Archiv für November 2007
Zahnstein
Seit einiger Zeit benutze ich mein basisches Badesalz auch zum Zähneputzen. Jedenfalls dann, wenn ich drandenke. Den Tipp habe ich von einer Freundin bekommen. Sie sagte, das wäre ihr ultimatives Mittel gegen Zahnstein.
Also, das wollte ich unbedingt ausprobieren. Wer mag schon diese unsägliche Zahnstein-
Entfernung beim Zahnarzt wirklich gut leiden?
Ich habe mir also einen kleinen Salzstreuer (mit Deckel – praktisch auf Reisen) mit dem Badesalz gefüllt und an einigen Abenden in der Woche nehme ich dieses Salz, statt der Zahnpasta.
Es ist unbedingt wichtig, nur einige wenige Körnchen auf die feuchte Zahnbürste zu streuen, denn das basische Salz ist wirklich wie eine Lauge und könnte bei falscher Dosierung das Zahnfleich angreifen!
Erstaunlicherweise produziert auch diese winzige Menge Salz eine ganze Menge an – ich sag jetzt mal – “gefühltem Schaum”, denn Schaumbildner, wie in der Zahnpasta, sind in dem Salz nicht drin. Wahrscheinlich wird die Speichelproduktion angeregt. Trotzdem ist der Putzeffekt gut und das Gefühl bzw. der Geschmack im Mund höchstens am Anfang etwas ungewohnt.
In diverser Zahnpasta- und Zahnpflege-Kaugummi-Werbung wird ja betont, dass das Umgebungsklima in der Mundhöhle ein basisches ist – und die viele Säure (z.B. vom vielen Zucker in der Nahrung) dieses Mund-Klima beeinträchtigt und die Entstehung von Karies begünstigt.
Ich bin kein Fachmann, ich kenne nur solche Werbebilder und ich hab das mit dem Salz selbst ausprobiert. Früher hat man ja auch Natron zum Zähneputzen genommen, und Natron ist ebenfalls basisch.
Mein Zahnarzt hat diese Woche den obligatorischen Jahres-Check (Bonus-Heft und so) durchgeführt. Dass dabei ein Inlay herausmusste, weil es nach der langen Zeit undicht geworden war, ist zwar unschön gewesen…
…jedoch: Er hat mit keiner Silbe das Wort “Zahnstein” erwähnt und auch das sonst obligatorische Kratzen mit diesen unsäglichen Ultraschallgeräten ist ausgeblieben!
Ich werte das als vollen Erfolg.
Wer bei Google die beiden Suchworte “Natron” und Zähneputzen” eingibt, findet viele interessante Erfahrungsberichte, z.B. hier und hier gibt es jede Menge Tipps über das weite Anwendungsspektrum von Natron.
Ich möchte noch betonen, dass das basische Badesalz noch einmal etwas anderes ist als Natron, wer jedoch kein basisches Badesalz zu Hause hat, kann mit dem preiswerten Natron in der Zahnpflege sicher einen guten Effekt erzielen.
Bella Roma
Es war jetzt ein paar Wochen etwas ruhiger hier… Jetzt bin ich wieder da und kann über die Dinge berichten, die mich derzeit beschäftigen.
In den Herbstferien habe ich mir einen lang gehegten Traum erfüllt und die Ewige Stadt besucht: Rom. Ich möchte hier vor allem ein paar Impressionen wiedergeben:
Der erste Sonnenaufgang nach der Zeitumstellung zur Winterzeit. Irgendwie liebe ich Fensterplätze im Flieger, auch wenn ich so rein gefühlmäßig schon auch ein Stück Flugangst habe.
Einen ersten Eindruck von der Stadt haben wir bei einer Stadtrundfahrt mit dem Bus gewonnen. Man stelle sich vor: Fast November und dort gibt es Cabrio-Busse! Natürlich sieht man bei so einer Rundfahrt gleich eine Menge der klassischen berühmten Gebäude…
Es waren eine Menge Besucher in der Gegend des Vatikan… später haben wir auch erfahren, dass just an unserem Ankunftstag 300 Märtyrer selig gesprochen wurden.
