Archiv für Januar 2007
Getting Things Done – Eine Einführung
Bei Zeit zu leben, eine meiner Lieblingsseiten, habe ich eine wunderbare Erklärung des GTD-Systems gefunden: Getting Things Done. Es ist eine sehr gute Beschreibung des Prinzips mit einigen praktischen Beispielen. Gut, um mal einzusteigen.
Bei den Links ganz unten gibt es ein Plugin für den Firefox-Browser, mit dem man das GTD-Prinzip in Googlemail installieren kann. Näheres dazu folgt nach dem Praxis-Test
Das Kiefergelenk
Im letzten Herbst ist es etwas ruhig um die Berichterstattung dieser Zahnepisoden geworden. Leider nicht, weil sich alles in Wohlgefallen aufgelöst hat, sondern leider, weil das Chaos ausgebrochen ist.
Mein Zahnarzt und ich waren gerade dabei, den Biss mittels kleiner Schleif-Korrekturen anzupassen und störende Erhebungen zu beseitigen, als ich von jetzt auf nachher das Gefühl hatte, dass plötzlich gar nichts mehr passt.
Der Zahnarzt empfahl dann, eine Knirscher-Schiene anzupassen, um die Bewegungen im Zahnraum durch eine eventuelle nächtliche Überlastung abzufangen. Wir planten den Termin und dann kam die Nebenhöhlenentzündung, die sich ja bis heute hinzieht.
Irgendwann im Herbst kam dann meine Heilpraktikerin darauf, dass ich mir irgendwie den Unterkiefer ausgerenkt hatte. Nur ein ganz kleines bisschen, nicht so, dass es geschmerzt hätte oder gar runter gehangen wäre – nein, nur der Drehpunkt saß nicht an der Stelle, an die er hingehört hätte. Sie konnte den Kiefer wieder an Ort und Stelle platzieren, und siehe da: der Biss war wieder wesentlich besser.
Übrigens laufen ganz viele Menschen mit so einem leicht verschobenen Unterkiefer herum und wissen es gar nicht. Auch eine mögliche Ursache von Zahnproblemen und über die verbindenden Muskelketten eine mögliche Ursache von Wirbelsäulen-Problemen oder anderen orthopädischen Befunden – wie z.B. unerklärlicher Schulter-, Knie-, Hüft- und Fußschmerz.
Heute habe ich von meinem Zahnarzt eine Erklärung bekommen, was da im Kiefergelenk so alles passiert:
So sieht das in etwa in Ruhestellung aus:
Beim Öffnen des Mundes dreht sich der Unterkiefer normalerweise nur im Drehpunkt. Das sieht dann so aus:
Öffnet man den Mund etwas weiter als normalerweise, dann rutscht der Drehpunkt des Kiefergelenkes auf der dafür vorgesehenen Gleit-Ebene nach vorne. Das ist völlig normal. Jetzt werden die Bänder gedehnt und ziehen dann den Kiefer beim Schließen des Mundes wieder in die Ruhestellung. Das sieht etwa so aus:
Die beiden kleinen schwarzen Pfeile zeigen den normalen Verlauf einer Öffnungs-Bewegung: zuerst nur im Drehpunkt drehen, dann den Drehpunkt nach vorne verlagern und weiter drehen. Dann geht der Mund richtig weit auf.
Schlangen können an dieser Stelle den Unterkiefer aushängen, dann passt auch ein ganzes Kaninchen rein. Das brauchen wir Gottseidank nicht.
Dummerweise haben sich viele Menschen (so auch ich) einen Bewegungs-Ablauf beim Öffnen des Mundes angewöhnt, der durch den größeren schwarzen Pfeil symbolisiert wird:
Beim kleinsten Öffnen des Mundes rutscht der Drehpunkt automatisch nach vorne. Das führt dazu, dass die Bänder, die den Kiefer wieder in Position ziehen, mit der Zeit ausleiern. Dann kann es es relativ leicht passieren, dass der Unterkiefer mal eben so einfach verrutscht.
- So. Die gute Nachricht ist: Es ist eine Angewohnheit und aus der kann man auch eine Abgewohnheit machen.
Mein Zahnarzt sagt, man müsse nur etwa 3 Wochen vermeiden, die ganz große Öffnungsbewegung zu machen, denn es ist ein Unterschied, ob ich am Tag fünf oder zehn mal diese kleinen Bänder dehne, oder tausend mal.
