Get Things Done!
Eine Kollegin meines Mannes hat von ihrem Amerika-Aufenthalt erzählt. Insbesondere der kleine Nebensatz hat es mir angetan, in dem sie sagte, ihre dortige Freundin hatte einen kleinen Post-It am Bildschirm – mit der Aufschrift “Get Things Done!”.
Der allerorten zu beobachtende Trend “Getting Things Done” nach David Allen beschreibt die Möglichkeiten, sich selbst und seine Projekte besser zu organisieren.
Auch die Englische Sprache kann verräterisch sein:
Getting ist die Verlaufsform von get und wird gebildet durch das Anhängen von -ing an das Verb.
Man erinnere sich noch dunkel an den Schulunterricht, dort wird ziemlich viel zur Verlaufsform des Präsens gearbeitet, auch bekannt als “Present Continuous“.
Diese sprachliche Form gibt es im Deutschen nicht.
- Das Englische betont mit dieser grammatikalischen Konstruktion den Ablauf einer Handlung in der Gegenwart. Mit dem Present Continuous werden im Englischen Handlungen ausgedrückt, die im Moment des Sprechens passieren bzw. nur für einen kurzen Zeitraum andauern. Auch für sich ändernde Situationen und bereits vereinbarte Handlungen für die Zukunft wird das Present Continuos genutzt.
- Somit beschreibt “Getting Things Done” einen kurz andauernden Prozess in der Gegenwart, der mir/uns/Ihnen hilft, die Dinge (besser) geregelt zu kriegen.
Dieser Prozess ist nötig und sehr hilfreich, will man nicht in Stapeln von Unerledigtem ersticken. Es ist auch sehr schön, eine bessere Selbstorganisation einzuführen – nur: es besteht die Gefahr, sich in den Verläufen dieses Prozesses zu verheddern.
Auch ich bin doch tatsächlich wieder mal in diese Pefektionismus-Falle getappt: Vor lauter Gedanken darüber, wie ich denn dieses System mit den Listen noch besser organisieren könnte, habe ich völlig übersehen, dass es zu “Getting Things Done” auch noch die oben erwähnte ganz schlichte sprachliche Form gibt – und die lautet:
“Get Things Done!” (ohne -ing!)
- zu deutsch: “Krieg die Dinge geregelt” oder auch einfach “Tu die Dinge jetzt!”
Das beschreibt dann keinen Prozess sondern eine akute aktuelle Handlung im absoluten Hier und Jetzt.
- Ich habe daraus gelernt, dass es keinen Sinn macht, sich zu sehr in der Organisation des Organisierens verlieren.
- Hin und wieder muss ich auch einfach mal die Dinge wirklich erledigen, die gerade anstehen.
Hier ist das Konzept in Buchform beschrieben:
und bei der Wissensagentur gibt es eine Beschreibung der Umsetzung in die Praxis:
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Hallo Claudia,
danke für diesen Beitrag.
Zur Zeit möchte ich mein System bezüglich der langfristigen Planung optimieren.
Habe ich es richtig verstanden, dass du mit GTD weitermachst, nur die Zeit, welche in die Planung fließt, kürzt?
Kannst du etwas konkretisieren, welche Organisation du als überflüssig empfunden hast?
Danke
MfG
Jochen
Hallo Jochen!
Ich bin die letzten Tage drauf gekommen, dass man hin und wieder auch die Dinge erledigen muss, um seinen Eingangskorb leer zu bekommen
GTD ist absolut das richtige System. Ich habe ein wenig Schwierigkeiten mit der Verwaltung der Listen – bis ich sie lang in mein Wiki eingegeben habe, haben sie sich bereits überlebt. Ich vermute, der Knackpunkt liegt momentan an einer noch fehlenden funktionierenden Routine zur Überprüfung der Listen.
Ich hab viel Zeit in den letzten Tagen darauf verwendet, über dieses Problem nachzudenken und dabei sind mir ein paar “Pfannen” angebrannt, sprich es wurde dringend erforderlich, mal wieder eine Notfall-Übersicht über das momentan Anstehende zu machen, unabhängig davon, ob das jetzt in die Schritte-Listen passt oder nicht.
Was auch gehakt hat: die schnelle Ablage von neu hinzukommenden Projekten. Da haben mir ganz schlicht ein paar Hängemappen gefehlt und das werde ich am Montag beheben.
Also alles in allem nicht soviel über das System nachdenken, sondern mehr anwenden. TUN. Und da kam mir der Sprachvergleich und die Englische Grammatik grad passend in die Quere
Gruß, Claudia
Schön zu hören.
