Ein einzelnes kleines Wort
Der Jahreswechsel liegt schon über eine Woche zurück, aber das Jahr riecht noch frisch und neu. Was soll es bringen?
Ich habe im Trubel der Feiertage und Weihnachtsferien ein paar ruhige Momente für Rückschau und Ausblick gefunden.
Nein, in diesem Jahr gibt es für mich keine “guten Vorsätze”, nicht im klassischen Sinn. Das hat bei mir nie funktioniert, weil ja doch schneller als gedacht der Alltag wieder über einen hereinschwappt. Das Leben ist nun mal turbulent.
Im letzten Jahr bin ich bei Ali Edwards auf die Idee des “one little word” gestoßen. Das Konzept ist charmant: man wählt sich ein einzelnes Wort, das die Qualität am besten beschreibt, die man sich für das kommende Jahr wünscht.
In den langen Listen finden sich solche Worte wie: Chance, Energie, Traum, Balance, Gedeihen, Mut, Tiefe, Herausforderung, und viele mehr …
Eine Liste (in Englisch) ist hier zu finden: One little word 2012
Ich habe im letzten Jahr erstmals dieses “one little word” ausprobiert und habe gute und erstaunliche Erfahrungen damit gemacht.
Meine Wahl ist vor einem Jahr auf das Wort “change – Veränderung” gefallen. Was ist im Laufe des Jahres 2011 daraus geworden? Es sind nicht solche Veränderungen herausgekommen, wie ich sie geplant hätte, wenn ich sie denn hätte planen wollen – oder Veränderungen, die ich mir sonst per guter Vorsätze erhofft habe.
Aber es hat für mich im letzten Jahr deutliche Veränderungen gegeben. Zum Glück nicht auf die dramatische Art und zum Glück auch nicht als traumatisches Ereignis, aber dennoch nachhaltige Änderungen, das Loslassen von Überholtem, das Hinterfragen von Selbstverständlichkeiten und eine lange Phase einer persönlichen Auszeit. Diese Veränderungen haben im vergangenen Jahr begonnen und sind noch in vollem Gang. Das ist etwas, was ich in den Jahren zuvor mit all ihren guten Vorsätzen nie erreicht habe.
Ich werde auch für dieses Jahr wieder ein einzelnes kleines Wort gedanklich mit mir herumtragen. 2012 soll mich das Wort “Lebensfreude” begleiten. Vielleicht ist es über den langen Zeitraum eines Jahres ein bisschen leichter, auf ein einzelnes Wort fokussiert zu bleiben, als in der unvermeidlichen Alltagshektik hochfliegende Pläne aus den Augen zu verlieren.
“Lebensfreude” – das soll mich vor allem an zwei grundsätzliche Fragen dazu erinnern:
- Was macht mir denn eigentlich so richtig Freude?
- Und warum ist es manchmal so schwer, Freude zu empfinden? Was blockiert dann gerade die Freude?
Vielleicht bringt dieser Fokus eine Verschiebung der Schwerpunkte mit sich. Keine Hoppla-Hopp-Änderung per Fingerschnippsen aber möglicherweise ein bisschen mehr Freude und etwas weniger Blockaden.
Was ist mit Ihnen? Haben Sie ein Leitwort, ein einzelnes kleines Wort für 2012?
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Du bloggst wieder, wie schön. Und dann auch gleich einen so tollen Beitrag der zum denken anregt und sich prima umsetzen lässt. Danke dafür.
Ich wünsche Dir viel Lebensfreude für 2012
Das wünsche ich Dir auch, Andrea! Vielen lieben Dank!
Mein Fünfjahreswort heißt:
Mut.
Das paradoxe Wort des Jahres:
einsilbig.
Das klingt ja interessant! Fünfjahreswort? paradoxes Wort?
Vielleicht auch nur auf zwei Jahre. Mut: eine Silbe, voller Kraft
Und “einsilbig” ist doch selbstreflexiv und paradox, oder?
Liebe Claudia,
schön, dass Du wieder da bist
Seit ich gestern diesen Blogpost gelesen habe, lässt er mich nicht mehr los. Mein “little Word” für 2012 ist ein Verb. Es lautet MACHEN! Danke für die Inspiration!
LG Simone
[...] schöne Idee habe ich gerade entdeckt. Statt langer Vorsätze ein Wort für das Jahr, das mich begleitet. Ich [...]
Oh, das gefällt mir. Kurz und knackig. Und wirkungsvoll.
Ich denke noch und spüre noch nach aber ich glaube, es hat mich ganz rasch gefunden, das Wort des Jahres.
Liebe life-Stylistin, liebe Tine, danke für Eure Kommentare und ich freu mich, dass ich Anregung geben durfte