Das falsche Ziel?
Heute fand ich einen sehr hilfreichen Text in Flyladys Mail:
Man sagt ja, dass es 21 oder 27 Tage dauert, um eine bestimmte Tätikeit als Routine im Unterbewußtsein zu verankern.
Flylady schreibt, dass sie sich vorgenommen hatte, 27 Tage lang mit ihrer “Tretmühle” durchzuhalten, um die Bewegung auf dem Heimtrainer als neue Gewohnheit zu verankern. Das war jedoch das falsche Ziel. Als sie 30 Tage erreicht hatte, hat sie wieder aufgehört. Sie hatte ihr Ziel erreicht.
Jetzt ist ihr Ziel, jeden Tag 15 Minuten Bewegung zu haben, Tretmühle oder Spaziergang oder irgend etwas.
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Ich finde, das ist der richtige Blickwinkel. Wie oft bin ich schon mit dem falschen Ziel gescheitert. Ich glaube, es funktioniert besser, wenn man sich solche Verbesserungswünsche als Routine angewöhnt. Nicht zuviel auf einmal. Nur kleine Schritte, dann stolpert man auch nicht.
Ich bin noch weit davon entfernt, jemals Flyladys “Missionen” mitmachen zu können, noch arbeite ich an meiner Abendroutine… und an der Gewohnheit, mich jeden Tag wenigstens 15 Minuten zu bewegen.
Das unterscheidet ein Projekt von einem Prozess. Ich kann “mehr Bewegung” nicht als Projekt betrachten. (Zur Wortfalle “Mehr” gibt es übrigens hier einen Beitrag).
- Ein Projekt ist dadurch definiert, dass es einen Abschluss hat. Zählbar, messbar, bezifferbar. Mit Datum und einem Ergebnis. Bei einem Projekt kann ich genau sagen, was hinten dabei herauskommen soll. Ein Projekt kann ich wunderbar mit GTD (“Getting Things Done – Wie ich die Dinge geregelt kriege”) in den Griff bekommen.
- Flylady hat erkannt, dass Hausarbeit und persönlicher Fortschritt (“mehr Bewegung” oder was auch immer) ein Prozess ist und kein Projekt. Hausarbeit hat per definitionem kein Ende…
…leider.
Einen Prozess kann ich nur mit Routinen und Gewohnheiten steuern und voranbringen, einfach weil es erforderlich ist, jeden Tag etwas dafür zu tun – und wenn es nur eine Winzigkeit ist.
Es hilft leider auch nicht, sich mit Disziplin zu knechten. Obwohl Disziplin sehr hilfreich ist, steht sie in der Beliebtheit irgendwo zwischen Dentist und Durchfall. Das falsche Ziel kann ich auch mit der härtesten Disziplin nicht durchpeitschen.
Ich kann mich aber ziemlich gut motivieren, wenn ich merke, dass so eine neue Gewohnheit ja einen positiven Nebeneffekt hat. Wenn ich jeden Abend die Klamotten der Kinder herauslege, dann ist der folgende Morgen entspannter, weil eine Tätigkeit weniger zu erledigen ist. Da kommt die Disziplin von ganz allein.
Es ist nur eine Frage des richtigen Zieles. Was möchte ich gerne erreichen?
Flylady sagt: Fang an zu fliegen.