Der Körper kann die Bänder leicht regenerieren und man gewöhnt sich in den berühmten 21 Tagen auch wieder an, den Mund nur drehend zu öffnen und nicht dreh-schiebend.
Er hat mir eine Übung gezeigt, die dem Körper das richtige Öffnen des Mundes wieder beibringt, die macht man dreimal täglich ein paar Minuten, dann werden auch die zugehörigen Nervenverknüpfungen für die korrekte Bewegung wieder im Gehirn verlegt.
Den Drehpunkt des Unterkiefers kann man neben dem Ohr tasten, auch das Vorwärtsgleiten des Kiefers.
Bitte zeigen Sie diesen Artikel Ihrem Zahnarzt oder Heilpraktiker, wenn Sie vermuten, dass Sie ebenfalls betroffen sind -
und lassen Sie sich den korrekten Tastpunkt und die korrekte Bewegung für den Unterkiefer zeigen!!!!!Dieser Artikel dient NUR der Sensibilisierung für die Thematik und ist in keinster Weise eine Anleitung zur Selbst-Therapie!
- Erkenntnis des Tages: Nie aufgeben. Es gibt immer einen, der auch in den wildesten Zahngeschichten helfen kann.
neue Freunde
Manchmal wünsche ich mir, ich hätte mehr Freunde, mit denen ich mich austauschen kann und den ein oder anderen Abend am Küchentisch versacken könnte, vertieft in gute Gespräche, eine Spiele-Abend oder …
Was kann man tun, um neue Freunde zu gewinnen?
Heute habe ich genau 70 Elemente aus meiner Outlook-Kontakt Datenbank gelöscht. – Das ist schon verrückt. Erst mache ich mir eine Riesen-Mühe, die Adressen überhaupt ins Outlook einzutragen, dann lösche ich ein gutes Drittel wieder.
Ich denke, von Zeit zu Zeit lohnt es sich, alte und nicht mehr benötigte Kontakt-Daten zu löschen. Ehemalige Geschäftspartner, Freunde aus Zeiten, die schon lange vorbei sind und Menschen, die man mal gemocht hat, zu denen die Beziehung jedoch leider eingeschlafen ist und nur mit erheblichem Aufwand wieder belebt werden könnte.
Manchmal ist es ganz gut, sich dieser vergangenen Beziehungen klar zu werden. Es hilft, sich nochmal an die positiven Momente mit diesem Menschen zu erinnern und dann kann man ihn loslassen. Eine schwierige Aufgabe.
Doch die vergangenen Zeiten sind vorbei und solche Adressen und ehemalige Beziehungen sollte man ganz bewusst “abschneiden”.
Ein paar Fäden weniger in die Vergangenheit – und schon ist mehr Energie und Zeit und Raum, um in der Gegenwart neue Kontakte zu knüpfen. Dann können gerne neue Kontakte entstehen – der Platz im Adressbuch ist jedenfalls schon mal frei geräumt.
Bleibt noch der Küchentisch. Wie viele Personen haben an ihm Platz? Gibt es am Ende vielleicht nur den einen Stuhl für den Ein-Zimmer-Single-Wohnungs-Inhaber? Wo sollen denn dann die Freunde sitzen? Auch hier gilt: (Sitz-)Platz schaffen. Raum für neue Freunde.
- Erkenntnis des Tages: Schön, wenn man viele Freunde (gehabt) hat und schön, wenn man die Gegenwart von Altlasten befreien kann.
Die Projektübersicht
Für eine funktionierende Projektabwicklung im Sinne von “Getting Things Done” brauche ich eine Übersicht über alle Projekte.
Zur Erinnerung:
Projekt ist alles, was mehr als zwei Schritte erfordert und einen klar definierten Abschluss hat.Beispiele:
- “Abnehmen” ist ein Projekt, wenn eine Ziel-Vorstellung vorhanden ist (“70kg wiegen” oder “5 kg abnehmen”)
- “Ernährung umstellen” ist eher ein Prozess. Ernähren tut man sich jeden Tag und insofern ist es schwer ein abschließendes Maß der Dinge zu finden, das einem signalisiert: “so – jetzt habe ich meine Ernährung umgestellt!” – hier sind Strategien gefragt, die helfen, neue Gewohnheiten zu etablieren.
