Unzufrieden … und zufrieden?
Mein Beschluß, mich wieder vermehrt mit meinen kreativen Gaben zu beschäftigen, wird auf eine harte Probe gestellt. Es ist schon schwer genug, sich überhaupt Zeit zum Malen, Gestalten und Collagieren quasi aus den Rippen zu schneiden… wenn der seltene Fall dann eintritt, dann bin ich mit dem Ergebnis nicht immer hundertprozentig zufrieden.
Möglicherweise habe ich in letzter Zeit zu viele Anregungen von beinahe “perfekten” Künstlern angeschaut und darüber vergessen, dass es ein langer Weg des Übens und Probierens ist, bis man auch nur annähernd “seinen Stil” gefunden hat.
Jedenfalls klaffen die Bilder im Kopf und die Bilder auf dem Papier weit auseinander.
Ich habe hier mal eine digitale Collage von verschiedenen Arbeitsschritten gemacht. Ich werte es im Moment als Test für verschiedene Acryl-Techniken. Leider fühle ich mich sehr unzufrieden, weil eben meine Vorstellung eine andere war…
Beim Ausprobieren mit meinen Farben ergaben sich aber andererseits auch einige wunderschöne Farbschattierungen, mit denen ich sehr zufrieden bin… vielleicht gehört vor allem dieses Wechselbad der Gefühle zum “kreativ” sein?
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Einfach probieren… genau, dafür bin ich auch immer zu haben.
Ich kenn auch ein paar Leute, die gar nicht anfangen, weil es ja nicht gleich 100%ig wird.
Danke Martin, sowohl für Deinen Kommentar, als auch fürs wieder Zurechtbiegen der Kommentarfunktion. Liebe Grüße, Claudia
Ja, das Wechselbad der Gefühle gehört zum kreativ sein. Ist Teil des kreativen Prozesses…. Es fiel mir schwer das zu akzeptieren und fällt es immer noch. Aber so wie die ich mich gegen Wetter nicht wehren kann und es dem Wetter egal ist, dass ich es persönlich nehme, dass es ausgerechnet jetzt regnet… Kann ich mich gegen die diversen Emotionen, die einfach so kommen nicht wehren, sondern sie einfach so hinnehmen und weiterwerkeln. Ich bin in meine Bilder, Entwürfe, Art-Journals, Collagen, Klebebücher – was auch immer – verliebt, gerührt, genervt, gelangweilt, inspiriert, entmutigt, übermütig, frustriert, deprimiert, wütend, beschämt… etc. Und das über das selbe “Machwerk”. Ich gebe mir die Erlaubnis für 200 schreckliche, langweilige peinliche Bilder und Entwürfe… Und ich fange oft mehreres gleichzeitig und schnell an… oder schneide mir aus großen schrecklichen Bildern die kleinen Schatzstückchen aus… spielen spielen spielen…(mein Wort für üben?)
Liebe Sandra,
ich danke Dir für den Vergleich zum Wetter – das ist einen Methapher, die mir wirklich weiterhilft, das Wechselbad der Gefühle zu verstehen und zu ertragen: so wie es eben nicht nur Sonne geben kann, weil wir dann in Kürze ausgedörrt wären.
Vielen Dank für Deine Beschreibung Deiner Beziehung zu Deinen Kunstwerken und Arbeiten – ich denke, ich muss mich als allererstes davon verabschieden, etwas “Her-zeig-bares” produzieren zu wollen oder zu “müssen” und die Arbeit, die Kunst als das begreifen, was sie ist: Ein Teil von mir, der sich einfach nur ausdrücken will.