Meine Erfahrungen mit Weight-Watchers

Free Image Hosting at allyoucanupload.comZunächst klingt das Konzept super:

Das Ausgangsgewicht und einige zusätzliche Faktoren (Bewegung oder sitzende Tätigkeit, Alter, Geschlecht) bestimmen die Menge an Punkten (oder “Points” in der Weight-Watchers-Sprache), die ich pro Tag zur Verfügung habe. Bewegung verschafft Bonuspunkte und die Bilanz muss über den Wochenverlauf gehalten werden, man darf die Punkte je nach Anlass etwas hin- und herschieben.
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Dazu gibt es schön gemachte, ansprechende Broschüren, die alles Wesentliche enthalten. Lebensmittel-Listen helfen am Anfang, die Punkte richtig in das Points-Tagebuch einzutragen. Man begreift sehr schnell, dass Gemüse und Obst und mageres Fleisch nur wenige Punkte haben und der ganze Rest mit den vielen Punkten nicht so richtig satt macht, weil am Ende der Punkte noch so viel Hunger übrig ist.
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Auch die anderen Bausteine sind wie dafür geschaffen, alles in die Richtung einer gesunden Lebensweise zu drehen: Das Treffen, die Motivation, jede Woche ein neues Thema im Treffen, das mit dem Abnehmen zu tun hat, lauter Gleichgesinnte, eine anonyme Erfolgskontrolle, ein Belohnungs-System, die Fit-Formeln: Bewegung, 5x am Tag eine Portion Obst oder Gemüse, das richtige Fett, genug trinken, auf das Calcium achten, und…und…und.
Es ist alles da. So könnte man mit dem Konzept der Weight Watchers seine Ernährung wirklich dauerhaft und richtig umstellen.
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Es gibt eine Unmenge an wirklich guten und leckeren Rezepten (und Kochbüchern), und die vorgeschlagenen Portionen sind in aller Regel wirklich satt machend.
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Warum bin ich auch mit den Weight Watchers gescheitert?
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Die Gleichgesinnten.
So richtig habe ich mich in der Gruppe nicht aufgehoben gefühlt. Wir hatten alle das gleiche “Problem”, aber irgendwie war es trotzdem schwierig, mal wirklich ins Gespräch zu kommen. Das kann auch ein Charakterfehler auf meiner Seite sein und ich will es den Weight-Watchers nicht anlasten. Fakt ist jedoch: mit der Gruppe wurde ich nicht warm. Auch nicht in den anderen Gruppen, die ich so unterwegs mal besucht habe. Ich bin wahrscheinlich kein Team-Player.
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Das Geld.
Woche für Woche wurden damals 11,00 € fällig. Die aktuellen Preise kenne ich nicht. Für den “Eintritt” gab es eine bunte Broschüre, das Treffen und das “geheime” Wiegen – nur die Kursleiterin und ich kannten die Zahl, die im WW-Pass eingetragen wurde.
Wenn es funktioniert, und ich in einem absehbaren Zeitraum mein Ziel erreiche, dann ist das Geld sicher gut angelegt. Wenn sich jedoch Woche für Woche nur wenig tut, dann summiert sich dieses Geld zu einer gigantischen Fehlinvestition.
Ob man darüberhinaus das ausgeklügelte Marketing-Konzept nutzt und die zahllosen WW-Produkte kauft, bleibt jedem selbst überlassen. Es gibt durchaus recht schmackhafte Produkte, doch diese sind aber meiner Meinung nach eher in der Unterzahl – somit fiel es mir persönlich recht leicht, hier das Geld zu sparen, denn der Name und das Logo auf dem Joghurt und der Lasagne kosten freilich auch ihren Teil.
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Die Inhalte.
Als Leserin diverser Bücher über positives Denken, Zielsetzung und anderer Techniken war ich mit der Formulierung von Zielen eigentlich schon vertraut. Ich war sehr überrascht, als ich in der Motivationsbroschüre die Anleitung fand, mein Ziel nicht – wie eben bereits bekannt und erprobt – in der Gegenwartsform/ Präsens zu formulieren, weil dies die Erreichung des Zieles bereits vorausnimmt (und die Gedanken erschaffen die Realität). Stattdessen sollte ich das Futur nehmen. “Ich werde …kg wiegen.” oder “Ich werde … am … ereichen.” Durch diese Zukünftigkeitsform in der Formulierung bleibt das Ziel auf immer zukünftig. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt.
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Dies gab mir schon in der Frühphase meiner Teilnahme einen Stich und mit geschärftem Blick habe ich alle Informationen hinterfragt. Es war nicht unbedingt leichter dadurch, dass ich mich zufällig parallel auch noch mit der Ernährung nach den 5 Elementen befasst habe, das sollte man keinesfalls vermischen! Es hilft nämlich leider gar nicht. Wahrscheinlich war das einfach zuviel Durcheinander. Weight Watchers empfahlen z.B. Joghurt oder Milchprodukte wegen dem Calcium – bei den 5 Elementen (respektive der Traditionellen Chinesischen Medizin) “verschleimen” die Milchprodukte und bilden “Feuchtigkeit” oder kühlen den Körper zumindest unnötig aus. Das “Verdauungsfeuer” wird geschwächt…
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Die Vorder- und Rückseite einer Medaille gleichzeitig anzusehen hat auch bei mir nicht geklappt.
Ich bin auch nicht hundertprozentig z.B. mit den Empfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Ernährung einverstanden. Die Verteilung von Kohlenhydraten und Eiweiß und Fett kann je nach dem gewählten Ernährungskonzept ja doch erhebliche Unterschiede ausmachen und mit dem Wissen aus den vielen gelesenen Büchern über “Glyx” oder “Zuckerknacker” oder “Trennkost” oder … habe ich irgendwann den Durchblick verloren.
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Wahrscheinlich ist dies sogar der wahre Grund meines Scheiterns. Ich habe versucht, das Weight Watchers-Konzept in die anderen Konzepte einzuordnen. Jedes Konzept für sich hat sehr gute Ideen, aber die Regeln des einen widersprechen den Regeln des anderen. Eine Mischung aus allen Konzepten geht meiner Meinung nach wegen dieser Widersprüche nicht und immer dann, wenn ich ein Konzept in Reinkultur umsetzen will, gerate ich an den internen Ungereimtheiten unter Streß – bautz, das war´s dann.
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Ich bleibe weiter auf der Suche :-)
(…und fühle mich einstweilen erst mal so wohl, wie ich gerade bin)
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Dieser Artikel gehört in die Reihe: Diätversuche – ausprobiert

