Paperclutter
Ich nehme aktuell am “Paperclutter”-Workshop von Aby Gravey teil – ja, ich hab es wirklich getan und einen englischsprachigen Workshop in Amerika gebucht! – und einen Workshop zu machen, ist ein immenser Unterschied.
Paperclutter. Ich beantrage, dieses Wort in die deutsche Sprache aufzunehmen, denn nur dieser Klang sagt adäquat, was sich hinter dem “Papierkram” wirklich verbirgt.
Welche Last und welches Gerümpel, welche Blockaden und welche Schuld- und Schamgefühle wie “clutter”, wie Kletten an einem kleben. Da hat die deutsche Sprache glaub ich gar keinen vergleichbaren Ausdruck dafür. “Kletten” ist auch nur klanglich ähnlich, clutter bedeutet “Durcheinander, Wirrwarr”.
Ich hatte genügend Zweifel, ob ich mit meinen Englischkenntnissen an einem amerikanischen Workshop mithalten kann, oder ob ich die erforderliche Zeit aktuell in meinen vollgefüllten Teminkalender unterbringen kann.
Vor einiger Zeit habe ich über das “Magische Experiment” berichtet. Ich habe sieben Wochen lang (fast) jeden Morgen über die Frage nachgedacht, wie mein ideales Leben den aussehen würde, wenn sich alles optimal entwickeln würde.
Eines Morgens habe ich mir selbst in den Füller diktiert, dass dieser Workshop den entscheidenden Unterschied ausmachen wird. Da war es dann nur noch Formsache, mich anzumelden.
Nun ist der Workshop fast vorbei und ich habe unglaublich viel gelernt. Ich weiß nicht, ob es in Deutschland irgendetwas Vergleichbares gibt, ich bin jedenfalls sehr zufrieden mit meiner Wahl.
Ich kann Abys Workshops nur empfehlen. Ich bin aufs Wärmste empfangen worden und das Forum dort ist voll von hilfsbereiten und freundlichen “Klassenkameraden”. Ein bisschen bin ich traurig, dass der Workshop am 24.11. seine virtuellen Türen schliesst, auch weil ich wegen Erkältung, gezogenem Zahn und einem Totalabsturz meines Computers nicht ganz Schritt halten konnte.
Doch ganz besonders zuversichtlich macht mich Abys Satz: “Jeder Schritt, den Du machst ist ein Fortschritt.” (in Englisch klingt das alles noch viel, viel schöner!). Ich werde einfach nach jedem Rückschlag, nach jedem Hindernis die Gangart wieder aufnehmen und meine Mini-mini-Schritte in die richtige Richtung machen, mich um meine “action-systems” kümmern und die aufgeschobenen Entscheidungen Stück für Stück fällen.
Vielleicht werde ich ja auch hier ein bisschen über meine Fortschritte berichten, denn trotz aller Vor-Kenntnisse von GTD und Kaizen und simplify und was-weiß-ich-nicht-alles und trotz aller bisherigen Versuche, mich selbst zu organisieren, haben mir erst einige Informationen in *diesem* Workshop die Augen richtig geöffnet.
edit: Gerade eben habe ich noch einen Bonus-Zusatzservice entdeckt. Wir bekommen das komplette Forum als PDF nach Hause geliefert. Ist das nicht toll? Also, ein Rundum-zufrieden-und-sorglos-Paket. Great!
(ich hatte schon überlegt, am letzten Workshop-Tag alle Inhalte in meine Evernote zu kopieren, aber der Computerabsturz vom Samstag hat mich eines Besseren belehrt: Alle Evernotes seit Juli sind mit abgestürzt…)


Super, ich gratuliere Dir!
p.s. evernote kann doch nicht abstürzen, oder? Klar auf dem einen Rechner sind die Daten weg, aber in der Wolke sind doch noch Kopien von Allem, schön über web interface abrufbar und kann dann jederzeit auf einen neuen Rechner gezogen werden. Das ist doch gerade das Schöne an evernote und dropbox…
Hi Alexander. Evernote ist sicher – Ja, sofern man alle Notebooks online hat… Ich bin ein visueller Mensch und ich habe unglaublich viele Bilder aus dem Internet gesammelt. Ich überschreite die Datenmenge von 40 MB für den freien Account um ein vielfaches. Und selbst der Pro-Account ist auf 500 MB Upload-Volumen beschränkt. Mein Evernote hat jedoch schon fast 400 MB und da habe ich die Grenze des monatlichen Synchronisierens beinahe erreicht. Ich hatte das gelöst, indem ich die wichtigsten Notizbücher online hatte: Blogartikel-Entwürfe, Kontaktdaten. Die sind noch da. Aber ganz viel inspirierende Artikel sind weg. Ideen. Anregungen. Ich verwende(te) Evernote als Inspirations- und Schatzkiste.
Der Absturz lässt mich natürlich auch meine Hamster-Mentalität etwas überdenken, denn allzuoft habe ich auch einfach ge”clippt” – weil es halt geht. Und weil es in Evernote in einer relativ sicheren Schatzkiste liegt. WENN man regelmässig die Datenbank sichert. Und die lag auf C:\
Gelernt: *gute* backup-Routinen entwickeln und Pfade von wichtigen Daten (die nicht sowieso schon auf einer anderen Partition liegen) in eine Checkliste packen.
Hallo Claudia,
danke für die ausführliche Antwort. Wow, kann ich nun nachvollziehen. Ich habe fast nur reinen Text in meinen verschiedenen evernote Büchern. Die sind entsprechend schlank und alle auch online. Für web clipping habe ich bislang delicious benutzt. Danke, dass Du mit dem Teilen Deiner Erfahrung anderen hilfst, diesen Schmerz zu verhindern.
Gruß aus Z. – Alexander