Nieder mit der Lebensbalance

Da predigen sie Lebensbalance allerorten und die Spatzen pfeifens von den Dächern. Jahrelang bin ich hinterhergehetzt, habe Dutzende von Ratgeberbüchern verschlungen (in denen überall dasselbe drinsteht…).

Lebensbalance heißt das Zauberwort.

Collage Lebensbalance

Alle wichtigen Bereiche Deines Lebens müssen ausbalanciert sein, sonst gerät man in ein ungesundes Ungleichgewicht.

Praktischerweise liefern die Zeitplan- und Selbstorganisations-Autoren dann auch gleich ein Lebensmodell mit. Je nach Ausrichtung beinhaltet so ein Lebensmodell dann verschiedene Kategorien. Beispiele:

  • Gesundheit
  • Bewegung
  • Finanzen
  • Beruf
  • Glück
  • Familie
  • Partner

Soweit so schön. Alle diese Ratgeber versprechen, dass man sein Leben in den Griff bekommt, wenn man nur eifrig genug in allen Kategorien aufpasst, sie plant, steuert, Ziele erstellt und diese nachdrücklich verfolgt.

Warum bin ich dann aber immer noch kein 50 kg-Rehlein, das es endlich geschafft hat, alle diese vielen dicken Kilos abzuspecken?

Warum verursacht es mir immer noch keine Freude, mich joggend und schnaufend in sportliche Betätigung zu stürzen? Radfahren, Walking – Sport ist doch ein so wichtiger Lebensbereich….

Warum scheitere ich daran, jeden Tag zu meditieren? Gymnastik? Yoga? Warum nur sind alle die kleinen und großen Probleme mit Partner und Kindern immer noch da? Warum klappt es mit den Finanzen nur mehr oder weniger gut?

Ich muss da immer an den Spruch von John Lennon denken:

Leben ist das, was passiert, während Du andere Pläne machst.

Also – ich habe jahrelang eifrig Listen geschrieben, Balance-Räder gezeichnet, Lebenswünsche in Feng-Shui-Baguas verortet und bin meinen Zielen in den einzelnen Sektoren hinterher gehechelt.

Die Tage mit Kindern und Familie sind vollgepackt und eine einzelne alltägliche Zwischenfall-Singularität kann alles über den Haufen werfen und ich habe mich immer wieder gefragt, was denn aus meinen hehren Vorhaben (zum Vergleich: Neujahrs-Vorsätze) geworden ist.
Meistens nix, alles längst schon wieder vergessen.

Was ist also falsch an den ganzen Plänen, an den Denkmodellen?

Keines dieser Modelle ist vollständig. Besonders gerne mochte ich beispielsweise bisher das Balance-Rad aus Oliver Fritschs Buch “Alles Anders“.
Mit Begeisterung habe ich immer wieder mehr oder weniger zackige Räder gezeichnet. Das Schaubild hat mir dann die Mängel in meinem Leben aufgezeigt und mittels Masterplänen und S.M.A.R.T.en Zielsetzungen soll das dann alles behebbar sein.

Das hat nicht geklappt.

Kürzlich habe ich mir mal die Mühe gemacht und die mir bekannten Modelle der Lebens-Sortiererei in eine Excel-Tabelle gepackt. Da sind mir endlich die Augen aufgegangen, denn zwischen den Einträgen in den einzelnen Kategoriespalten klaffen riesige Lücken. Je nach Modell wird mal der eine, mal der andere Lebensbereich mehr oder weniger betont.

Screenshot

Also, wenn das Sortieren und Planen der einzelnen Lebensbereiche *nicht* funktioniert, was funktioniert dann? Nun, meine (noch sehr kurze, weil neue) Erfahrung ist:

Ein Leben ist automatisch in Balance, wenn alle elementaren Bedürfnisse erfüllt werden.

Und dazu zähle ich primär vor allem die tief im Inneren vergrabenen und versteckten Wünsche, Träume und Visionen.

Im besten Fall weiß man über den Sinn seines Lebens bereits Bescheid, aber meistens ist es doch eher nur eine Ahnung, ein Glimmen, ein kleiner glühender Funke – leider noch weit entfernt davon, einen flammenden, leuchtenden Sinn ins Leben zu zaubern.

Ich habe das große Glück gehabt, Methoden gefunden zu haben, die mir eine individuelle Betrachtung meines eigenen Lebens ermöglichen. Das hat mich weitergebracht. Die nachdrückliche Suche nach dem “Was will ich wirklich?” hat mich zum Glück lange genug angetrieben, bis ich für mich wirklich eine Antwort gefunden habe.

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Entrümpeln: Bücher
Mir fällt es unheimlich schwer, ein Buch wegzuwefen. Altpapier ist einfach viel zu grausam für die papiernen Freunde.

Die sonstigen Möglichkeiten mit Versteigern oder auf Online-Marktplätzen anbieten... das finde ich alles so aufwendig.

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