5 Kommentare zu „Meine Erfahrungen mit Weight-Watchers“

  • Ich bin seit über 20 Jahren (übergewichtiges) Dauermitglied bei WW, d.h. ich hatte es mal geschafft…

    Das Grundkonzept ist für mich nach wie vor das einzig Wahre, allein die konsequente Umsetzung ist das Problem. Es gibt immer wieder äußere oder auch innere Einflüsse, die im Augenblick einen Erfolg verhindern. Die Gruppe brauche ich nicht mehr, das ist nur sinnvoll für Anfänger. Da wird für “Rückfällige” einfach zu viel Blödsinn geredet:
    “Ich habe überhaupt keinen Hunger gehabt in der letzten Woche”, wegen übermäßigen Hungers bin ich nicht zu dick, sondern wegen übermäßigen Appetits!
    “Ich schaffe meine Points gar nicht alle!!”
    Wovon ist die dann zu dick geworden?? Ich komme mit meinen Punkten NIE klar ohne doch Hunger zu kriegen!
    “Das ist ja alles so einfach!” Hm, warum schaffe ich das dann nicht endlich? Einfach ist es eben nur beim ersten Mal…

    Ich habe inzwischen für mich das Wichtige aus dem Programm herausgezogen. Ohne tägliches Gemüse nehme ich sofort zu. Obst ist wichtig, dann nehme ich besser ab. In meine Wochenplanung aufgenommen habe ich Sport. Davon nehme ich zwar nicht ab, aber es tut gut – auch dem Kopf. Und gibt Extrapunkte ;-) Mit Fett brauche ich gar nicht so geizen, es klappt trotzdem. Das mag aber bei jedem anders sein. Und eine Regelmäßigkeit beim Essen ist für mich wichtig, dann fange ich nicht an, Heißhunger zu entwickeln.