Ich bin eher ein Geek und bevorzuge zur Umsetzung die Software gtd-php.
Meine Mappen sind DinA4 Blätter einmal gefaltet. Diese werden umschließen dann die Projektunterlagen.
DinA4 Blätter gehen mir eigentlich nie aus, sind schnell zu beschriften und schön muss bei mir nix aussehen
Cheers
Jochen
Sehr schöner Artikel Claudia,
Der Verweis auf das einfache “Tu es” schadet mir auch wirklich nicht. *g* Wobei ich jetzt Urlaub hab’ und auch das Nichts tun dürfen gerade zu geniesen beginne…
Wobei ich allerdings einen kleinen Schönheitsfehler hier entdeckt hab und mein “Gscheidhaferl” raushängen lassen kann.
“Getting things done” ist hier nicht der present continuous, sondern ein gerund, also eine versubstantiviertes Verb und hat somit nichts mit dem gerade zu tun zu tun, denn das wäre dann “I’m getting things done”.
Da steht sogar was zu in der Wikipedia
lg
Martin
Hallo Martin!
Pass auf, ich glaube, nicht nur Pfannen, sondern auch Gscheidhaferl können anbrennen, oder
?
Du hast natürlich völlig recht. Ich hab in den vier Wochen, wo sie das Gerund durchgenommen haben, leider in der Schule gefehlt.
Ich war der Meinung, die Amis sind soooo faul, dass sie das I am einfach nur weglassen und das “Getting” dann doch das Present Progressive ist(wie das Continuous ja auch heißt). Progressive ist doch auch eine schöne Umschreibung für den Prozess, gell. Und möglicherweise ist das auch eine böse Unterstellung für die Amis…
Ich wusste es auch schon immer, dass man tunlichst die Finger von diesen ganzen grammatikalischen Fachbegriffen lassen sollte, denn Sprache kommt von sprechen und entsteht nicht durch die Verwendung möglichst schöner und komplizierter Grammatikkonstruktionen – obwohl – wenn ich so darüber nachdenke, mein GTD hat ganz schwer was mit dem französischen Subjonctif zu tun…. *breitgrins* Ist das nicht diese eine super-irreale Konstruktion? *unter.dem.Tisch.lieg*
P.S. Sag mal, was machst Du denn um 4:01 noch/schon am Computer? Du bist das also, der um diese Zeit immer den Counter hochtreibt *rofl*
Und noch ein P.S. Der Link von der Wikipedia funzt nicht
[...] Ich war zu lange gedanklich auf der Ebene 2, ohne mich um den Zustand meines Rollfeldes zu kümmern. Tags: 15 Minuten, Aufräumen, Büro, Entrümpeln, Gefühl, Ordnung, Projekt, Selbstorganisation, Zeit Abgelegt unter: Selbstorganisation, GTD, flylady — indivisuell @ 13:19 — [...]
das war quasi erster Urlaubstag und deshalb wurd’s a bisserl spät. *g*
Mittlerweile habe ich aber wieder “normale” Schlaf- und Wachzeiten…
Mmmhh, ich hab mich wohl beim Wikipedia eintrag vertippt, irgendwie:
Einfach bei Wikipedia nach “Gerund” suchen.
Das Problem mit all den Tipps und Tools zum Zeitsparen ist aus meiner Sicht, dass diejenigen, die kein Zeitproblem haben, irgendetwas davon anwenden. Menschen mit Zeitproblemen kennen oder probieren vielleicht auch die Tools aus, wenden sie aber letztllich nicht an.
Warum ist das so?
Nicht weil das Tool nichts taugt oder derjenige zu dumm dazu wäre, sondern weil hinter den meisten Zeitmanagement-Problemen eben nicht ein Mangel an Werkzeugen steckt, sondern ein ganz anderer Mangel.
Über diese psychologischen Hintergründe habe ich auf meinem Blog einen Beitrag geschrieben:
Warum Zeitspar-Tools oft nicht helfen.
Hallo Herr Kopp-Wichmann!
Vielen Dank für Ihren Beitrag und für den äußerst aufschlussreichen Artikel in Ihrem Blog. Der Link in Ihrem Kommentar funktioniert leider nicht, ich habe daher heir einen Link und hoffe, dass es der Artikel ist, den Sie gemeint haben:
Zeitmanagement: Software, Organizer, Blackberry, Seminar? Was hilft denn nun gegen Zeitmangel?
Grüße, Claudia