DECT und der Elektrosmog

Ich habe mir ein ganz klassisches, einfaches Telefon gekauft, das nur über ein Kabel mit dem Telefonnetz verbunden wird. Das ist schon mal ungewohnt: Kein zusätzliches Netzgerät, keine Basisstation, auch der Hörer hängt wie in alten Zeiten mit einem Kabel am Gerät. Zurück in die “Steinzeit” der Telefonie?
Der Hauptgrund für diese Aktion ist die Reduzierung der Belastung durch Elektrosmog. Das ist ein weites Feld und ich habe mir den winzigen Bereich “DECT-gepulste Strahlung” herausgesucht.
Mobile Telefone sind sehr bequem, doch die Übertragung per Funk an die Basisstationen ist leider nicht auf die Zeit des Gesprächs beschränkt, sondern findet dauernd statt.
Um nun wenigstens diese Belastung zu vermindern, habe ich wieder auf ein ganz einfaches, schnurgebundenes Telefon umgestellt und das andere (mobile) Telefon in unserem Haushalt wird mit seiner Basisstation an die Steckdosenleiste angestöpselt, die abends meine komplette Büroelektronik per Schalter vom Stromnetz trennt.
Also habe ich zumindest für die Nacht nun keine funkende Basisstation mehr.
Dieser erste Minischritt kann natürlich dann noch ergänzt und verfeinert werden. Es soll mobile Telefone geben, die nicht nach dem DECT-Standard arbeiten. Da hat mir für den Moment noch die Recherche-Zeit gefehlt. Und ich bin auch gespannt, wie oft es mir noch passieren wird, dass ich mit meinem neuen Schnur-Telefon wieder irgendwohin laufen möchte und es dann herunterfällt. Da werde ich mir wohl noch einen bequemen Telefonsessel besorgen und mir eine große Portion “Multi-Tasking” beim Telefonieren abgewöhnen müssen.

Es gibt DECT-Telefone, die nicht funken, wenn der Hörer (=Mobilteil) auf der Station steht.
Ich habe übrigens erst neulich mein WLAN abgeschafft: WLAN Gefahren
Ich überlege auch immer mal wieder, ob es nicht besser wäre, die Dect-Telefone aus der Wohnung zu verbannen. Nur frage ich mich, ob es überhaupt etwas bringt, wenn mein Nachbar mit seinem Dect-Telefon näher ist als meine eigene Basisstation. Wie weit funken die eigentlich durch Betonwände? Müsste einiges sein, da in der eigenen Wohnung auch überall Erreichbarkeit vorhanden ist.
Ich bin wirklich unschlüssig.
Ich glaube, die Abschaltung in der Nacht ist ein super Anfang. Es gibt ja noch die alten Funktelefone ohne DECT. Die Frage ist nur, ob die auch wirklich besser sind. Mir macht aber ganz ehrlich auch der Rest der Strahlung sorgen. WLAN, Handynetze, Funk-Lautsprecher , -Thermometer, -Uhren, -Maus/Tastatut Kombinationen, Bluetooth im Handy und so weiter. Hat doch bestimmt jeder zweite zu hause. Das ist zwar alles nicht so stark, aber irgendwann wird sich das auch summieren und es gibt ja immer mehr Geräte. Ob die Zulassungsstellen auch wissen, was dann langfristig im Körper passiert?
Zu den DECT-Telefonen, die nicht funken, wenn sie auf der Basisstation stehen: die gibt es u. a. bei http://www.esnord.de zu kaufen. Allerdings sollte man sich bewusst sein, dass sie beim Telefonieren nach wie vor massiv strahlen (selbstverständlich weit unterhalb der offiziellen Grenzwerteverordnung) und zwar mit gepulster Strahlung wie Mobilfunk, WLAN, Bluetooth, Radar auch. Man nimmt an, dass diese gepulste Strahlung für den Körper noch viel stressiger ist als die ungepulste von früher. Da gibt es das CT1+-Schnurlostelefon, das eben ungepulst ist und auch nur strahlt, solange telefoniert wird. Die Frequenz auf der es sendet, hat allerdings nur mehr eine Genehmigung bis 2008, dann weiß man noch nicht, ob das verlängert wird. Ich verzichte aus Überzeugung auf Geräte, die mit Funk betrieben werden.
Ergänzung zu meinem Kommentar vom 21.08.:
Da man mögliche Werbung im Blog als Werbung kenntlich machen muss, hier mein Nachtrag zum Lieferanten Esnord: Achtung Werbung! Auch wenn das nicht als Werbung gedacht war, sondern nur die Suche nach den entsprechenden Telefonen erleichtern soll. Übrigens glaube ich, dass auch die Elektriker in Ihrer Nähe diese Telefone auf gezielte Nachfrage beschaffen können.
2. Ergänzung: Die Basisstationen der normalen DECT-Telefone senden 24 Stunden am Tag, das Handteil nur, wenn telefoniert wird. Die Basisstationen der anderen o.g. DECT-Telefone senden dann, wenn man das Handteil von der Basisstation nimmt und natürlich sendet auch das Handteil beim Telefonieren.
Antwort auf die Frage von “Cottonmouth”, wie weit die DECT-Telefone funken: Im Freien, unter günstigen Bedingungen (also Häuser, entsprechende Topographie usw.) können sie bis 300 Meter strahlen. Im Gebäude ist die Reichweite von vielen Faktoren abhängig (Reflexionen an Glas, Bauweise der Mauern z. B. Leichtbau- oder Massivbau, wo das Gerät steht und in welche Richtung der “Hauptstrahl” liegt usw.). Aufschluss über die individuelle Situation gibt nur eine Messung vor Ort.
Es macht Sinn bei sich zu Hause mit der Vermeidung und Reduzierung von Funkstrahlung anzufangen. Wenn niemand damit beginnt, wird es insgesamt nicht weniger, oder? Und man bestrahlt schließlich nicht nur sich selbst, sondern auch seine (ahnungslosen) Mitmenschen.
Hallo,
das ist eine weise Entscheidung von dir! Auch ich habe alle möglichen Elektrosmog Attentäter aus meinem Haushalt verbannt und komme mir schon etwas gesünder vor
Leider habe ich schon von vielen Problemfällen gehört und viele Menschen nehmen das Thema Elektrosmog und eine Bekämpfung der Probleme auf die leichte Schulter, wobei eine Abschirmung recht simpel ist!
Viele Grüße,
Thomas
@ alle Kommentatoren:
Vielen herzlichen Dank für die interessanten zusätzlichen Informationen!
Claudia
Sicher ein richtiger Schritt, aber wohl auch ein Kampf gegen Windmühlen. Diesen Strahlungen heute völlig zu entgehen, scheint mir wohl nahezu unmöglich. Vor allem in Mietshäusern nahezu unmöglich. Da nützt die schönste strahlungsarme eigene Wohnung nichts wenn der liebe Nachbar (oder mehrere) mit WLAN, Handys, und Schnurlosen Telefonen auf einen feuert. Gerade in solchen Umgebungen akkumulieren sich die Strahlungsmengen erheblich!
Ja, Don Quichote lässt grüßen!
ich habe immerhin nach einigen Wochen herausgefunden, wie sich bei meiner neuen Fritzbox das standardmäßig aktivierte WLAN auch wieder ausschalten läßt. Trotzdem gibt es mindestens drei weitere WLANs in der Nachbarschaft. Da bliebe ja nur der Umzug in die Pampa – und selbst dort… Handymasten…