28. November 2009
Unglaublich, aber wahr. Seit vier Jahren bewege ich mich bereits in der sympathischen Blogosphäre, habe wunderbare Kontakte geknüpft, interessante Leute, Themen und Inspirationen gefunden und einfach vier Jahre lang viel Spaß am Schreiben und Bloggen gehabt.
Ich sehe das “Social Web” als wunderbare Erweiterung eines Freundeskreises hinaus in alle Welt und ich schätze sehr daran, wie leicht ich in dieser virtuellen Welt Gleichgesinnte finde.
Danke an Sie, liebe Leser und Leserinnen – jede Rückmeldung, jede Kommunikation und jeder Kommentar ist ein Knoten in einem wertvollen, realen Netz.

Bild: Jessica N. Diamond - Common license -
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Allgemein — Claudia Schramm @ 00:08 —
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16. November 2009

Ich nehme aktuell am “Paperclutter”-Workshop von Aby Gravey teil – ja, ich hab es wirklich getan und einen englischsprachigen Workshop in Amerika gebucht! – und einen Workshop zu machen, ist ein immenser Unterschied.
Paperclutter. Ich beantrage, dieses Wort in die deutsche Sprache aufzunehmen, denn nur dieser Klang sagt adäquat, was sich hinter dem “Papierkram” wirklich verbirgt.
Welche Last und welches Gerümpel, welche Blockaden und welche Schuld- und Schamgefühle wie “clutter”, wie Kletten an einem kleben. Da hat die deutsche Sprache glaub ich gar keinen vergleichbaren Ausdruck dafür. “Kletten” ist auch nur klanglich ähnlich, clutter bedeutet “Durcheinander, Wirrwarr”.
Ich hatte genügend Zweifel, ob ich mit meinen Englischkenntnissen an einem amerikanischen Workshop mithalten kann, oder ob ich die erforderliche Zeit aktuell in meinen vollgefüllten Teminkalender unterbringen kann.
Vor einiger Zeit habe ich über das “Magische Experiment” berichtet. Ich habe sieben Wochen lang (fast) jeden Morgen über die Frage nachgedacht, wie mein ideales Leben den aussehen würde, wenn sich alles optimal entwickeln würde.
Eines Morgens habe ich mir selbst in den Füller diktiert, dass dieser Workshop den entscheidenden Unterschied ausmachen wird. Da war es dann nur noch Formsache, mich anzumelden.
Nun ist der Workshop fast vorbei und ich habe unglaublich viel gelernt. Ich weiß nicht, ob es in Deutschland irgendetwas Vergleichbares gibt, ich bin jedenfalls sehr zufrieden mit meiner Wahl.
Ich kann Abys Workshops nur empfehlen. Ich bin aufs Wärmste empfangen worden und das Forum dort ist voll von hilfsbereiten und freundlichen “Klassenkameraden”. Ein bisschen bin ich traurig, dass der Workshop am 24.11. seine virtuellen Türen schliesst, auch weil ich wegen Erkältung, gezogenem Zahn und einem Totalabsturz meines Computers nicht ganz Schritt halten konnte.
Doch ganz besonders zuversichtlich macht mich Abys Satz: “Jeder Schritt, den Du machst ist ein Fortschritt.” (in Englisch klingt das alles noch viel, viel schöner!). Ich werde einfach nach jedem Rückschlag, nach jedem Hindernis die Gangart wieder aufnehmen und meine Mini-mini-Schritte in die richtige Richtung machen, mich um meine “action-systems” kümmern und die aufgeschobenen Entscheidungen Stück für Stück fällen.
Vielleicht werde ich ja auch hier ein bisschen über meine Fortschritte berichten, denn trotz aller Vor-Kenntnisse von GTD und Kaizen und simplify und was-weiß-ich-nicht-alles und trotz aller bisherigen Versuche, mich selbst zu organisieren, haben mir erst einige Informationen in *diesem* Workshop die Augen richtig geöffnet.
edit: Gerade eben habe ich noch einen Bonus-Zusatzservice entdeckt. Wir bekommen das komplette Forum als PDF nach Hause geliefert. Ist das nicht toll? Also, ein Rundum-zufrieden-und-sorglos-Paket. Great!
(ich hatte schon überlegt, am letzten Workshop-Tag alle Inhalte in meine Evernote zu kopieren, aber der Computerabsturz vom Samstag hat mich eines Besseren belehrt: Alle Evernotes seit Juli sind mit abgestürzt…)

