Morgenseiten

Diesen Artikel habe ich eigentlich schon einmal vor einigen Jahren veröffentlicht und weil er so weit hinten im Archiv steht, die Technik an sich aber nichts an Aktualität und Effektivität verloren hat, gibt es den Hinweis auf die Morgenseiten heute erneut.

Damals habe ich noch den Begriff der “Kläranlage des Geistes” von Vera F. Birkenbihl verwendet, jedoch gefällt mir heute der Name “Morgenseiten” besser.

Ich habe mir die Prinzipien dieser Kreativtechnik auch auf einem “Merkblatt” verdeutlicht… [das Bild darf gerne als Erinnerungsstütze heruntergeladen und ausgedruckt werden, jedoch nur zu privaten Zwecken!]

Memo Kläranlage des Geistes

Die Technik ist supereinfach: Man schreibt 10 bis 15 Minuten einfach alles auf, was einem in den Sinn kommt. Ohne Zensur und ohne innezuhalten, wenn gerade nix kommt, dann schreibt man eben “äh -mir fällt nix ein”

Wer sich lieber an die genaue Anleitung von Julia Cameron aus dem Buch “Der Weg des Künstlers” halten will, der schreibe einfach jeden Morgen drei Din-A4 Seiten mit der Hand. Inhalt ist der gleiche: Alles, was einem in den Sinn kommt.

Dieser Rohtext kann dann in unterschiedlicher Weise weiterverarbeitet werden:

Julia Cameron empfiehlt, es einfach liegen zu lassen, einfach das Ausleeren des Geistes an sich wirkt schon reinigend.

Vera F. Birkenbihl dagegen nimmt den so entstandenen Rohtext als Basis für eine Weiterbearbeitung, z.B. durch die Vergabe eines Titels, das Unterstreichen wichtiger Aussagen, das Schreiben einer Zusammenfassung oder das Selektieren von Kernworten, die ihrerseits dann wieder als Basis für KaWas und andere von ihr entwickelte Kreativtechniken dienen…

… da kann man endlos an einem Thema dranbleiben, je nach Zeit und Laune.

Der Vorteil ist jedoch, ein Thema auf sonst nicht so leicht zugänglichen Ebenen durchdenken zu können.

Ich habe mittlerweile seit Jahren Morgenseiten geschrieben – habe auch einige Pausen darin, zum Teil auch mehrere Monate – und meine Erfahrung ist durchweg, dass mein Tag leichter und klarer verläuft, wenn ich am Morgen zum Schreiben gekommen bin. Ich möchte das Schreiben nicht mehr missen.

Zum Weiterlesen:

Der Weg des Künstlers
Der Weg des Künstlers. Ein spiritueller Pfad zur Aktivierung unserer Kreativität

Analograffiti – geniale und einfache grafische Kreativitätstechniken
Das große Analograffiti-Buch


6 Kommentare zu „Morgenseiten“

  • Kläranlage des Geistes??? Ist ja witzig…
    Ich hab ja seit Oktober kein “Tagebuch” mehr geführt, da ich ja das meiste blogge, aber ich werde mal wieder anfangen… es gibt ja doch Gedanken, die man nicht blogt…
    Die Morgenseiten wären mir zu anstrengend… ich weiß, 15-20 Minuten… aber da surf ich lieber im web… grins… oder schau dösig in die Glotze.
    Ich glaub, daß kommt dann erst mit dem Alter…. hihihi

    LG claud

  • Claudia Schramm:

    Es gibt auch Gedanken, die man bloggen kann, wenn man den Artikel auf absolut privat stellt. Das kannst Du ja mal mit einem gefahrenentschärften Artikel ohne geheimen Inhalt testen…ob der dann wirklich absolut unlesbar für uns alle ist…

    Hmmm, zu anstrengend? mag sein, es klingt erst mal nach Aufwand. Aber der “Return of Invest” ist für mich unbezahlbar. Den habe ich persönlich mit der Glotze oder dem Web nicht. Keinesfalls.

