Schuld-en
Das Thema Schuld ist größer, als ich dachte. Quintessenz der Predigt gestern war natürlich, dass Jesus für unsere Schuld gekreuzigt wurde.
Und wie bitteschön gebe ich ihm meine Schuld? Er zahlt keine Rechnungen für mich und beantwortet auch keine liegengebliebene, beinahe kompostierte Geburttagskarte.
Ich kann schon auf einen Zettel schreiben, dass ich heute mein Kind verhaut habe. Keine “Undo”-Funktion, leider. Dann kann ich den Zettel verbrennen und ich kann sogar beten. Und das Gefühl der Schuld bleibt trotzdem? Oder nicht? Ist die Schuld dann getilgt? Wie sieht es dann auf meinem “Karma-Konto” aus – so denken andere Kreise, mehr esoterisch, weniger christlich (oder ist das doch auch christlich???)
Wie sehen die Schritte zur Selbst-Vergebung aus, so, dass ich auch die Vergebung der Schuld fühlen kann und er-leicht-ert bin? Reicht es aus, jeden Tag, jeden Moment neu anzufangen und immer mehr und immer beharrlicher zu versuchen, gut zu sein, keine Schuld mehr anzuhäufen?
Und wie lautet die Frage, mit der ich unterscheiden und bewerten kann, ob ich diese Rechnung jetzt doch noch bezahlen muss und die Karte doch noch beantworten muss, weil die Schuld sonst nicht weggeht. Wie unterscheide ich zwischen einem echten “offenen Ende”, das ich noch zu bearbeiten habe und wie bewerte ich Schuld, die ich an Gott oder wen auch immer abgeben darf?
Sorry, wenn das hier etwas beissend geraten ist, ich bewege mich hier gerade an den Kernfragen meiner Existenz, da ist es selten gemütlich.
[...] ..oder besser gesagt: Fragen. Zur Bewertung von überflüssigen Dingen in meinem Leben. Zum Aussortieren von offenen Enden und zum Abschneiden von Fäden, die meine Energie absaugen (siehe auch: Welches Projekt würden Sie aus heutiger Sicht nicht mehr beginnen? via wissensagentur) Zum Erkennen von Schuld-en [...]