erkenntnis, wie elementar mir meine Routinen den Alltag erleichtern und dass ich diese nicht leichtfertig über den Haufen werfen sollte.
Hier gibt es übrigens noch mehr Fotos von unserem tief fliegenden Weihnachtsbaum: Flickr-Foto-Set
11. November 2006
Heute fand ich einen sehr hilfreichen Text in Flyladys Mail:
Man sagt ja, dass es 21 oder 27 Tage dauert, um eine bestimmte Tätikeit als Routine im Unterbewußtsein zu verankern.
Flylady schreibt, dass sie sich vorgenommen hatte, 27 Tage lang mit ihrer “Tretmühle” durchzuhalten, um die Bewegung auf dem Heimtrainer als neue Gewohnheit zu verankern. Das war jedoch das falsche Ziel. Als sie 30 Tage erreicht hatte, hat sie wieder aufgehört. Sie hatte ihr Ziel erreicht.
Jetzt ist ihr Ziel, jeden Tag 15 Minuten Bewegung zu haben, Tretmühle oder Spaziergang oder irgend etwas.

Ich finde, das ist der richtige Blickwinkel. Wie oft bin ich schon mit dem falschen Ziel gescheitert. Ich glaube, es funktioniert besser, wenn man sich solche Verbesserungswünsche als Routine angewöhnt. Nicht zuviel auf einmal. Nur kleine Schritte, dann stolpert man auch nicht.
Ich bin noch weit davon entfernt, jemals Flyladys “Missionen” mitmachen zu können, noch arbeite ich an meiner Abendroutine… und an der Gewohnheit, mich jeden Tag wenigstens 15 Minuten zu bewegen.
Das unterscheidet ein Projekt von einem Prozess. Ich kann “mehr Bewegung” nicht als Projekt betrachten. (Zur Wortfalle “Mehr” gibt es übrigens hier einen Beitrag).
- Ein Projekt ist dadurch definiert, dass es einen Abschluss hat. Zählbar, messbar, bezifferbar. Mit Datum und einem Ergebnis. Bei einem Projekt kann ich genau sagen, was hinten dabei herauskommen soll. Ein Projekt kann ich wunderbar mit GTD (”Getting Things Done – Wie ich die Dinge geregelt kriege”) in den Griff bekommen.
- Flylady hat erkannt, dass Hausarbeit und persönlicher Fortschritt (“mehr Bewegung” oder was auch immer) ein Prozess ist und kein Projekt. Hausarbeit hat per definitionem kein Ende…
…leider.
Einen Prozess kann ich nur mit Routinen und Gewohnheiten steuern und voranbringen, einfach weil es erforderlich ist, jeden Tag etwas dafür zu tun – und wenn es nur eine Winzigkeit ist.
Es hilft leider auch nicht, sich mit Disziplin zu knechten. Obwohl Disziplin sehr hilfreich ist, steht sie in der Beliebtheit irgendwo zwischen Dentist und Durchfall. Das falsche Ziel kann ich auch mit der härtesten Disziplin nicht durchpeitschen.
Ich kann mich aber ziemlich gut motivieren, wenn ich merke, dass so eine neue Gewohnheit ja einen positiven Nebeneffekt hat. Wenn ich jeden Abend die Klamotten der Kinder herauslege, dann ist der folgende Morgen entspannter, weil eine Tätigkeit weniger zu erledigen ist. Da kommt die Disziplin von ganz allein.
Es ist nur eine Frage des richtigen Zieles. Was möchte ich gerne erreichen?
Flylady sagt: Fang an zu fliegen.
2. November 2006
Es ist ja erstaunlich, dass Flylady genau weiß, welche Dinge bei mir absolut im Argen liegen: Ein funktionierender Plan, was an welchen Tagen gegessen wird, wäre nicht schlecht. Das schiebe ich schon eine ganze Weile vor mir her.
Jetzt gibt es die neue Gewohnheit für November. Erstellen eines Menü-Plans oder Mahlzeiten-Plans. Prima. Ein ganzer Monat voller kleiner Baby-steps, um sich so einen Plan zu erstellen. Nach 21 Tagen geht sowas Neues dann ja in Fleisch und Blut über…
Die erste Mission lautet: Lege Papier und Bleistift bereit, nimm Deinen Timer, stelle ihn auf 15 Minuten und fang an. Ich sage nicht, dass Du alle Deine Kochbücher herausziehen sollst. Wir arbeiten nur an einem Plan. Mach einen Wochen-Basis-Plan.
Es könnte ein “Ethno-Thema” sein: Montags Italienisch, Dienstags Mexikanisch, Mittwochs Chinesische Küche…
oder Du nimmst ein anderes Thema: Montags Huhn, Dienstags Rind, Mittwochs Schwein… Donnerstags Reste, Freitags Kinder-Koch-Tag, Samstags Picknick und Sonntags das Festessen.
Ich werde versuchen, einen Ess-Plan mit Fünf-Elemente-Rezepten zu erstellen.
Ich bin es so leid, mich jeden Tag aufs Neue zu fragen: “und was koche ich heute?” Dieses Thema ist ganz eng mit der gesunden Ernährung verknüpft. Ich kann nur essen, was ich im Haus habe. Ansonsten ist nur noch die Fast-Food-Falle offen. Und nur, wenn ich vernünftige Dinge im Haus habe, kann ich vernünftige Dinge essen. Banale Weisheit.
So ganz nebenbei wird so ein Plan auch jede Menge Geld sparen, weil nicht immer wieder Verdorbenes weggeworfen wird. Und Zeit sparen, weil man nicht jeden Tag zum Einkaufen rennen muss.