Zurück zu den Projekten und deren Handhabung im Alltag:
Bisher habe ich immer ein bisschen einen Knoten hineingebracht, weil ich die Nummerierung der Hängemappen als Projektnummer übernommen habe und auch im Explorer meines Computers diese Mappennummer verwendet habe. Das erzeugt Durcheinander, weil nicht alle Projekte im Explorer auftauchen und nicht alle Projekte in den Hängemappen sind.
Leider gibt es auch noch andere Projekte – solche die niemals im Computer bearbeitet werden und somit im Explorer keinen Platz brauchen. Oder Projekte, die für Hängemappen viel zu groß sind und an anderer Stelle gelagert werden müssen, etwa Hausapotheken, Bastelsachen-Schränke und so weiter…
Wie sieht nun eine mögliche Lösung aus?
Ich habe mir in Excel eine Datei gestrickt, die zu jedem neuen Projekt erst einmal eine Projektnummer vorsieht. Die Überschriften der ersten drei Spalten lauten: Projektnummer – Projektname – Ort.
- Projektnummer: ich finde eine Variante ganz praktisch, die das aktuelle Jahr beinhaltet: z.B. “07-001“
- Projektname: Einige wenige Schlagwörter zur Beschreibung, beispielsweise “Garten – Planung“
- Ort: Hier gibt es Kürzel für den jeweiligen Fundort der Projektunterlagen.
- Projekte, die NUR im Computer existieren erhalten ein Kürzel “E01″ (und natürlich fortlaufend nummeriert) – das E steht für Explorer.
- Projekte mit Schriftverkehr (hier fließt also reales, bedrucktes A4-Papier) lassen sich bis zu einem gewissen Umfang in Hängemappen einordnen.Ich habe lange mit dem System von Classei experimentiert und bin dann doch wieder zu der klassischen Hängemappe zurückgekehrt. Classei eignet sich meines Erachtens nicht für diese 20 Hängemappen, die immer wieder wechselnde Projekte aufnehmen sollen. (Classei eignet sich hervorragend für ein Archiv, das nur hin und wieder benutzt wird und dessen Inhalt einen gewissen Umfang pro Mappe nicht übersteigt).
Die Hängemappen bezeichne ich mit z.B. “M01″ – dieses Kürzel also bei den entsprechenden Projekten in Spalte 3. - Riesige Projekte, die soviel Papier beinhalten oder so sperrig sind, dass sie nur noch in irgendwelchen Kisten gelagert werden können, erhalten in der Spalte 3 ein Kürzel in der Form “K01″ – und die entsprechende Kiste einen entsprechenden Aufkleber. Das funktioniert auch mit Schuhschachteln oder Umzugskartons.
Für Perfektionisten
können noch Spalten mit weiteren Informationen hinzukommen:
- Erledigungsdatum
- Rechnungsnummer (für Selbstständige)
- Projektart (privat oder beruflich)
- Status (erledigt, offen, …)
- Priorität (z.B A bis D)
Schön ist bei Excel die Möglichkeit, Zeilen mit erledigten Projekten auszublenden, so hat man auf einen Blick eine Übersicht über die anstehenden Projekte. Desweiteren kann man innerhalb der Spalten aufsteigend alphabetisch sortieren. Das bedeutet im Klartext, ich kann
- chronologisch nach der Projektnummer (z.B. 07-001)
- nach Fundort (z.B. E01 – M01 – K01)
- nach Priorität (A – D)
sortieren. Besonders spannend ist die Variante, jedem Projekt gefühlsmäßig und spontan eine Priorität zu geben und dann nochmal zu sortieren. Plötzlich sieht man schwarz auf weiß, welche Projekte wirklich wichtig sind und welche Projekte eher lustiger Zeitvertreib.
Meine Priorisierung bedeutet:
- A – wichtig, vielversprechend, ertragreich
- B – wichtig, hilfreich, jedoch nicht ganz so aussichtsreich. zweitrangig.
- C – wäre ganz schön, wenn ich das auf die Reihe kriege
- D – na ja, wenn es dieses Quartal nicht klappt, dann halt nächstes.
Die Einführung der Projektnummer mag auf den ersten Blick umständlich erscheinen. Mir jedoch hilft sie ungemein, Klarheit darüber zu gewinnen, was denn nun ein Projekt ist und was nicht. Allein der Eintrag in diese Liste ist eine Selbstverpflichtung oder eine Art Auftragserteilung.
Zudem erleichtert mir die Übersichtsliste in jeder Hinsicht die Arbeit, denn ich habe auf einem einzigen Blatt Papier alle wichtigen Aufgaben der nächsten Zeit sichtbar und parat.
