3. Dezember 2006

Im Feng Shui dreht sich ja vieles alles um die Frage, welchem Element man selbst zugeordnet wird. Darauf gründen sich die ganzen folgenden Maßnahmen, die auf das förderliche Element nach den Wandlungsphasen setzen.
Wer sich mit dieser Lehre näher beschäftigt, wird zwangsläufig auf Widersprüche in der Zuordnung zum persönlichen Element stoßen. Es gibt nicht nur die verschiedenen Feng Shui-Schulen, die das unterschiedlich handhaben – nein, zu allem Überfluss stößt man unweigerlich auch auf die Lehren der Traditionellen chinesischen Medizin (TCM) und damit auch auf die Ernährung nach den Fünf Elementen.
Zusätzlich kann man sich noch die verschiedensten psychologischen und astrologischen Richtungen in der Elementelehre aussuchen. Die Schwierigkeit ist, dass jedem der Fünf Elemente so unglaublich viele Entsprechungen auf allen Ebenen des Daseins zugeordnet werden – da kann man schon den Überblick verlieren. Jetzt wird es erst richtig kompliziert.
Auf der Suche, welches Element ich denn nun eigentlich bin, habe ich mich durch die verschiedensten Bücher und Methoden gearbeitet und einige viele Tests gemacht. Ich habe auch mehrere Testpersonen nach diesen Facetten analysiert und bin fast verzweifelt. Je nach Blickrichtung war ein eindeutiger “Erd-Mensch” plötzlich dem Holz zugehörig und ein nach Feng-Shui eindeutiger “Metall-Mensch” war plötzlich Feuer. Mich hat auch die Frage getrieben, wie es denn eigentlich sein kann, dass alle Menschen eines Jahrgangs einem einzigen Element zugeordnet werden können – wo bleibt denn da die Vielfalt? Wo bleibt die Persönlichkeit?
Darüberhinaus geht es ja in der östlichen Weisheit immer um die Harmonie der Elemente. Es soll ja ein Fließen der Fünf Elemente erreicht werden, also sind immer alle Elemente erforderlich.
Wer sich ein wenig in die TCM einliest und das geht ganz leicht, wenn man sich für die Ernährung nach den Fünf Elementen interessiert, der stößt irgendwann auf die Tatsache, dass es ein “angespanntes Holzelement” und eine “Yin-Fülle” und “trockene Hitze” und “Feuchtigkeit” gibt – und noch verwirrend viel mehr.
So. Und was mache ich jetzt?
Immer dann, wenn es um die Persönlichkeit und um den Menschen selbst geht, nehme ich einen Test, der das momentane Zustandsbild nach den Fünf Elementen abbildet. Jetzt fällt die Interaktion mit der Wohnung zunächst mal weg und es geht um das Gleichgewicht der Elemente im Menschen selbst.
Jetzt sind zum Beispiel die Zuordnungen der Elemente zu verschiedenen Symptomen oder eben auch Tests über die Persönlichkeit hilfreich, weil sie helfen ein Ungleichgewicht im Körper oder in der Seele zu erkennen. Hier kann ich mit Hilfe der Nahrung oder mit Hilfe von Aktivitäten ganz gezielt in das Ungleichgewicht regulierend eingreifen.
Beispiel: Atemübungen werden dem Metall-Element zugeordnet. Metall ist das Sinnbild für Struktur. Nichts ist strukturierter und geordneter als die Atmung. Auch Musik und Mathematik gehören meiner Meinung nach zum Metall-Element.
Weiteres Beispiel: Der saure Geschmack (Zitronen etc.) wird dem Holz zugeordnet. Er hilft, die Leber (ebenfalls dem Holz zugeordnet) zu entspannen. Ob man eine angespannte Leber oder ein angespanntes Holzelement hat, sieht man häufig an einem emotionalen Ungleichgewicht: man ist möglicherweise aggressiv, reizbar oder jähzornig. Hier kann mit der Ernährung nach den Fünf Elementen viel ausgeglichen werden. Schon der Volksmund kennt die Redensart: “Sauer macht lustig.”