6. November 2009
Es ist ja doch schon einige Zeit her, dass ich mich mit Ernährungsthemen befasst habe. Durch Zufall (??) bin ich auf eine informative Seite gestoßen, die sehr viele Artikel zu Ernährung, Naturheilkunde und Alternativer Medizin bereithält. Unter anderem gibt es dort einen Artikel zu Adipositas.
Adi..was? OK, wer wie ich ein bisschen pummelig ist, der kennt den Begriff vielleicht, er beschreibt Übergewicht. Leider die ernsthafte, massive und gesundheitsschädliche Variante. Gemessen wird es per BMI (eine zweifelhafte Methode, aber das wäre ein anderer Artikel …) Ab einem BMI (BodyMassIndex) von 30 spricht der Mediziner von krankhafter Fettsucht oder Adipositas.
Lange genug quäle ich mich jetzt schon mit den verschiedensten Methoden zum Abnehmen, meine diversen Fehlversuche habe ich ja bereits dokumentiert: Weight Watchers oder Metabolic Balance.
Ergänzt wird das Ganze jetzt noch mit Trennkost, “Schlank im Schlaf” und “Ich bin dann mal schlank …” und “Leichter leben in Deutschland” - alles sehr wunderbare Konzepte, die eine ausgewogene Ernährung versprechen, eigentlich keinerlei Mangelgefühle aufkommen lassen dürften und dann auch noch die Pfunde purzeln lassen. Wie geil ist wäre das denn?
Nur – ich sitze vor meinem abendlichen Gemüse-Eiweiß-Teller, wunderbare gedünstete Zucchini mit Zwiebelchen, dazu ein leckeres Lachsfilet… und alles in mir schreit nach einem einzigen Stückchen Brot. Oder Kartoffel. oder Marmelade. Irgendwas mit Kohlenhydraten. Nudeln, ich sehe Nudeln … Es ist zum Verzweifeln. Zwei, drei Tage (Abende) kann ich sowas durchziehen, dann ist Sense und meine Nerven nur noch ein loses Bündel.
Und dann kommt dieser Artikel. Adipositas. Ja, vermutlich muss auch ich mich da einsortieren, ich habe einfach zuviel auf den Rippen … Und anstatt wiederum irgendeine Entschlackungs-Trenn-Metabolic-Eiweiß-fit-forever-Balance-Diät anzupreisen (ich habe meine Ulrich Strunz-Exemplare übrigens der Stadtbücherei vermacht…) finde ich plötzlich diese Sätze:
- (…) mögliche Faktoren, die die Entstehung von Adipositas begünstigen, sind multiple Nährstoffmängel, dysfunktionale Organsysteme, aus dem Gleichgewicht geratene endokrine und hormonale Aktivitäten, Sucht, Depression, Erschöpfung und Gefühle von psychischer und spiritueller Leere.
- Eine der größten psychischen Komponenten der Adipositas ist die Sucht. Menschen essen aus völlig verschiedenen Gründen: zur Unterhaltung, zum Trost, als Ersatz für Sex oder was auch immer. Wenn sich dieses Verhalten bis ins Extrem steigert, fördert es die Selbstzufriedenheit und damit Unvermögen Risiken einzugehen und etwas anderes auszuprobieren.
- Mit der Adipositas geht ein Gefühl spiritueller Leere einher, wobei viele Menschen diese Leere auf die eine oder andere Art mit Essen füllen wollen.
- Um die Sucht zu besiegen, müssen wir als ganze Menschen leben. Wir sollten alle verschiedenen Aspekte des Lebens integrieren und uns an Ihnen erfreuen. Wir müssen uns, zumindest bis zu einem gewissen Maß, aller inneren Prozesse bewusst werden – physische, emotionale, mentale und spirituelle. Wenn wir einen dieser Teile von uns vernachlässigen, ist eine Degeneration unvermeidlich.
- Es ist zwar wahr, dass Menschen spazieren gehen und sich Bewegung verschaffen sollten, um gesund zu werden, doch das allein ist nicht genug. Genauso wichtig ist die Bewegung auf geistiger und emotionaler Ebene. Menschen müssen auch denken und fühlen, um ganzheitliche, vollständige Wesen zu sein.
- Die allgemein vorgeschriebene Lösung des “weniger Essens und mehr Bewegens” stellt keine Lösung dar, weil sie nicht einen dieser Schlüsselpunkte berührt.
Lesen Sie unbedingt den ganzen Artikel, selbst wenn Sie keine Adipositas haben, sondern nur ein bisschen Übergewicht. Oder nicht einmal das.
Was ich daraus mache, weiß ich noch nicht. Ich merke nur, dass alle Anstrengungen der letzten Zeit trotzdem nicht verhindern konnten, dass ich mich zunehmend schlapp und ausgelaugt fühle. Kein Bewegungsprogramm, kein Diätversuch haben mir wirklich spürbare Verbesserungen gebracht.
Viel zu schnell ist wieder über alle verzweifelten Versuche, Gewohnheiten zu verändern der Alltag hereingebrochen.
Und nun gibt es diese völlig neue Sichtweise… Eine spirituelle Suche. Alle Aspekte des Lebens integrieren. Als ganzer Mensch leben.
Keine einzige Ernährungsempfehlung hat bisher diese Seite der Medaille auch nur im Entferntesten angesprochen. Immer ging es um weniger essen und mehr bewegen…
Erst gestern habe ich von einer Freundin den Linktipp zu einem Podcast bekommen. Ein Interview mit Andrea Sixt, die ihr Leben nach dem Brustkrebs komplett verwandelt hat.
Ein Umdenken hin zur Ganzheitlichkeit, hin zu einem Leben voller Freude und Gesundheit vollzieht sich in kleinen Schritten… Hören Sie selbst und gönnen Sie sich die fast 30 Minuten – sie könnten wirklich gut angelegt sein. Damit langsam eine neue Denkweise ins Bewußsein einsickert…
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