    Vielleicht kommt es auch wirklich erst, wenn man mal eine Zeitlang damit älter geworden ist, ich mach das ja jetzt seit 1999, also mindestens 11 Jahre!

    Doch irgendwann muss man damit anfangen, um es auszuprobieren. Da kann ich jetzt auch so klug daherreden, denn das ist wirklich eines der wenigen Dinge, die mich so positiv beeinflussen, dass ich es beibehalten habe – mit Gymnastik oder anderen Dingen hab ich da viel mehr Schwierigkeiten beim Durchziehen.
    Grüßle!

  • [...] und Weise in so ein kleines Büchlein zu bannen, denn so wertvoll auch das tägliche Schreiben von Morgenseiten ist und soviel Klärung von verstrickten Gedankenmühlen darin auch stattfindet – sie haben [...]

  • Ich kenne beide Varianten und bevorzuge auch die Morgenseiten von Cameron. Ich habe sie auch lange geschrieben- bis ich über das Blog von unternehmenskick auf eine für mich noch viel genialere Idee gestoßen bin und sie für mich ausgeweitet habe zum “Magischen Experiment”. Dazu habe ich regelmäßig in meinem Blog geschrieben und verschicke ein kostenloses E-Book dazu. Hier geht es darum, auch jeden Morgen 20 Minunten aufzuschreiben, aber unter dem Thema “Mein ideales Leben in zwei bis drei Jahren”- und man “darf” es auch auf dem PC schreiben :-) .

    Sinn (und auch meine Erfahrung) des Experiments: es geht mir nicht nur in 2-3 Jahren gut (die sind noch nicht erreicht), sondern auch schon während des Schreibens haben sich sehr viele schöne tolle Dinge ereignet und ich nähere mich vielen meiner dort beschriebenen “Träume” mit riesigen Schritten.

    Ich habe es 7 Wochen lang gemacht.
    Bald werde ich auch alles geschrieben noch einmal durchlesen, denn es kamen mir dabei auch schon viele konkrete Ideen, wie ich bestimmte Probleme löse oder Ziele erreiche- so aus der Rückschau von in 3 Jahren…

    Es hat ungeheuren Spaß gemacht und ich habe es sehr bedauert, damit aufhören zu müssen- aber sonst können die 3 Jahre ja nicht eintreten, wenn ich immer weiter schreibe….

    Schreiben hat eine völlig andere Qualität als nur mal so vor sich hin zu denken oder zu träumen. Aber ich bin auch speziell ein Schreiberling, viele meiner Ideen entwickele ich erst beim Schreiben…

  • Claudia Schramm:

    @Zamyat M. Klein: Ich habe den Artikel damals auf Deinem Blog gelesen und habe dadurch inspiriert ebenfalls das magische Experiment durchgeführt (und durchgehalten). Vielen Dank nochmal dafür. Ich könnte ohne das Schreiben gar nicht mehr auskommen, es hilft mir ungemein, meine Gedanken und den Tag zu ordnen.

    Momentan hadere ich ein bisschen mit der Herausforderung, die vielen beim Schreiben entstandenen Ideen aus dem magischen Experiment und den Morgenseiten herauszubekommen, ohne den ganzen Artikel nochmal abzuschreiben… ich versinke beim Nachlesen geradezu in den vielen Ideen und Anregungen, die ich mir in den Füller diktiert habe.

    Ich kann mich da nur schwer auf einzelen Stichworte beschränken und zudem sind es soviele Kategorien, die ich dann auch gleichzeitig zu überblicken versuche. Da bin ich also für Ideen, Vorschläge und eine praktikable Vorgehensweise sehr offen und dankbar.

    Wie schaffst Du es, Deine Ideen in eine etwas umsetzbarere Form zu bekommen?
    Wie sortierst Du die Ideen?
    Wie bewahrst Du die Ideen auf, damit Du sie wiederfindest?

    Liebe Grüße! Claudia

  • [...] kommt die Sparschweinchen-Zeit: Ich schreibe jeden Morgen Morgenseiten (na ja – fast jeden Morgen) – und die 25 Minuten, die die Hirse jetzt noch im Topf [...]

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