Im Blog Wohlfühlen von Nati bin ich auf den Beitrag “Mein Prinzip der Selbstorganisation” gestoßen – ein willkommener Anlass, wieder einmal Bilanz zu ziehen bei den Dingen, die bei mir funktionieren:
Ich gehöre auch zu denen, die alles Mögliche ausprobiert haben – den größten Fehlgriff habe ich mit dem “Super-Buch” getan: In einer gebundenen Kladde wird einfach alles gesammelt, was so anfällt. Das schaut dann nach einiger Zeit richtig gruselig aus. Auf jeder Seite drei Viertel Durchgestrichenes, restliche wichtige Infos eingekringelt oder angemarkert – letztlich funktioniert es nicht.
Ein Zeitplanbuch ist schon besser, jedoch ist es ebenfalls schwierig, die Übersicht über die nicht-termingebundenen Dinge zu behalten, weil die abseits vom Termin-Kalender wieder in irgendeiner Listen-Kategorie am Rande landen und dort nicht regelmäßig aktualisiert werden.
Jedes der beiden Systeme hat einen gewissen Charme – beim Superbuch sind endlich alle Informationen an einem Ort und das “ver-ZETTEL-n” hat ein Ende. Letztlich scheitert es an der statischen Struktur einer gebundenen Kladde.
Das Zeitplanbuch ist hochflexibel und mobil - es scheitert an den fehlenden Routinen zur Überprüfung.
Damit bin ich bei dem, was bei mir zur Zeit am besten funktioniert: Tatsächlich ist es das GTD-Konzept von David Allen – in Verbindung mit Konzepten von Flylady.
- Ich habe eine Unterscheidung getroffen (mit externer Hilfe von Alexandra/ Wissensagentur) in berufliche und private Projekte. Projekt ist alles, was mehr als zwei Schritte zur Erledigung bedarf. Beruflich ist ein Projekt, wenn ich damit Geld verdiene oder Einkommen vorbereite. Das ist eine ganz wesentliche Unterscheidung gewesen! Damit habe ich nämlich viele private Projekte als Wunschdenken und “Ich-sollte-mals” überhaupt erst erkannt und konnte sie dann ruhigen Gewissens in eine Vielleicht-Irgendwann- Kategorie stecken.
- Also ergibt sich eine klare Dreiteilung: Berufliche Projekte – wichtige Privatprojekte – Vielleicht-Projekte (oder auch Themenspeicher). Damit habe ich eine Liste meiner Projekte und die Unterlagen dazu in jeweils einer Hängemappe. P01 bis P18 sind die Berufsprojekte, A01 bis A11 die Privaten Projekte. Beleibig erweiterbar.
- Wenn ein Projekt fertig ist, wird die Mappe geleert, Nötiges archiviert, ein Projektfest gefeiert und es ist Platz für Neues
- Für jedes Projekt habe ich einen oder mehrere “Nächste Schritte” und die werden nach Kategorien gesammelt: Telefonieren, Briefpost, Mail, Internet-Recherche, Besorgung in der Stadt, Besprechen mit B.
- Aus dieser Projekt-Sammlung ergibt sich eine Reihenfolge der Wichtigkeit und Dringlichkeit. Es gibt einfach drei, vier besonders wichtige, ergiebige oder vielversprechende Projekte – und so kann ich einen festen Termin im Kalender eintragen: Montag, 9 Uhr Termin mit Projekt P05, Dauer 1 Stunde. Dann ist sichergestellt, dass ich auf jeden Fall an diesem Projekt weiterarbeite. Wenn dieser Termin verstrichen ist, kommt gleich ein Nachfolge-Termin in den Kalender. Damit sind jetzt nicht nur Termine mit Personen, sondern auch Termine mit der eigentlichen Arbeit im Kalender verankert – und diesen schaut man ja noch am ehesten jeden Tag an.
Jetzt kommt
Flylady ins Spiel.
“You can do anything for 15 Minutes”
Ich kann alles für 15 Minuten tun. Walking, Staubsaugen, eine Unlust-Aufgabe oder einen unangenehmen Schritt eines Projektes, der ansonsten liegen bleiben würde, erledigen – oder zumindest anfangen. Ein sehr guter Schweinehund-Überlister.

Das eigentlich Wesentliche beim “Dinge erledigen” ist, eine Routine zu haben: Jede Woche einmal in den Eingangskorb zu schauen, diesen abzuarbeiten dann quillt er nicht mehr so leicht über (und es sind doch alle wichtigen Dinge an einem Platz!). Jeden Freitag 5 Minuten Ablage, jeden Montag Blumen gießen, Jeden Abend die Klamotten für Morgen herauslegen.
Das ist das Konzept von Flylady. Routinen etablieren und “you can do ANYTHING for 15 minutes!”. Seit ich es anwende, habe ich eine sprichwörtliche Explosion der erledigten Dinge. Diese beiden Konzepte GTD und Flylady in Kombination sind die wirksamen Werkzeuge, die genau meine Schwachpunkte überlisten.
Und mit deren Hilfe kann ich die “Sparschweinchen-Zeiten” nutzen, die einfach so irgendwo dazwischen liegen. Noch 20 Minuten bis zum Kindergarten-Abholen? Das sind fünf zusammengelegte T-Shirts. Nicht der ganze Wäschekorb, aber fünf Teile mehr, die in Ordnung sind. Baby-Steps. Die Philosophie der kleinen Schritte – oder wie Alexandra sagt:
Auch Elefanten isst man scheibchenweise.