Das ist die Faszination an den Fünf Elementen. Es ergibt eine höhere Ordnung und man erhält Einblicke in die Zusammenhänge des Lebens, wenn man sich mit dieser sehr ausgereiften Lehre beschäftigt. Es passt einfach so gut.
Welches Element bin ich denn nun? Was nehme ich? Woran orientiere ich mich? Die Antwort sieht vielleicht so aus:
- Im Feng-Shui wird die Zuordnung nach den Geburtsjahren vorgenommen. Alle Menschen eines Jahrgangs haben dann das gleiche Geburtselement. Auch wenn das eine sehr sehr grobe Einteilung ist – für die Feng-Shui Maßnahmen passt diese Einteilung. Hier geht es um die Interaktion des Menschen mit seiner Wohnung. Metall-Menschen sollen Erde-Farben zur Förderung ihrer Energie einsetzen. Nur als Beispiel. Ich nehme nach wie vor mein Geburtselement – wenn es z.B. um die Beziehungen zwischen mir und meiner Wohnung geht. Dazu gehört beispielsweise schon nicht mehr die Auswahl der Kleidungsfarben.
- Dann gibt es für mich den auf den Menschen allein (ohne Wohnung) bezogenen Aspekt, der emotionale Anteile enthält, sprich die psychologische Persönlichkeit und eventuell auch körperliche Krankheitsbilder beinhaltet. Hier gibt es nur ein eventuelles Ungleichgewicht – es müssen alle Elemente enthalten sein, ich kann nur versuchen, eine eventuelle Disharmonie auszugleichen.
Hier ist der Rat eines Fachmanns empfehlenswert – Bei Krankheiten ein Mediziner, der sich mit Traditioneller chinesischer Medizin auskennt und bei Ernährungsfragen ein Fünf-Elemente-Ernährungsberater.
Wer jedoch gerne in den Spiegel seiner Seele blickt und Vergnügen an Typologien hat, die den Menschen in verschiedene Klassifizierungen (hier eben die 5 Elemente) einteilen, dem sei das oben abgebildete Buch ans Herz gelegt. Es beinhaltet einen Test, um herauszufinden, welchem Persönlichkeitstyp man zuzuordnen ist und behandelt also mehr den psychologischen Aspekt der Fünf-Elemente-Lehre.
Ich halte übrigens die Zuordnung zu verschiedenen Klassifizierungen schon für hilfreich – es beinhaltet ja immer einen Lösungsansatz… Auch ein Choleriker muss versuchen, ruhiger zu werden und sich zu entspannen und der Abenteurer handelt so ganz gegen sein Holz-Element, wenn er die Freiheit und das Abenteuer nicht auslebt.
Viel Vergnügen bei eigenen Entdeckungsreisen im Universum der Fünf Elemente!