Und darüberhinaus kann ich mit der Projektnummer endlich auch im Wiki (für fortschreitende GTD-ler) sinnvolle Seiten anlegen. Da steht und fällt ja alles mit einer sauberen Verlinkung.
Mein besonderer Dank gilt auch hier wieder mal der Wissensagentur, die mir schon vor einiger Zeit die Anfänge dieses Systems näher gebracht hat und mir auch heute wieder mit Rat und Tat für diese speziellen Fragen in punkto excel beigestanden ist
- Erkenntnis des Tages:
Das war sauviel Arbeit – ein aufgeräumter Explorer ist jedoch Gold wert.
Mohrrüben-Gemüse
Als Kind habe ich die immer und ewig gleichen gekochten Mohrrüben gehasst. Dieser ewig gleiche Geschmack nach in Butter gedünsteten Karotten war nix für mich. Worst Case war die Kombination mit Erbsen.
Heute habe ich mir ein Karottengemüse nach den 5 Elementen gekocht:
Vorbereitung:
- Karotten in die gewünschte Größe schnippeln
- Zwiebeln in Würfelchen schneiden
Dann geht es los:
- Eine trockene Pfanne erhitzen (F) – nicht überhitzen, die Pfanne soll nur warm sein wenn das Öl hineinkommt.
- etwas Öl hineingießen (E)
- die Karottenstücke im Öl anbraten (E)
- die Zwiebeln dazugeben (M) – wenn sie glasig sind, sind sie Erdelement (E)
- deswegen noch etwas Pfeffer (M), um im Kreis herum nichts zu überspringen…
- Salz - gutes natürliches Steinsalz! (W)
- ein Glas Wasser (W), dann werden die Karotten schneller weich
- ein Spritzer Zitronensaft (H)
- Kurkuma, nur eine Prise (F)
- eventuell nochmal zurück ins Holzelement mit Petersilie (H) oder einem weiteren Spritzer Zitronensaft (H)
- alles bei geschlossenem Deckel bis zur gewünschten Bißfestigkeit garen.
Dieses Karottengemüse hat mir geschmeckt. Das ist weit entfernt von eingedosten orangefarbenen Zelluloseklumpen.
Und bei so einem Gemüseteller, der alle Elemente enthält, dürfen die Beilagen dann ruhig Pommes und Leberkäse sein. Dazu gab es noch einen richtig leckeren Feldsalat (auch: Schafmäulchen, Rapunzel).
Ich finde die Idee ganz prima, einmal am Tag einen “Fünf-Elemente-Teller” zu essen. Wenn im Essen alle Geschmacksrichtungen drin sind, ist erstaunlicherweise auch der Heißhunger auf Süßes nach der Mahlzeit nicht vorhanden. (Der eine oder andere kennt diese Sucht nach dem Dessert vielleicht auch…)
You can do anything…
… for 15 minutes!
Ja, ich weiß. Ich wiederhole mich.
Ich habe so ein ungeliebtes Projekt vor mir hergeschoben: die völlig überfüllte und gerümpelte Speisekammer. Es hat nur eines winzigen Funkens bedurft, um die Initialzündung auszulösen. Mein Partner stand in der Speis und guckte so herum, wo er denn anfangen könnte, mit dem Aufräumen – *zisch* – schon war ich mittendrin:
- Selten Benötigtes in die allerobersten Regale.
- Die Umzugskartons mit zu Sortierendem in das Büro (DAS ist jetzt der allerletzte ungeordnete Ort in unserer Wohnung).
- Weiter im Text: Vorräte nach Gruppen sortiert in die Regale.
- Ein Packerl Reis war mit diesen winzigen Tierchen versetzt. Weg damit.
- Und noch ein paar andere Dinge in die Tonne…
Es hat alles in allem natürlich ein wenig länger gedauert als nur 15 Minuten.
Aber es hat wesentlich weniger lange gedauert, als ich mir immer vorgestellt habe…
- Erkenntnis des Tages:
Anfangen hilft. Nach 15 Minuten darf ich aufhören, wenn es absolut keinen Spaß macht. In 15 Minuten komme ich überraschend weit.
Es ist wesentlich hilfreicher, mir vorzustellen, wie es (das Projekt) fertig aussehen wird, als mir vorzustellen, wie lange ich wohl dazu brauchen werde…