    Die Hoffnung habe ich noch nicht aufgegeben und wie gesagt, das Grundkonzept der Weight Watchers halte ich für das einzig Wahre um langfristig eine Ernährungsumstellung herbeizuführen. Und ohne eine konsequente Ernährungsumstellung geht es eben nicht.
    Mal schauen, wann ich schaffe, konsequent zu bleiben… ;-)

    Liebe Grüße
    Knittaxa

  • Claudia Schramm:

    Hallo Knittaxa!

    Ich finde das Grundkonzept von WW prinzipiell schon auch gut – nur hab ich eben ein bisschen einen Knoten im Kopf bei der “reinrassigen” Anwendung… jedoch finde ich Deine Bemerkung wichtig, dass Du für Dich das Wichtigste herausgezogen hast. Das ist meines Erachtens wirklich der einzige Weg: Für sich selbst das Wichtige herausziehen und dann umsetzen. Ich werde nicht mehr am Programm teilnehmen, aber das Infomaterial habe ich mir sehr wohl aufgehoben und die Punkte, die ich wichtig finde, werd eich mir jetzt heraussuchen.
    Ich habe gerade anstrengende 4 Wochen voller Computerarbeit hinter mir und da hat meine Ernährung stark gelitten (und die Bewegung auch) – und ich habe Obst und Gemüse sehr vermisst, das war einfach zu viel Konzeptlosigkeit.
    Und: Die Fit-Formeln sind es allemal wert, im Gedächtnis behalten zu werden.

    Übrigens habe ich auch den WW-Newsletter abonniert, so komme ich permanent mit der Thematik (und mit den leckeren Rezepten) in Kontakt und eines Tages habe ich dann ein Konzept, das ich umsetzen kann…

    Liebe Grüße, Claudia

  • Auch WW habe ich probiert, doch ich habe es nach 2 Monaten abgebrochen. Mir war diese Punktezählerei und auch das Geld zuviel.

    Am Anfang geht man euphorisch ran und es klappt auch wunderbar mit der Abnahme, doch irgendwann kommt der Punkt wo es nervt. Es kommen Lebensmittel hinzu wo man erst nachforschen muss wieviele Punkte es hat, das war mir zu aufwenig. Klar muss man was tun, da von alleine die Pfunde nicht schmelzen, aber dennoch möchte man ein Stück Lebensgefühl bewahren.

    Toll fand ich, dass man essen konnte was man wollte, nie gab es dann diese Heisshungergefühle, dafür war der Rest aber zu viel “Arbeit”.

    Ich habe damals nur online gemacht, also keine Gruppentreffen da ich sowas nicht mag. Auch jetzt habe ich nur Einzeltermine, weil ich mich so besser aufgehoben fühle. Dennoch musste man bei WW wöchentlich blechen und das summiert sich auf Dauern ganz schön. Das ist für mich nicht Sinn und Zweck. ;)

  • Claudia Schramm:

    Hallo Cindy!

    Ich bin übrigens nach wie vor Mitglied vom WW-Newsletter. Dort bekomme ich regelmäßig die leckersten Rezepte, die ich mir dann mit Evernote auch abspeichere, so habe ich bereits eine umfangreiche WW-Rezeptsammlung zusammenbekommen.

    Insgesamt gesehen ist es mir aber auch zu teuer, das ist vor allem ein gutes Marketing-Konzept. Und wie Du richtig sagst, die Punktekalkuliererei ist nervig.

    Mit dem Gruppentreffen habe ich auch keine so guten Erfahrungen gemacht, weil ich da wenig Leute getroffen habe, mit denen ich mich ernsthaft austauschen konnte.

    Das war dann irgendwann mehr Streß als Bereicherung und so hab ich es gelassen.

  • [...] Methoden zum Abnehmen, meine diversen Fehlversuche habe ich ja bereits dokumentiert: Weight Watchers oder Metabolic [...]

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Mir fällt es unheimlich schwer, ein Buch wegzuwefen. Altpapier ist einfach viel zu grausam für die papiernen Freunde.

Die sonstigen Möglichkeiten mit Versteigern oder auf Online-Marktplätzen anbieten... das finde ich alles so aufwendig.

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