19. September 2006
Übersicht Fünf Elemente
Urbild: Die Form- und Gestaltlosigkeit des Wassers, Welle. Fließendes Wasser bedeutet Flexibilität und Bewegung, aber auch die lichtlose Tiefe und Dunkelheit eines großen Sees ist hier gemeint. Wie das Wasser mit weichen Bewegungen alle Hindernisse umspült, so steht alles, was verspielt ist, diesem Element nahe. (weiterlesen…)
Übersicht Fünf Elemente
Urbild: Das Himmelsgewölbe als über die Erde gespannte Kuppel, der im Herbst sich über die Fluren legende Nebel, der erste Schnee: Alles verliert an Farbe und damit an individuellem Leben. Der weiße, polierte Glanz der Erntewerkzeuge. Metall steht für Verdichtung, Verfestigung; auch im übertragenen Sinne für geistige Sammlung, Innenschau oder Meditation. Es ist die Zeit, wo der Tag zur Neige geht und alles zur Ruhe kommt, der Abend. Herbst. (weiterlesen…)
Übersicht Fünf Elemente
Urbild: Das sich flach in alle Himmelsrichtungen ausbreitende Land. Der Ackergrund mit seinen parallel verlaufenden, horizontalen Furchen. Erde bezeichnet das Substanzielle und steht für Stabilität und Solidität. Die sammelnden Kräfte der Erde sorgen für Nahrung und Sicherheit. Diese Kraft wird auch im Mittelpunkt der Elemente dargestellt und ist dem Zentrum, dem Tai Chi zugeordnet. (weiterlesen…)
Übersicht Fünf Elemente
Urbild: Die aufsteigende und sich nach oben verjüngende Flamme des Feuers. Rot als Farbe des Feuers, der Hitze und des Sommers. Die Farbe des Blutes als Merkmal des Lebens. Feuer symbolisiert Aktivität, Kraft und Wärme, seine Flammen geben aber auch Licht und zeigen große Leuchtkraft. Die Flamme strebt stets nach oben, was für Höhe, Spitzen, Sich-Zuspitzen und Zum-Höhepunkt-Streben steht, gleich der Blütezeit einer Pflanze. Da im Feuer Materie gewandelt wird (Holz wird zu Asche), kommt außerdem der Aspekt der Transformation hinzu, auch geistige Aktivitäten und Gedanken werden mit diesem Element assoziiert. Die Zugehörige Tageszeit ist der Mittag, wenn die Sonne am höchsten steht. Hochsommer. (weiterlesen…)
Übersicht Fünf Elemente
Urbild: Frühling, Bäume mit ihrem schlanken und zielstrebigen Wachstum in die Höhe, Das Grün der Wiesen und das Blau des Himmels im Frühling. Die vertikale Richtung steht für Aktivität und Wachstum. Pflanzen wachsen nach oben, Regen fällt von oben herab, Sonnenstrahlen scheinen von oben nach unten. Alle Prozesse, die mit Wachstum assoziiert werden, haben mit der Senkrechten zu tun. (weiterlesen…)
Holz - Feuer - Erde - Metall - Wasser
Die Wandlungsphasen oder Fünf Elemente
Die Elemente stehen zueinander in unterschiedlichen Beziehungen, die als Wandlungsphasen bezeichnet werden.
Die drei Wirkungs-Zyklen sind völlig wertfrei. Durch gezielte Maßnahmen können beispielsweise auch die so genannten „zerstörerischen“ Kräfte nutzbringend angewandt werden.
Wichtig ist zunächst der fördernde Zyklus. Hier nährt und fördert ein Element das im Uhrzeigersinn jeweils nachfolgende Element:
Holz fördert Feuer (Holz ist der Brennstoff für das Feuer)
Feuer fördert Erde (aus der Asche entsteht neue Erde)
Erde fördert Metall (Erze werden in der Erde gebildet)
Metall fördert Wasser (das Wasser kondensiert auf metallischen Oberflächen)
Wasser fördert Holz (Wasser nährt alle Pflanzen)
Im schwächenden Zyklus geschieht genau das Entgegengesetzte: Das Element entzieht dem jeweils vorhergehenden seine Kraft (Feuer schwächt Holz, usw.)
Im kontrollierenden Zyklus sind die Auswirkungen stärker: Holz „zerstört“ (durch seine Wurzeln) Erde, Erde zerstört Wasser (Schlamm), Wasser „löscht“ Feuer, Feuer schmilzt Metall und Metall „zerstört“ Holz (die Axt…)
Vergleich Drei-Türen-Bagua und Kompass-Bagua
Das Drei-Türen-Bagua ist sehr einfach zu erstellen, es wird ein Rechteck über die jeweils längsten Wände des Grundrisses gelegt. Jede Seite dieses Rechtecks wird in drei gleiche Teile unterteilt, so dass am Ende ein Raster mit 9 exakt gleich großen Feldern über dem Grundriss liegt. In der Literatur finden sich sehr gute Beschreibungen zur Ausführung.