Am Nachmittag ein Spaziergang durch die engen romantischen Gassen von Rom. Ha! Das ist südliches Flair pur. Rom ist eine quirlige Stadt. Und natürlich haben wir auch den Trevi-Brunnen besucht…
Eine typische Szene in der Stadt: Die Souvenirverkäufer und die Bushaltestellen:
So eine Städtereise besteht natürlich nicht nur aus Höhepunkten… drückende Schuhe, breitgelaufene Füße und Regenwetter waren schon auch dabei. Interessant wurde es für mich am dritten Tag, denn da wurde das Wetter schlecht und mit dem Wetter auch meine Stimmung.
Was ist der Sinn einer Städtereise? – Das Ambiente, die Lebensart der Römer, die Stimmung der Stadt zu spüren?
Die berühmte Spanische Treppe ist an einem verregneten Novembertag auch in Rom menschenleer (vor allem vormittags um zehn Uhr, *grins*) und an solchen absurden Situationen merke ich, dass der tiefe Sinn darin, sich eine Traumreise zu erfüllen nicht darin besteht, eine Liste von Sehenswürdigkeiten abzuhaken…
Auch wenn das jetzt ein bisschen streng klingt – ich habe den Besuch in der Ewigen Stadt genossen und vielleicht komme ich zurück (obwohl ich kein Geld in den Trevi-Brunnen geworfen habe).
Zu den unumstrittenen Höhepnkten zähle ich jedenfalls den Besuch auf der Kuppel des Petersdomes. Das ist ein gigantisches Erlebnis und Rom breitet sich in den schönsten Erdfarben unter einem aus…
Es gibt noch viel zu berichten, vom Stadtteil Trastevere oder von den Gladiatoren vor dem Kolosseum, die sich gegen preiswerte 5 Euro mit den Besuchern zusammen ablichten lassen…
…vom Forum Romanum, das sehr beeindruckend ist, wenn man früher mal Lateinunterricht hatte…
…und von der Faszination, den die vielen Schichten der Geschichte immer noch umgibt – sehr sehenswert: Das Museum Crypta Balbi!
…von den unglaublichen Schätzen und Kunstgegenständen in den Vatikanischen Museen und dem Gold-strotzendem Prunk der Kirchen…
Diesen Prunk kann man nur aushalten, wenn man bewußt ausblendet, wie die Lebensbedingungen der normalen Bevölkerung im Mittelalter und Barock waren und wenn man nicht daran denkt, auf wessen Kosten der Prunk entstanden ist. Ich habe so meine Schwierigkeiten mit der süsslichen Aussage, dass dieses viele Gold und diese Kunstwerke vor allem die Schönheit des Glaubens illustrieren sollen. Mir drängt sich da eher der Verdacht des Übertrumpfens auf…
Auch das Multi-Genie Michelangelo: Sechs Jahre seines Lebens stand er auf dem Gerüst der Sixinischen Kapelle… was hat er noch geopfert? Hatte er Familie? Eine Frau? Kinder? Wie hat er gelebt? Ich habe leider noch keine Biografie von ihm gelesen – war er besessen vom “Schaffen”?
Er hatte jedenfalls die Chance, sich auf vielen Gebieten der Kunst zu betätigen: Architektur, Malerei, Bildhauerei und sogar ein Schriftsteller war er. Darum beneide ich ihn, denn in unserer Gesellschaft herrscht ein starker Spezialisierungszwang: wer einmal gut gezeichnet hat, dem traut man nicht mehr zu, dass er auch schreiben kann oder Bildhauerei ernsthaft und mindestens genauso gut betreiben könnte. Viel zu schnell werden die Künstler in eine Schublade gesteckt und höchstens schief angeschaut, wenn heutzutage ein Sänger etwas anderes wagen würde, als zu singen…
Was für eine Vergeudung an Talent und Begabungen!
Als Fazit bleibt für mich vor allem ein starkes Wechselbad an genialen und nachdenklichen Erlebnissen – und das ist allemal der Sinn einer Reise.
Auf Wiedersehen Rom!