Knifflig wird es dann meistens bei der Beurteilung der Erweiterungen oder Fehlbereiche…
Das Drei-Türen-Bagua ist sehr gut geeignet, um einen einzelnen Raum oder eine Schreibtischfläche zu beurteilen, jedoch ist es für die Beurteilung von ganzen Grundrissen eher nicht geeignet. In diesem Beispiel wurde bewusst eine Gegenüberstellung zum Kompass-Bagua dargestellt, eine klare Basis für eine Feng Shui-Analyse ist mit dieser Bagua-Form nicht vorhanden!
Vergleich Kompass-Bagua und Drei-Türen-Bagua
Die Erstellung eines Kompass-Baguas ist komplex und erfordert zunächst eine exakte Messung der Ausrichtung der Eingangstür zu den Himmelsrichtungen. In weiteren Schritten werden dann Mittelpunkt der Wohnung (für jedes Geschoss extra!) und die exakte Größe der einzelnen Sektoren ermittelt. Jeder Sektor erhält genau ein Neuntel der Grundfläche. Fehlbereiche betreffen jetzt meist mehrere Lebensbereiche.
Das Kompass-Bagua ist eine sehr differenzierte Methode zur Beurteilung eines Grundrisses. Der relativ große Aufwand bei der Erstellung erschwert eine Anwendung für interessierte Laien und hat sich daher in der Literatur nicht durchgesetzt.

In den meisten Feng Shui Büchern finden Sie das sehr einfache Drei-Türen-Bagua, das einen Raum in 9 gleich große rechteckige Felder aufteilt.
Das Bagua wird an der Eingangstür angelegt, und zwar so, dass die Tür zum Raum oder zur Wohnung auf der Linie liegt, die durch die drei Bagua-Bereiche “Wissen/ Karriere/ Hilfreiche Freunde” gebildet wird. Man schaut also beim Betreten des Raumes in Richtung “Ruhm/ Reichtum/ Partnerschaft”.
Der Ursprung dieser Methode liegt vermutlich in den dicht bebauten Städten des alten chinesischen Kaiserreiches, in denen eine Orientierung an den Himmelsrichtungen aufgrund der engen und bedrängten Lebensverhältnisse nicht mehr möglich war. Für den Einstieg ins Feng Shui und für eine erste grobe Beurteilung der Situation ist diese Methode ausreichend.
Schwierig wird es, wenn ganze Häuser oder Wohnungen betrachtet werden sollen, deren Grundriss sich über zwei oder mehr Etagen erstreckt. Häufig ist in der Literatur dann der Rat zu finden, die oberste Treppenstufe als Eingangstür zum Anlegen des Bagua zu wählen. Daraus resultieren dann sehr oft andere Anordnungen der Bagua-Bereiche als im Eingangsgeschoss. Meiner Meinung nach kommt es dadurch zu Verwirrung und Unklarheit.
In der überlieferten Lehre sind die einzelnen Lebenswünsche, die den Bagua-Feldern zugeordnet werden, sehr genau auch über die Himmelsrichtungen definiert. Im Osten herrscht nun einmal die Energie des Sonnenaufgangs, der Morgenstimmung und des Aufbruchs. Warum sollten dann beispielsweise die dem Osten oder Südosten zugeordneten Lebensthemen dann beliebig in der Wohnung plaziert werden können?

Die Verwendung des Kompass-Baguas stellt die Feng Shui Analyse von Anfang an auf ein solides Fundament. Jetzt ist es möglich, alle Themen, die dem jeweiligen Bagua-Sektor zugeordnet werden, zu erfassen und zu bearbeiten. Diese sind vielfältig und sehr weitreichend und beschränken sich nicht nur auf die bekannten und populären Lebenswünsche. In den einzelnen Sektoren der Himmelsrichtungen können darüberhinaus auch gesundheitliche oder strukturelle Themen abgefragt und verändert werden. Zudem herrscht durch die Verwendung des Kompass-Baguas von Anfang an Klarheit und Durchgängigkeit.